Kleinkind mit einer Schürfwunde am Knie

Schürfwunden

Hingefallen, Haut aufgerissen - bei Kindern gehört das zum Alltag. Die Knie und Ellbogen sind aufgeschlagen, die Wunde häufig mit Steinchen oder Erde verunreinigt - und es tut sehr weh. Da ist zunächst einmal Beruhigung und Trost gefragt...

Ist der erste Schmerz bewältigt, sollte man sich die Blessur genauer ansehen. Grober Schmutz muss entfernt werden. Das geht am besten unter fliessendem Wasser. Um die Wunde anschliessend zu desinfizieren, gibt es heutzutage Desinfektionsmittel, die wenig oder gar nicht beissen und brennen. Danach sollte die Wunde feucht gehalten werden mit einem Hydrogel. Wund- und Heilsalben bzw. Fettsalben sind bei frischen und offenen Wunden ungeeignet. Sie verschliessen die Wunde und sorgen für einen Stau von Wundsekret. Unter der Fettschicht bildet sich eine feuchte Kammer, die zum Infektionsherd werden kann.

Anschliessend kann die Wunde mit einem Pflaster oder einer sterilen Kompresse (kein Papiertaschentuch!) abgedeckt werden. Das ist v.a. sinnvoll, wenn die Wunde z.B. vor Reibung durch Kleidung geschützt werden muss. Praktisch ist es, immer ein kleines "Erste Hilfe Set" bei sich zu tragen, das Desinfektionsmittel und ein wenig Verbandsmaterial enthält. Ein Verband ist nur so lange nötig, bis sich auf der Wunde Schorf gebildet hat. Der Schorf schützt die neu entstehende Haut; wird er abgelöst, gibt es wahrscheinlich eine bleibende Narbe.

Wann muss das Kind zum Arzt? Eigentlich nur bei grossen, tiefen, klaffenden oder stark verschmutzten Wunden bzw. Fremdkörpern in der Wunde.

Wichtig ist grundsätzlich der Tetanus-Schutz, der aber im normalen Impfprogramm enthalten ist. Im Zweifelsfall sehen Sie bitte im Impfpass nach oder fragen den Arzt.

Dasselbe gilt übrigens auch für Kratzwunden oder Risswunden.

10 Tipps zum Trösten

Newsticker

Bananenschale heilt | 09.09.2018

In den tropischen Entwicklungsländern werden Bananenschalen oder -blätter auf wunde Hautstellen gelegt, weil sie die Wundheilung fördern sollen – wie in Social Media gepriesen wird. Stimmt das? An der Universität Bremen hat man die Banane auf mögliche wundheilungsfördernde Wirkungen näher untersucht. Etwa 70 Inhaltsstoffe wurden entsprechend analysiert. Im Ergebnis zeigte sich, dass die wünschenswerte Wirkung nur bei einer speziellen Bananenart, der Musa acuminata (Zwergbanane), zu erwarten ist. In unseren Supermärkten ist die Cavendish-Banane erhältlich, die zwar auch wichtige gesundheitsfördernde Stoffe enthält. Spezielle desinfizierende, zusammenziehende oder antibakterielle Wirkungen, die möglicherweise auf einige polyphenolische, aromatische Verbindungen zurückzuführen sind und über einer Wunde eine schützende Schicht ausbilden, bietet „unsere“ Banane aber nicht.

Schürfwunden | 06.05.2018

Jetzt können Kinder endlich wieder draussen spielen. Dabei bleiben kleinere Unfälle und Wunden nicht aus. Soll Luft an die Wunde, damit sie besser heilt? Nein! Bereits seit den 1960er-Jahren ist bekannt, dass es besser ist, eine Schürfwunde nicht austrocknen zu lassen. Experten empfehlen, die Wunde zunächst mit Trinkwasser zu säubern, danach eventuell mit einem Antiseptikum zu desinfizieren. Zum Schluss sollte eine Wundauflage aufgebracht werden, die ein feuchtes Wundmilieu fördert. Dazu zählen u. a. Pflaster oder hydroaktive Gele. Denn das fördert die Heilung, Austrocknen mit anschliessender Schorfbildung behindert sie. Darüber hinaus verringert ein feuchtes Wundmilieu das Risiko für später sichtbare Narben und verhindert Schmerzen und Juckreiz beim Abheilen.

Letzte Aktualisierung : 08.2018, BH

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