Baby beim Stillen eingeschlafen

Verhütung - auch in der Stillzeit

Die wenigsten Paare wünschen sich gleich nach der Geburt eines Babys sofort noch ein Kind. Einmal abgesehen von den körperlichen Strapazen, die Schwangerschaft, Geburt und Stillzeit bedeuten, bringt so ein kleines neues Familienmitglied doch eine Menge „Turbulenzen“ mit sich, die man erst einmal bewältigen muss.

Es ist ein altes Vorurteil, dass das Stillen den Eisprung unterdrückt und die Verhütung deshalb in den ersten Wochen und Monaten automatisch gewährleistet ist. Richtig ist: Das Hormon Prolaktin, das für die Milchbildung verantwortlich ist, wirkt auf die Funktion der Eierstöcke und unterdrückt die Reifung von Eizellen. Stillende Frauen haben deshalb erst etwa vier bis acht Monate nach der Geburt des Kindes wieder eine Monatsblutung. Wann es wieder zu einem Eisprung und damit zur Möglichkeit einer Befruchtung kommt, lässt sich aber nicht eindeutig vorhersagen. Um über das Stillen den Eisprung wirklich sicher zu unterdrücken, muss die Frau ihr Kind regelmässig alle vier Stunden anlegen, auch in der Nacht. Schon eine einzige längere Stillpause kann den Prolaktin-Spiegel wieder absinken lassen und die Eierstöcke aktivieren.

Welche Art der Verhütung ist jetzt geeignet?

  • Kondome: Das Stillen und das Verarbeiten der Geburt belasten den weiblichen Körper schon genug. Deshalb sind die meisten Frauen froh, wenn ihr Partner die Verhütung übernimmt. Kondome sind - richtig angewandt - eine sichere Methode.
  • Diaphragma: Die Gummikappe umschliesst den Muttermund. Sie wird an der Innenseite mit samenabtötender Creme bestrichen. So bietet das Diaphragma einen mechanischen und chemischen Schutz. Aber bitte beachten: Das Gummikäppchen, das vor der Geburt gut passte, ist jetzt wahrscheinlich zu klein! Deshalb sollte die Frau sich ein neues Diaphragma anmessen lassen.
  • Weitere Barrieremethoden: Das Frauenkondom (Femidom), die Portiokappe und chemische Methoden.
  • Mini-Pille: Die Hormone dieser speziellen Pille, die den Schleim am Muttermund verändert, aber nicht den Eisprung hormonell unterdrückt, gehen nicht in die Muttermilch über. Deshalb darf sie im Gegensatz zur klassischen Pille genommen werden. Aber: Unbedingt pünktlich einnehmen, sonst schützt die Minipille nicht zuverlässig.
  • Spirale: Auch sie kann von stillenden Müttern ohne Risiko für das Baby angewendet werden. Jedoch dauert es etwa zwölf Wochen, bis die Gebärmutter wieder ihre ursprüngliche Grösse hat und der Arzt die Spirale einsetzen kann.

Ausführliche Informationen zum Thema "Verhütung nach der Geburt"


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Mein Sohn ist jetzt einen Monat alt. Wir möchten bald ein zweites Kind, da ich schon über 40 bin. Wie lange sollte man warten?

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Letzte Aktualisierung : 09.2018, BH

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