Erste Hilfe bei Unfällen
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Erste Hilfe für Ihr Kind – schnell und richtig handeln!

Wundversorgung bei Quetsch-, Schnitt-, Kratz- und Schürfwunden:

Kleine Wunden: Sind oft harmlos, doch müssen sie gut gereinigt werden, damit eine schnelle Wundheilung eintreten kann. Infektionen können lebensbedrohlich werden und hinterlassen unschöne Narben.

  • Reinigung: Fremdkörper entfernen. Schmutz beseitigen, danach unter kaltem, fliessendem Trinkwasser (kein stehendes Brunnenwasser, besser Mineralwasser aus der Flasche) reinigen.
  • Desinfizieren, z.B. mit einem Spray (Merfen, Bepanthen).
  • Oberflächliche Schürfwunden offen abheilen lassen.
  • Tiefere Wunden abdecken, d.h. bis zur Abheilung mit einem wasserdichten, atmungsaktiven Pflaster schützen. Täglich wechseln, um frühzeitig Anzeichen einer Infektion zu erkennen.
  • Bissverletzungen von Hunden unter handwarmem fliessendem Wasser reinigen. Sobald die Blutung nachgelassen hat mit einer sterilen Mullkompresse abdecken. Anschliessend ärztlich untersuchen lassen.
  • Impfschutz überprüfen: Tetanus-Schutzimpfung überprüfen lassen.

Grosse Wunden: Gehören stets in ärztliche Obhut.

Beachten Sie!

Notrufnummern Schweiz

117 - Polizei
118 - Feuerwehr
144 - Rettungsdienst 
145 - Tox Info Suisse
1414 - Rega


Prellung, Verstauchung, Knochenbruch:

  • Stellen Sie die verletzte Stelle ruhig. Dies vermeidet Schmerzen und weitere Schädigungen an Nervenfasern oder Blutgefässen. Bei kleineren Knochen, wie z.B. am Unterarm, hilft ein Dreieckstuch, um den Arm in eine stabile Position zu bringen.
  • Ein offener Bruch sollte unbedingt steril abgedeckt und unverzüglich ärztlich versorgt werden.
  • Bei einem Verdacht auf Verletzungen an Kopf, Schulter, Brustkorb, Oberarm, Wirbelsäule, Becken oder Oberschenkel sollten Sie unverzüglich den Rettungsdienst 144 alarmieren.
  • Verrenkungen sollten wie ein Knochenbruch behandelt werden. Stellen Sie den Körperteil ruhig und lassen Sie diesen nur durch einen Arzt wieder einrenken.
  • Eine Kühlung der betroffenen Stellen tut gut, Blutergüsse werden gehemmt und Schwellungen gehen schneller wieder zurück.
  • Weitere Infos zu Knochenbruch und Verstauchung.
  • Infos zur Gehirnerschütterung

Ertrinken:

  • Sofort die zuständige Aufsichtsperson alarmieren. Im Schwimmbad ist das der Bademeister und am Meer die Strandwache. Notruf!
  • Ist das Kind bewusstlos, aber die Atmung ist in Ordnung, bringen Sie es in eine stabile Seitenlage (Baby: Bauchlage). Versuchen Sie nicht, das Kind an den Füssen zu fassen und mit dem Kopf nach unten zu schütteln, damit das Wasser herausläuft. Das ist nicht nur nutzlos, sondern sogar gefährlich.
  • Die nasse Kleidung ausziehen und das Kind in warme Decken wickeln (langsam aufwärmen!).
  • Ist das Kind bewusstlos und atmet nicht mehr, sofort mit der Wiederbelebung beginnen.
  • Weitere Informationen zur Sicherheit im Wasser.
Samariter

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Verbrennung: 

  • Betroffenes Hautareal von Kleidung befreien, denn Stoff speichert Hitze. Bei sehr schweren Verbrennungen und wenn die Kleider verschmolzen sind und kleben, soll darauf verzichtet werden, um den Schaden nicht zu vergrössern. 
  • Unter fliessendes Trinkwasser halten und während mindestens 10 Minuten kühlen. 15 - 20 °C Temperatur ist ideal; Eiswasser führt zu zusätzlicher Hautschädigung.
  • Brandblasen nicht öffnen. Sie sind ein natürlicher Infektionsschutz.
  • Keine fetthaltigen Salben oder „Hausmittel“ wie Mehl etc. anwenden. 
  • Je nach Schweregrad der Verbrennung den Arzt oder den Rettungsdienst, Tel. 144, alarmieren. Schwere Verbrennungen, die mehr als 5 % der Körperoberfläche betreffen, sind lebensgefährlich. Sie müssen, wie auchVerbrennungen im Gesicht, über Gelenken sowie im Intimbereich, möglichst rasch in einer Spezialklinik behandelt werden. 
  • Weitere Infos zu Verbrennungen.
  • Infos zu Sonnenbrand und Sonnenstich und Hitzschlag

Stromschlag:

  • Unterbrechen Sie den Stromkreis, in dem Sie den Stecker ziehen oder die Hauptsicherung herausnehmen.
  • Gelingt dies nicht unmittelbar, versuchen Sie das Kind mit einem nichtleitenden Gegenstand aus Holz, Gummi, Glas oder z.B. mit einem Ledergürtel an den Beinen von der Stromquelle wegziehen. Möglich ist es auch, mit einem Besenstiel oder einem Stuhlbein (aus nichtleitendem Material) ein Kabel wegzuschlagen. Ist die Umgebung feucht (z.B. im Badezimmer), ist es wichtig, dass der Helfende keine Gegenstände berührt und isoliert steht.
  • Je länger die Stromspannung einwirkt, desto grösser wird die Verletzung sein. Stromwunden sehen wie kleine Brandwunden aus, können im Innern des Körpers jedoch schwere Schädigungen hervorrufen. Ist das Herz betroffen, können lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen auch noch Stunden später auftreten. Innere Verbrennungen sind möglich, deshalb muss immer ein Notarzt gerufen werden.

Weitere Informationen zu Elektrounfällen

Insektenstiche:

  • Mückenstich: Gegen den Juckreiz hilft ein kühlender Umschlag oder ein spezielles Gel. Aufkratzen sollte vermieden werden, weil sich dann Bakterien ansiedeln und eine Infektion entsteht. Bei frischen Mückenstichen einfach ein kleines Stück Heftpflaster (z.B. Leukoplast) aufkleben - so wird der Juckreiz schnell gestillt und eine Entzündung verhindert.
  • Bienenstich: Mit einer Bankkarte den Stachel entfernen (die Haut entlang streichen, gegen den Stichrichtung), möglichst ohne die Giftblase auszudrücken, dann kühlen. 
  • Wespenstich: Kühlen Sie die Einstichstelle sofort mit einem Eiswürfel, Kühlkissen oder am besten nur mit kaltem Wasser, um ERfrierungen zu vermeiden. Ein Hausmittel: Reiben Sie eine angeschnittene Zwiebel eine Weile über die Einstichstelle.
  • Nach einem Stich im Kopf- und Halsbereich bzw. im Mundraum kann die Schwellung der Lippen und/oder der Zunge schlimmstenfalls zur lebensbedrohlichen Behinderung der Atmung führen. Rettungsdienst, Tel. 144,  verständigen!
  • Ist die Haut ist mit Quaddeln oder Flecken übersät und zeigt das Kind eine Schockreaktion mit Fieber, Blutdruckabfall, Übelkeit, Schwindel und Atemnot, muss sofort ein Notarzt, Tel. 144, gerufen werden.
  • Entwickelt sich Stunden oder Tage nach dem Stich ein roter Strich von der Einstichstelle her, kann dies auf eine Entzündung oder Blutvergiftung hinweisen. Dann sollte ebenfalls zum Arzt gegangen werden.
  • Mehr Infos über Insektenstiche und Insektenallergie

Vergiftung: 

Verätzung:

  • Während 10 Minuten, bei Augenverätzungen 15 Minuten unter kaltem fliessendem Trinkwasser ab- und ausspülen. 

Verschlucken:

  • Bei bleibendem Husten (auch wenn ein Gegenstand abgehustet wurde) unbedingt den Arzt aufsuchen! Im Notfall muss ein Kind dann in Vollnarkose untersucht und der Gegenstand entfernt werden. 
  • Auf keinen Fall sollten Sie versuchen, mit dem Finger einen noch sichtbaren Fremdkörper aus dem Mund zu entfernen. Auf diese Weise schieben Sie ihn nur noch weiter hinein.
  • Mehr Infos zum Verschlucken.

Blutung:

Äussere Blutung:

  • Handschuhe zum Eigenschutz tragen, Kontakt mit Körperflüssigkeiten vermeiden. 
  • Patient flach lagern, bei starker Blutung Fingerdruck (oder Stoffkompresse aus zusammengerollter Kleidung) auf Schlagader. 
  • Wunde reinigen, Druckverband anlegen, evtl. zweiten darüber, Hochlagern und Ruhigstellen des verletzten Körperteils. Im schlimmsten Fall Finger- oder Faustdruck direkt in die Wunde.

Nasenbluten:

  • Im Sitzen mit den Fingern die Nasenflügel für einige Minuten zusammendrücken. 
  • Dabei das Gesicht nach unten halten, damit das Blut nicht nach hinten in den Rachen und durch die Speiseröhre in den Magen laufen kann. Das vermeidet Übelkeit und Erbrechen. 
  • Ein kaltes Tuch oder ein Cool-Pack im Nacken (in ein Tuch gewickelt) bringt die Blutung schnell zum Stillstand. Falls nach 10 bis 15 Minuten nicht der Fall, muss das Kind umgehend zum Arzt gebracht werden. Leidet es häufig unter Nasenbluten, muss die Ursache abgeklärt werden.
  • Mehr Infos zu Nasenbluten bei Kindern

Innere Blutung:

  • Immer sehr gefährlich in der Bauch-, Brust- und Schädelhöhle und im Oberschenkel. Meist nur erkennbar an Kreislaufschockzustand. 
  • Patienten schnellstmöglich durch die Sanität ins Spital transportieren lassen.

Informationen geprüft durch den Schweizerischen Samariterbund www.samariter.ch

Linksammlung "Kindermedizin"


Wissen

Speichel für die Erste Hilfe?


Newsticker

Smartphone-Mami | 29.10.2017

Zwischen 2008 und 2015 hat sich die Zahl der Spielplatzunfälle bei unter Fünfjährigen in Österreich verdreifacht. Eine daraufhin durchgeführte Untersuchung hat jetzt belegt, dass in knapp der Hälfte der Fälle der Grund die Ablenkung durch das Smartphone war. Ist die Aufsichtsperson zu sehr abgelenkt, kann sie sich nur unzureichend auf das Kind konzentrieren, das Unfallrisiko steigt. Wie beim Autofahren gilt auch auf Spielplätzen: "Schon wenige Sekunden der Unachtsamkeit reichen aus, um einen drohenden Sturz von der Schaukel oder das Einklemmen von Fingern auf der Wippe nicht rechtzeitig erkennen zu können", sagt Othmar Thann, Direktor des österreichischen Kuratoriums für Verkehrssicherheit.

Newsticker

Pflasterentfernung ohne Weh: US-Forscher haben ein Pflaster entwickelt, das gut auf der Haut klebt, sich aber dennoch leicht entfernen lässt. Das ist vor allem bei Neugeborenen im Spital wichtig, wo bei der Entfernung eines herkömmlichen Pflasters die obere Hautschicht leicht verletzt wird. Das neue Pflaster besteht aus drei Schichten. Beim Entfernen des Pflasters löst sich die mittlere Silikonschicht, die Klebemasse bleibt auf der Haut. Sie kann später durch sanftes Reiben leicht von der Haut entfernt werden. (Newsticker, 10.11.2012)

Erste Hilfe bei Kindern

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Damit Sie im Notfall rasch und richtig reagieren können  - das Info-Büchlein der Schweizerischen Samariter.

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Letzte Aktualisierung : 04-05-16, BH

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