freches Kind streckt Zunge raus
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Tipps und Regeln für den Umgang mit Fluchwörtern

Seien Sie ein gutes Vorbild!


GANZ WICHTIG: Ihr Kind ahmt die Umgangssprache in Ihrer Familie nach. Achten Sie also vermehrt darauf, was Sie selber sagen und welche Ausdrücke Sie gebrauchen. Wenn Sie selber im Auto immer fluchen, weil der “Idiot da vorne nicht Auto fahren kann“, dann dürfen Sie nicht erwarten, dass Ihr Kind Ihnen das nicht nachmacht. Stehen Sie zu Ihrem Fehler, wenn trotzdem mal was rausrutscht.

Verbieten Sie nicht grundsätzlich jedes Fluchwort!


Lassen Sie dem Kind einen gewissen Spielraum und verbieten Sie nicht grundsätzlich und vom erstmaligen Gebrauch an jedes wüste Wort, sondern versuchen Sie, Ihrem Kind den richtigen Umgang damit näher zu bringen.

Berücksichtigen Sie das Alter des Kindes!


Im Alter bis zu drei Jahren plappern Kinder gerne alles nach und freuen sich darüber, wenn sie damit eine Reaktion erzeugen können. Sie tun dies nicht aus bösem Willen oder um jemanden damit absichtlich zu verletzten. Es ist deshalb noch wenig sinnvoll, dem Kind zu erklären, weshalb es diese Wörter nicht gebrauchen darf. Es wäre auch rein von der kognitiven Entwicklung her noch nicht in der Lage, dies zu verstehen. Ab 3 Jahren jedoch versteht ein Kind den Unterschied zwischen gut und böse, richtig oder falsch. Nun macht es Sinn, dem Kind die Bedeutung des Wortes zu erklären und ihm verständlich zu machen, weshalb es dieses Wort nicht verwenden soll.

Schenken Sie harmlosen Fluchworten keine Aufmerksamkeit!

Verziehen Sie keine Miene, wenn Ihr kleines Kind etwas Unanständiges sagt. Werden Sie nicht ärgerlich und ignorieren Sie es einfach. Wenn es für seine Wortwahl keine Reaktion und keine zusätzliche Aufmerksamkeit erhält, verliert es schnell das Interesse daran.

Benennen Sie die Gefühlslage des Kindes!


Statt dem frustrierten oder wütenden Kind die Schimpfworte zu verbieten, mit dem es seinen Ärger loswerden möchte, benennen Sie das Gefühl des Kindes. Sagen Sie ihm: „Du bist wütend, das verstehe ich". Das hilft dem Kind, die vielen diffusen Gefühle einzuordnen und ihnen Namen zu geben.

Setzen Sie klare Grenzen
!

Viele Kraftausdrücke darf man getrost ignorieren. Doch sagen Sie klar und unmissverständlich, welche Wörter absolut nicht tolerierbar sind. Wenn damit Menschen beleidigt werden oder Ausdrücke aus der untersten Schublade der Vulgärsprache gebraucht werden, ist dies nicht akzeptabel. Bleiben Sie aber ruhig und erklären Sie Ihrem Kind, dass es damit Menschen beleidigen oder vor den Kopf stossen kann.

Erklären Sie die Bedeutung von Schimpfworten!


Versuchen Sie, Ihrem Kind gewisse Wörter altersgerecht zu erklären, sofern dies überhaupt schon möglich ist. Oder erklären Sie dem Kind, welche Gefühle es mit diesem Ausdruck bei anderen Menschen auslösen kann.

Lassen Sie Konsequenzen folgen!


Falls ihr Kind wiederholt und bewusst gewisse Schimpfworte einsetzt, sollte das für das Kind nachvollziehbare und logische Konsequenzen haben. Werden Sie nicht böse, sondern bleiben Sie gelassen. Sagen Sie dem Kind ruhig, dass Sie so nicht mit ihm reden und schicken Sie es aus der Küche. Oder verlassen Sie den Spielplatz, wenn es andere Kinder beleidigt. Sagen Sie ihm aber klar, warum Sie das machen. 

Belohnen Sie keine Beschimpfungen!


Wenn Ihr Kind wütend wird, weil es seinen Willen nicht durchsetzen kann, und Sie deshalb beschimpft, sollten Sie auf keinen Fall nachgeben. Belohnen Sie es auch nicht mit einem Lächeln, weil die wüsten Wörter aus dem Kindermund irgendwie lustig klingen.
Bleiben Sie gelassen! Lassen Sie sich nicht von den Schimpfwörtern Ihres Kindes provozieren. Bleiben Sie ruhig und nehmen Sie es nicht persönlich. Vermeiden Sie auf jeden Fall, den Spiess umzudrehen und Ihrerseits das Kind zu beschimpfen.

Erfinden Sie lustige Alternativen!


Gewisse Wörter können bedenkenlos ignoriert werden. Andere können oder möchten Sie nicht akzeptieren. Eine Alternative zu diesen „verbotenen“ Ausdrücken sind Phantasieworte, welche anstatt dieser gebraucht werden dürfen. Oder lassen Sie jedes Familienmitglied ein Fluchwort, welches es nicht mehr sagen möchte, in einen Papiersack rufen, blasen Sie ihn auf und lassen Sie ihn mit einem Knall platzen. Falls das Wort den Eltern oder den Kindern dennoch herausrutscht, muss derjenige eine lustige Bestrafung über sich ergehen lassen. Die Person (ob Kind oder Eltern) muss sich z. B. auf den Boden setzen und ein Lied singen.

Letzte Aktualisierung : 03-07-16, JL

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