2. Lebensjahr

13. bis 18. Monat: Grosse Schritte

Unglaublich, was ihr Kind seit der Geburt für Fortschritte gemacht hat! Es kann jetzt sicher blitzschnell krabbeln, sich an Möbeln hochziehen und stehen und wohl auch schon etliche Schritte gehen, wenn es sich an etwas festhalten kann. Bald schon wird ihr Kleinkind – das ist es jetzt im Alter von einem Jahr – gehen können, ohne Hilfe erste wacklige Schritte machen. Das ist ein grosser Augenblick! Sie unterstützen Ihr Kind bei diesem wichtigen Prozess optimal, wenn Sie die vielen Stürze, die es nun fabriziert, mit Gelassenheit kommentieren und es sofort wieder zum Weitermachen ermutigen.

Aber nicht nur das Gehen ist jetzt, in diesem Alter, ein zentraler Punkt, denn mit der Mobilität kommt auch die Zeit, wo Ihr Kind zunehmend auf spannende Dinge aufmerksam wird und nach ihnen greift. Mit dem so genannten Pinzettengriff wird Ihr Kleines alles, was ihm in die Quere kommt greifen, packen, festhalten und fühlen.

In diesem Alter ist Ihr Kind auch in der Lage, zwei Holzklötze zu einem Türmchen aufzubauen – um es nur Sekunden später mit Hochgenuss wieder zu zerstören. Ja, seien Sie nachsichtig mit Ihrem Kind, es beginnt nun die Zeit, wo Ihr kleiner Schatz alles ausprobiert, packt, wegwirft, ausräumt, einräumt und wieder ausräumt. Darum ist es auch wichtig, dass Sie ihre Wohnung spätestens jetzt kindersicher einrichten.

Und noch etwas: Ihr Kind liebt in diesem Alter vor allem eine weitere Beschäftigung sehr: Das „Dräckele“ und „Chosle“. Seien Sie darum nicht allzu pingelig mit der Sauberkeit. Das gilt auch bei Tisch: Ihr Kind ist nun im Begriff, sich zunehmend an Ihre „Tischsitten“ anzupassen – doch das muss geübt sein. Das Essen mit dem Löffel gestaltet sich aber  kompliziert, denn dabei müssen das Besteck, die Finger, das Essen und der Mund koordiniert werden. Helfen Sie ihm dabei und halten Sie den Löffel unterstützend mit fest. Trinken ist wesentlich einfacher. Einen Kinderbecher mit zwei Henkeln kann Ihr Kind bereits gut handhaben.

Schon im Babyalter hat es ihr Kind wohl geliebt, Tiere nachzuahmen. Diese Leidenschaft ist immer noch gross und es wird viele Tiere erkennen und sie mit den entsprechenden Lauten wie „Muh, Wauwau, Miau“ und so weiter nachahmen. Aber nicht nur das gehört zur sich entwickelnden Kommunikation eines Kleinkindes: Mit einem Jahr wird es bereits die ersten Worte formulieren und täglich neue Ausdrücke aufschnappen und nachsagen. Es versteht auch schon sehr gut, was Sie sagen und kann auf klare Fragen klare Antworten geben. Begriffe wie drinnen, draussen, hier, dort, unten und oben versteht es in der Regel gut. Gut kann es auch kundtun, was es fühlt: Ob Eifersucht, Zuneigung, Übermut, Ihr Kind ist zunehmend in der Lage, seine Gefühle klipp und klar auszudrücken. Zudem liebt es den Rhythmus von Musik, mag, wenn Sie es wippen und mit ihm kleine Reime und Tanzspiele machen. Tja, und dann kann Ihr Kind in diesem Alter auch schon sehr gut „Dummheiten“ anstellen, um Grenzen auszuloten.


Wissen

Erste Schritte und Intelligenz


Newsticker

Ordnungssinn entwickelt sich langsam: Etwa ab dem zweiten Lebensjahr können Kinder langsam lernen, auf ihre Sachen zu achten. Bestimmte Dinge sollten immer an denselben Platz zurückgelegt werden, nach dem Spiel muss aufgeräumt werden. Eltern sollten nicht die Wohnung nach verlegtem Spielzeug absuchen. Viel sinnvoller ist es nach Ansicht von Experten, Kinder selbst suchen oder wenigstens bei der Suche mithelfen zu lassen. Allerdings ist es normal, dass sich Kinder leicht ablenken lassen und Ordnung für sie nebensächlich ist. (swissmom-Newsticker 28.10.2012)

19. bis 24. Monat: Das Durchsetzungsvermögen wächst

In den letzten sechs Monaten hat Ihr Kind wiederum grosse Fortschritte gemacht. Es kann nun im Alter von 18 Monaten schon recht sicher alleine gehen, vielleicht sogar rennen und ein paar Schritte rückwärts machen. Sicher haben Sie schon die ersten Schuhe gekauft! Auch die Treppen meistert es irgendwie – auf allen Vieren oder auf zwei Beinen, wenn es sich festhalten kann.

Wenn es auf einen Ball trifft, wird es danach treten und erstmals im Leben Fussball spielen. Seine Motorik ist so weit entwickelt, dass es Buchseiten umblättern und gut mit dem Löffel essen kann. Nach wie vor liebt es Ihr Kind, wenn es ausräumen und einräumen kann, wenn es mit Wasser, Sand und Erde spielen kann.

Weil es nun in einem Alter ist, wo es alles anfassen will, ist Ihr Kind sehr erfinderisch: bald schon wird es versuchen, eine Kiste oder einen Stuhl so zu verschieben, dass es auch höher gelegene Dinge packen kann. Klettern ist überhaupt eine Lieblingsbeschäftigung.

Gut informiert

Alle Informationen zur ärztlichen Vorsorgeuntersuchung im Alter von 18 Monaten

So langsam kommt Ihr Kind auch ins Alter, wo es bemerkt, dass es Buben und Mädchen gibt, es wird seine Gegenüber darum mit grosser Neugier „studieren“. Zudem kennt es schon viele seiner Körperteile, es wird Ihnen mit Begeisterung immer wieder Ohren, Augen, Nase, Hände und Füsse zeigen, wenn Sie es danach fragen. Da es in den vergangenen Monaten schon wieder etliche Worte gelernt hat, wird es vielleicht bereits in Zweiwort-Sätzen reden. Es versteht praktisch alles was Sie sagen und sagt am liebsten zu allem und jedem „NEIN!“. Zudem ist es gerade in diesem Alter ein Meister des Nachahmens – Sie werden manchmal verblüfft zur Kenntnis nehmen, dass Ihr Kind Sie haargenau imitiert, seine Worte mit derselben Betonung ausspricht. Und was Sie arbeiten, will auch es tun, es beginnt mit Ihnen zu kochen, Sie beim Putzen zu „unterstützen“, nach dem klingelnden Telefon zu greifen, Schreibzeug zu packen und irgendwo seine Notizen hinzukritzeln. 

Es hat immer noch gerne Musik und hört sich mit wachsender Begeisterung Geschichten an. Am besten ist es, wenn Sie ihm lange Zeit immer wieder dieselben Geschichten vortragen, in diesem Alter liebt Ihr Kind Wiederholungen. Zudem mag es alle Gegenstände, mit denen es „Musik“ machen kann, Musik allerdings, die in Ihren Ohren wohl eher als Lärm empfunden wird.


Häufige Fragen

Darf ein Baby/Kleinkind mit in die Alpen?

Ab wann muss ein Kind alleine laufen können?


Newsticker

Langzeitgedächtnis entwickelt sich erst im Laufe des zweiten Lebensjahres: Erst dann ist das Gedächtnis in der Lage, ein Erlebnis mindestens vier Monate lang zu speichern. US-Wissenschaftler führten entsprechende Versuche durch. Das Ergebnis: Ein sechs Monate altes Baby kann sich nur an die letzten 24 Stunden erinnern, ein neun Monate altes Baby kann sich an Erlebnisse der letzten vier Wochen erinnern. Kinder im zweiten Lebensjahr konnten sich auch nach vier Monaten noch erinnern und eine vorgegebene Handlung nachahmen. (16.8.2012)

Letzte Aktualisierung: 05.2016, VZ/AG