Mit welchen Kosten muss man rechnen?

Kosten für Abklärung und Behandlung der ungewollten Kinderlosigkeit

Die Kosten für die diagnostische Abklärung, Hormontherapie (bis zu einem Jahr) und Insemination mit dem Samen des Partners (bis zu drei Zyklen) werden in der Regel von der Grundversicherung übernommen, falls Sie keinen Vorbehalt für Sterilität haben. Um sicher zu sein, sollte aber eine Kostengutsprache bei Ihrer Krankenversicherung eingeholt werden.

Die Behandlungskosten einer künstlichen Befruchtung durch IVF oder ICSI werden in der Schweiz leider bis heute von den Krankenkassen nicht übernommen. Verlangen Sie am besten früh eine detaillierte Aufstellung der Kosten anlässlich des Informationsgespräches mit Ihrem behandelnden Arzt oder Ärztin. Eine In-vitro-Fertilisation kostet etwa 4000 bis 9000 Franken pro Punktion bzw. Zyklus. Kommt noch ICSI dazu, liegen die Kosten wegen des Mehraufwands im Labor sogar zwischen 8000 und 10.000 Fr. pro Zyklus. Meistens sind mindestens drei Zyklen notwendig, bis es zu einer Schwangerschaft kommt. Eine In-vitro-Fertilisierung kann das Paar also bis zu 30.000 Franken kosten. Insgesamt sind die anfallenden Kosten aber sehr von der Dauer und der notwendigen hormonellen Stimulation abhängig.

Wenn Sie überzählige Eizellen für einen weiteren IVF-Zyklus einfrieren lassen möchten, müssen Sie die Kosten für die Kryokonservation  in jedem Fall selbst tragen. Die Kosten betragen hierfür etwa CHF 500.– bis CHF 1’000.–. Dafür sind die Kosten für einen eventuell zusätzlich durchgeführten Zyklus mit eingefrorenen befruchteten Eizellen aber bedeutend tiefer und belaufen sich auf ca. Fr. 1'000.-- bis 1'500.--

Eine Zusatzversicherung benötigen Sie wahrscheinlich, wenn eine Abklärung im Spital notwendig wird und Sie von Ihrem Arzt persönlich behandelt werden möchten; dasselbe gilt, wenn Sie nach erfolgreicher Behandlung schwanger werden. Ist die Abklärung bereits eingeleitet, kann man sich erst dann höher versichern, wenn eine bestimmte Karenzzeit (meist mindestens 9 Monate) abgelaufen ist!

Newsticker

Polen zahlt künstliche Befruchtung: Das Gesundheitsministerium in Warschau veröffentlichte eine Liste mit 23 Kliniken und Ambulanzen, die an dem voraussichtlich mehr als 60 Millionen Euro teuren und für drei Jahre geplanten Regierungsprogramm teilnehmen. Der Staat stellt jedem (auch unverheiratetem) Paar mit unerfülltem Kinderwunsch umgerechnet ca. 2000 CHF für eine In-vitro-Fertilisation (IVF) mit bis zu drei Versuchen bereit. Die Kosten für notwendige Hormonpräparate trägt er jedoch nicht. Bislang mussten in Polen Paare eine künstliche Befruchtung komplett aus eigener Tasche zahlen.(swissmom Newsticker, 3.9.2013)

Letzte Aktualisierung: 04.2016, BH