5. Lebensjahr

4 Jahre alt: Selbständigkeit

Als Ihr Kind 3 Jahre alt war, hat es geglaubt, es sei jetzt gross. Und nun, ein Jahr später, ist Ihr kleiner Schatz wirklich schon gross geworden! Und vor allem selbständig: Es zieht sich problemlos alleine aus und an und ist flink wie ein Wiesel.

Vielleicht besucht es bereits eine Spielgruppe – das Zusammensein mit anderen Kindern ist für das Kind meist Hochgenuss, es liebt das Spiel in Gruppen, verkleidet sich gerne und denkt sich zusammen mit seinen „Gspändli“ gerne Rollenspiele aus. Das „Dökterle“ ist ebenfalls sehr angesagt – es hilft Kindern, die Neugier aufs andere Geschlecht zu befriedigen. Hier sollten Sie einfach auf der Hut sein und dann eingreifen, wenn eines der Kinder dabei Unwohlsein signalisiert.

Das Kind geht auch gerne raus und trifft sich auf dem Spielplatz mit anderen. Nichts desto trotz mag es auch alleine sein, sich ewig lange mit Puzzlespielen und Bausätzen und Legos beschäftigen. Es baut die fantastischsten Dinge zusammen und ist stolz darauf. Aber selbst wenn Ihr Kind im Alter von 4 Jahren schon eine grosse Selbständigkeit an den Tag legt: Es braucht Ihre Nähe, Ihre Zeit, Ihre Liebe und Zuneigung uneingeschränkt, nur so kann es seine Persönlichkeit und Selbständigkeit weiter entwickeln. Und es erkennt noch nicht alle Gefahren, behalten Sie ihr gross gewordenes Kind im Auge, noch lauern viele Gefahren.

Die Zeichnungen Ihres Kindes werden zunehmend kunstvoll, es malt gerne Vorlagen aus und beginnt mit einfachen Lernspielen, sich auf die nahende Schulzeit vorzubereiten. Es erkennt Dinge und wird mit Begeisterung Memory spielen. Vielleicht hat es sogar schon Lust, erste Zahlen und Buchstaben zu schreiben. Lassen Sie Ihr Kind gewähren, aber setzen Sie keinen Druck auf!

Ihr Kind kann wie gesagt schon viel erfassen, seine Neugier ist riesig – aber viele Funktionen im Alltag erscheinen ihm noch magisch, darum ist es jetzt auch in einem Alter, wo Magie und Zauber eine äusserst hohen Stellenwert haben.

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Und auch eine andere „Neigung“ hat sich bei Ihrem Kind in den letzten Monaten entwickelt: Es beginnt, sich sexuell zu entwickeln. Es ist neugierig aufs andere Geschlecht und erlebt seine erste grosse Liebe: Mädchen wollen in diesem Alter ihren Papa heiraten, Jungs das Mami. Klar, dass die Kinder, die sich ja durchaus bewusst sind, dass seine Eltern vergeben sind, dabei auch eine gewisse Eifersucht entwickeln. Das ist eine Phase, die vorbei geht. Ebenso vorbei geht bei Buben die Phase, wo aus allem und jedem eine Waffe geschmiedet werden soll – das gehört zur männlichen Entwicklung. Ebenso grobe Spiele, wo schlagen, stossen und kämpfen das Wichtigste sind.

Mädchen dagegen üben in diesem Alter genussvoll die „Hingabe“, sie können stundenlang Bücher betrachten, CDs anhören, Geschichten lauschen - sie entwickeln in diesem Alter auch gerne eine  wahre Fernseh-Sucht. Aber auch Sammeln und Horten gehören dazu, sie haben ihre Schätze und Geheimnisse. Und: Mädchen in diesem Alter wollen das typisch weibliche betonen, in dem sie sich „schön machen“, verkleiden und an Mamas Schminkutensilien gehen.


Wissen

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Newsticker

Kleinkinder vergessen unterschiedlich: Der Erlebnisspeicher reicht bei Erstgeborenen weiter zurück als bei den Geschwistern. Und Frauen erinnern sich besser an die Zeit vor dem Kindergarten  als Männer. Ausserdem scheint das Umfeld einen wichtigen Einfluss auf die sogenannte „kindliche Amnesie“ zu haben. Während Europäer sich bis zum Alter von etwa dreieinhalb Jahren zurückerinnern, geht dies bei Ostasiaten nur bis bis ins sechste Lebensjahr. Die Ureinwohner Neuseelands können dagegen sogar Erlebnisse im Alter von 2,5 Jahren aus den Schubladen ihres Gedächtnisses holen. Vermutlich hängt das mit der Erzählkultur zwischen Mutter und Kind zusammen. Europäer und Nordamerikaner sprechen mehr mit ihren Kindern als Chinesen (swissmom Newsticker, 24.7.14).

Letzte Aktualisierung: 05.2016, VZ