4. Lebensjahr

3 Jahre alt: Jetzt bin ICH gross!

Enorm, was Ihr Kind im letzten Jahr (seinem dritten Lebensjahr) alles gelernt hat: Es kann hüpfen, auf Zehenspitzen gehen, auf einem Fuss das Gleichgewicht halten, in die Pedale seines Dreirads treten, mit Klötzen hohe Türme bauen, Puzzle zusammensetzen und vieles mehr.

Auch seine Malkünste, die es vor einem Jahr begonnen hat, sind ausgereifter: Es kann erstens die Farben unterscheiden und zweitens auch Kreise zeichnen. Bald also wird Ihr Kind die ersten Menschen (so genannte Kopffüssler) zeichnen. Die Gesellschaft anderer Kinder regt Ihr Kind sehr an – auch wenn es noch nicht immer mit ihnen spielen will. Seine Feinmotorik ist im nun beginnenden vierten Lebensjahr so ausgereift, dass es Perlen auf eine Schnur ziehen kann.

Seit seinem 2. Geburtstag hat Ihr Kind auch andere grosse Fortschritte gemacht: Es ist dabei, seine Trotzphase, welche Sie in den letzten Monaten wohl hie und da zur Weissglut getrieben hat, hinter sich zu lassen. Das heisst aber nicht, dass Ihr Kind seinen Kopf nicht mehr durchsetzen kann. Noch immer ist die Wahrnehmung seines eigenen ICH gross – und entsprechend verhält sich Ihr Kind auch. Mit drei Jahren hat Ihr Kind auch die Vorstellung, dass es jetzt „gross“ sei.

Fast stündlich hat Ihr Kind in den letzten Monaten ein neues Wort gelernt – sein Wortschatz ist also jetzt immens. Darum will es auch ständig mit Ihnen kommunizieren und das Gelernte anwenden. Nehmen Sie sich die Zeit, sich mit Ihrem Kind zu unterhalten, beginnen Sie Gespräche! Es ist jetzt in der Lage, ganze Sätze zu formulieren. In diesem Zusammenhang ist es auch wichtig, dass Ihr Kind gewisse Manieren lernt, dass man „bitte“ und „danke“ sagt, dass man grüsst, wenn man auf andere Menschen trifft.

Der ausgedehnte Wortschatz hilft auch, dass Ihr Kind anfängliches Summen in richtiges Singen umwandelt.

Obwohl es zwischen dem 2. und 3. Lebensjahr wohl nicht genug Gruselgeschichten hören konnte, ist Ihr Kind immer noch ängstlich. Es fürchtet sich vor allem und jedem: Vor Dunkelheit, vor Tieren, vor Stürzen und so weiter. Achten Sie darauf, dass Sie die Ängste Ihres Kindes nicht schüren, denn wenn es seine Ängste selber meistert, macht es Fortschritte und kann sich so neuen Herausforderungen stellen. Vor allem nachts kann Ihr Kind immer wieder aufwachen, nach Ihnen verlangen oder versuchen, in Ihr Bett zu gelangen. Helfen Sie Ihrem Kind, indem Sie in seinem Zimmer ein schwaches Licht brennen lassen oder die Tür zum beleuchteten Gang offen lassen.

Wenn Ihr Kind vermehrt zu Ihnen ins Elternbett kriecht und Sie das nicht möchten, begleiten Sie es immer wieder zurück in sein Bettchen und beruhigen es, wenn nötig. Die meisten Eltern fühlen sich durch ein Kind im Elternbett in ihrem wohlverdienten Schlaf gestört. Doch manche Eltern geniessen diese nächtliche Nähe zu ihrem Kind auch und wählen bewusst ein Famlienbett. Das Wichtigste ist, dass es für alle stimmt.

Newsticker

Kleinkinder träumen in Fotos: Kleinkinder träumen selten und vor allem in statischen Fotos. Erst ab dem Alter von fünf Jahren ist ihr räumliches Vorstellungsvermögen so weit entwickelt, dass sie im Schlaf bewegte Bilder sehen. Das zeigt eine Studie aus den USA, die Kinder im Alter von drei bis fünf Jahren sowie neun bis zwölf Jahren im Schlaflabor beobachtet und befragt hat. Im Unterschied zu Älteren kommen die Kinder selbst in ihren Träumen nicht vor. Am häufigsten träumen kleine Mädchen und Jungen von Tierfiguren. Angst ist in den Träumen der Drei- bis Fünfjährigen noch kein Thema. Wovor Kinder sich fürchteten, sei die Situation des Aufwachens, allein und im Dunkeln. (9.7.14)

Letzte Aktualisierung: 05.2016, VZ/JL