Ich bin fünf Tage über dem Termin und nichts tut sich. Mein Frauenarzt hat jetzt von einer Muttermunddehnung gesprochen. Ist das schmerzhaft?

Die Muttermunddehnung (auch Eipollösung oder Zervix-Stripping genannt) gehört wie die künstliche Eröffnung der Fruchtblase (Amniotomie) zu den mechanischen Methoden der Wehenanregung. Erfolgversprechend ist sie allerdings nur, wenn die Gebärmutter wehenbereit ist. Deshalb wird diese Form der Geburtseinleitung nicht vor der 40. SSW ausgeführt, und auch dann nur, wenn der Muttermund bereits leicht geöffnet ist.

Der Geburtshelfer oder die Hebamme geht dabei mit einem Finger in den Muttermund hinein. Mit einer drehenden Bewegung wird der innere Muttermund massiert. Dabei werden Hormone (Prostaglandine) ausgeschüttet, die eine Reifung des Muttermundes bewirken und so zu Wehen führen können. Neuere Studien haben gezeigt, dass Frauen, die ab dem Geburtstermin eine oder mehrere Eipollösungen erhielten, weniger oft mit Medikamenten eingeleitet wurden und es weniger oft zu einer Übertragung kam, als wenn die Intervention nicht angewendet wurde. Die Eipollösung kann allerdings schmerzhaft sein und leichte, aber unbedenkliche Blutungen auslösen.

Aufgrund der möglichen positiven Wirkungen und der vergleichsweise harmlosen Nebenwirkungen sollte die Muttermunddehnung bereits vor einer Einleitung mit Medikamenten durchgeführt werden. Sprechen Sie mit Ihrer Fachperson darüber.

Lesen Sie hier, welche Alternativen zur Geburtseinleitung mit Medikamenten es gibt...

Letzte Aktualisierung: 08.2016, BH / Hebammenteam