Erschöpfung

Erschöpfung nach einer echten Höchstleistung

Jede Geburt bedeutet für den Körper und die Psyche der Frau eine enorme Anpassungsleistung. Viele Frauen erleben die Geburt als Grenzerfahrung, die sowohl auf körperlicher, wie auch auf emotionaler Ebene erst einmal verarbeitet werden muss. Das ist wichtig, sonst wird aus der körperlichen Erschöpfung schnell eine seelische Talfahrt. Lesen Sie über die ersten Symptome einer Wochenbettdepression.

Vor allem das mit der Kinderbetreuung einhergehende Schlafdefizit kann zu ungewohnten Stimmungslagen und Erschöpfungen führen. Das Stillen manchmal bis zu alle zwei Stunden, und das zu jeder Tages- und Nachtzeit, verlangt den Eltern sehr viel ab. Hinzu kommt, dass sich der Schlaf – und Wachrhythmus des Neugeborenen während den ersten Tagen und Nächten erst einpendeln muss.

In manchen Krankenhäusern wird Ihr Kind auf Ihren Wunsch hin vorübergehend aus dem Zimmer genommen und betreut, damit Sie etwas zur Ruhe kommen. Wenn Sie noch einige Tage im Spital bleiben möchten, sollten Sie die Zeit dort bewusst zur Erholung nutzen. Manche Frauen finden Krankenhäuser jedoch wenig gemütlich, fühlen sich gestört und ziehen ihr vertrautes Zuhause vor. Sind Mutter und Kind gesund, steht dem Austritt nichts im Wege. Falls Sie aber schon kurz nach der Geburt heimgehen, sollten Sie Ihren Partner (oder einen anderen lieben Menschen) in den ersten Tagen so viel wie möglich im Haushalt erledigen lassen und natürlich auch in die Säuglingsbetreuung mit einbeziehen. Das verschafft Ihnen eine gelegentliche Atempause, die Sie zwischen dem Stillen für ein kurzes Nickerchen nutzen sollten. Sie werden sehen, dass die Milchproduktion dann viel besser in Gang kommt. Denken Sie auch daran, früh genug eine Hebamme zu organisieren, die Sie bei der Betreuung zu Hause begleiten und unterstützen kann.

Zu Besuch kurz nach der Geburt ist ebenfalls sehr anstrengend. Niemand wird Ihnen böse sein, wenn Sie erst einmal selbst zur Ruhe kommen wollen. Begrenzen Sie also die Anzahl Ihrer Besucher bzw. die Zeit, die Sie mit ihnen verbringen.

Betreuung und Hilfe im Wochenbett

Hauspflege

Newsticker

Vergessliche Mütter | 12.09.2017

Viele Schwangere klagen darüber, vergesslicher und verwirrter zu sein. Doch gibt es „Schwangerschaftsdemenz“ wirklich? Das wurde jetzt in einer aktuellen Studie in den USA an 77 Schwangeren und 24 Wöchnerinnen untersucht. Die Wissenschaftler überprüften Lesefähigkeit, Arbeits- und Langzeitgedächtnis, Denkgeschwindigkeit sowie die Fähigkeit, Schlussfolgerungen zu ziehen. Das Ergebnis: Die kognitiven Fähigkeiten nehmen im Verlauf der Schwangerschaft nicht ab. Erst in den ersten Wochen nach der Geburt fällt vielen Frauen das Denken schwerer. Und auch beim Test zum schlussfolgernden Denken schnitten viele Wöchnerinnen gegenüber den Schwangeren schlechter ab. Die Forscher vermuten, dass dies eine Folge der Erschöpfung nach der Geburt und durch Schlafmangel ist. Auch Stimmungsschwankungen und fehlende soziale Unterstützung könnten eine Rolle spielen.

Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH / swissmom-Hebammenteam