7. Lebensjahr

6 Jahre alt: Bald ist Ihr Kind reif für die Schule

Der grosse Moment naht: Ihr Kind kommt spätestens jetzt in den Kindergarten – oder je nach Kanton womöglich bereits in die Schule.

Nebst der körperlichen Reife, welche derKinderarzt in seiner Voruntersuchung kontrolliert, helfen die unten aufgeführten Punkte, Kinder auf die so genannte Schulreife zu prüfen. Vieles davon werden Krippen- oder Spielgruppenleiterin sowie der Kinderarzt, welcher das Kind ebenfalls auf seine „psychische“ Schulreife hin beobachtet, bemerken und in den meisten Fällen für gut befinden. Dann steht der „Schulkarriere“ Ihres Kindes nichts mehr im Wege.

  • Ist das Kind fähig, ein stabiles Bindungsverhalten zu einer oder mehreren Bezugspersonen aufzubauen?
  • Ist das Kind im Kindergarten, in der Vorschule, in der Krippe oder in der Spielgruppe integriert?
  • Verfügt das Kind über ein altersgemässes Selbstwertgefühl?
  • Hat das Kind Freude, wenn es sich in einer Gruppe oder ausserhalb des Elternhauses aufhalten kann?
  • Gelingt es dem Kind, sich für einige Stunden – oder über Nacht – von seiner engsten Bezugsperson zu lösen, vor allem dann, wenn es in ein Umfeld kommt, das ihm ein wenig vertraut ist?
  • Ist das Kind stolz auf seine Fähigkeiten, die es bereits erwerben konnte?

Punkte, die gegen eine mögliche Schulreife sprechen:

  • Stete Weigerung und Unlust, sich von seiner wichtigsten Bezugsperson zu trennen und weg zu gehen.
  • Zeitaufwändige Trennungszeremonien, wenn Sie Ihr Kind in die Spielgruppe oder die Krippe bringen
  • Einzelgängerisches Verhalten in der Spielgruppe, im Kindergarten
  • Aggressionen gegen andere Kinder, die in der Regel jünger sind
  • Eine übermässige Fixierung auf die Bezugsperson in der Krippe, dem Kindergarten
  • Benötigt dringend ein „Trösterli“ wie Plüschtier oder „Nuscheli“, um die Trennung von der Bezugsperson zu bewältigen
  • Ausgeprägtes Tagträumen und Tendenzen, sich in sich selbst zurückzuziehen
  • Auffällige Angst gegenüber bestimmten Menschen und Tieren und Objekten

Die Zeiten, dass Sie Ihr „Baby“ allein für sich haben, als Eltern alleine Einfluss auf seine Entwicklung und Erziehung nehmen, sind also spätestens jetzt endgültig vorbei. Ein schwerer Schritt, vor allem auch für die Eltern. Loslassen heisst die Devise. Und das fällt nicht allen Eltern gleich leicht. Aber seien Sie zuversichtlich! Ihr Kind freut sich bestimmt auf die neuen Herausforderungen. Denn es ist jetzt in einem Alter, wo es zuschauen und mitmachen, beobachten und teilnehmen will. Es möchte jetzt lernen, wie man sich mit etwas beschäftigen und mit anderen zusammen etwas arbeiten kann. Der sogenannte „Werksinn“, wie dieses Bedürfnis in der Kinderpsychologie genannt wird, bedeutet nichts anderes, als dass das Kind das Verlangen hat, etwas Nützliches und Gutes zu tun. Ihr Kind ist jetzt raus aus dem Alter, wo es sich zufrieden gibt mit „so tun, als ob…“, nein, es will nun endlich echt an der Welt der Erwachsenen teilhaben.

Gut informiert

Alle Informationen zur ärztlichen Vorsorgeuntersuchung im Alter von 6 Jahren

Aber seien Sie auf der Hut, dass weder Sie noch die Lehrpersonen Ihrem Kind Leistungen und Erfolge abtrotzen und der Werksinn dadurch überstrapaziert wird. Das Gefühl, nicht zu genügen, „nur ein unfähiges Kind“ zu sein kann sich gerade jetzt breit machen und diese so wichtige Entwicklungsphase hemmen. Andrerseits wird es auch eine Herausforderung sein, das Kind genügend zu fordern und zu fördern, damit es nicht schon nach wenigen Monaten „müde“ wird und die Lust am Kindergarten oder der Schule verliert.

Newsticker

Wer sich mehr bewegt, wird grösser: Das Pädiatrisch-Endokrinologische Zentrum Zürich PEZZ konnte bereits früher zeigen, dass mehr Kraft die Aktivität von Kindern fördert. Nun ergab eine Studie mit rund 100 Schulkindern, dass jene, die sich mehr bewegen, im Schnitt grösser sind. Körpergrösse und Fusslänge werden zu einem Fünftel durch das Bewegungsverhalten beeinflusst. Regelmässige Aktivität wirkt sich somit nicht nur positiv auf Gesundheit und schulische Leistung bei den Kindern aus, sondern auch auf die körperliche Entwicklung. (3.9.2012)

Letzte Aktualisierung: 05.2016, VZ