Kennenlernen nach der Geburt
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Die ambulante Geburt im Spital

Unter ärztlicher Aufsicht sicher entbinden und nach einigen Stunden mit dem Neugeborenen in die häusliche Ruhe zurückkehren – das ist möglich bei einer ambulanten Geburt. Was ist dabei zu beachten?

Auch in der Schweiz bringen die meisten Frauen ihr Kind in der Gebärabteilung eines Spitals zur Welt, vor allem weil sie sich in ärztlicher Obhut sicher und gut aufgehoben fühlen. Bei unvorhergesehenen Komplikationen – egal ob bei Mutter oder Neugeborenem – ist sowohl die Erfahrung von Ärzten und Hebammen als auch die Technik vorhanden und es kann rasch eingegriffen werden. Das wiegt in der Regel schwerer als der Wunsch nach einer entspannten familiären Atmosphäre, wie sie bei einer Hausgeburt bzw. Geburt im Gebärhaus erwartet wird.

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Was gehört in die Kliniktasche bei einer ambulanten Geburt?

Die Wochenbett-Checkliste nach einer ambulanten Geburt


Aber es gibt auch einen Kompromiss: Bei einer ambulanten Geburt geht man in ein Spital, bekommt das Baby mit Hilfe von Ärzten und Hebammen, wechselt aber anschliessend nicht auf die Wöchnerinnen-Station. Stattdessen geht es etwa sechs Stunden nach der Entbindung nach Hause, nach einer ersten Kennenlernphase mit dem Neugeborenen und seiner gründlichen Erstuntersuchung. Die ambulante Geburt in einem Geburtshaus sieht ähnlich aus, bietet aber natürlich nicht den höchsten Grad an technischer Ausrüstung für einen Notfall.

Meist entscheiden sich Eltern oder Frauen, die bereits eines oder mehrere Kinder geboren haben, für eine ambulante Geburt. Sie haben alles schon einmal erlebt und wissen, was sie sich und ihrem Körper zumuten können – und wie unruhig die ersten Wochenbett-Tage in einem Krankenhaus sein können.

Für eine ambulante Geburt braucht es keinen speziellen Gebärsaal, alles läuft wie bei einer normalen Entbindung ab. Man muss sich deshalb nicht zwangsläufig vorher anmelden - aber es schadet nicht, wenn man die Geburtshelfer informiert. Schliesslich kann man seine Pläne auch jederzeit ändern, wenn die Geburt anstrengend war und man sich doch nicht so belastbar fühlt und lieber noch ausruhen will. Gerade erfahrene Mütter, die eigentlich eine ambulante Geburt anstrebten, bleiben dann gerne im Spital, um sich fern von älteren Geschwisterkindern und Alltagsverpflichtungen ein paar Tage Ruhe mit dem neuen Familienzuwachs zu gönnen.

Grundsätzlich müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein, damit eine ambulante Geburt möglich ist. Die Schwangerschaft sollte bisher komplikationslos verlaufen sein und auf eine problemlose Geburt hindeuten. Mutter und Kind müssen nach der Geburt gesund sein. Eine Präeklampsie, ein Schwangerschaftsdiabetes, aber auch ein Kaiserschnitt, eine Frühgeburt oder eine Mehrlingsgeburt sprechen beispielsweise gegen einen frühen Abschied aus der ärztlichen Überwachung.

Um sicherzustellen, dass Mutter und Baby zu Hause gut zurechtkommen und allfällige Probleme rechtzeitig erkannt werden, nutzen Ärzte und Hebammen die Zeit nach der Geburt für wichtige Untersuchungen. Bei der gerade entbundenen Mutter werden regelmässig Körpertemperatur, Blutdruck und Herzschlag kontrolliert, ausserdem die Rückbildung der Gebärmutter und die Stärke der Nachblutung. Sie sollte bereits einmal Wasser gelassen haben und beim Aufstehen keinen Schwindel verspüren. Wie funktioniert das erste Anlegen - geht das Baby an die Brust, trinkt es bereits? Macht es einen aufgeweckten Eindruck oder ist es eher müde und schlapp? Wenn wirklich alles problemlos aussieht, dürfen Mutter und Neugeborenes das Spital verlassen. WICHTIG: Für den Transport des neuen Erdenbürgers im Auto braucht es einen Sicherheitssitz!

Wenn Sie eine ambulante Geburt planen, sollten Sie schon in der Schwangerschaft gut informiert und vor allem vorbereitet sein. Was sonst in den ersten Tagen nach der Geburt im Spital stattfindet, muss nun daheim von Ihnen erledigt werden – oder vorher so organisiert sein, dass es jemand für Sie erledigen kann. Eine Hebamme, die schon am ersten Tag vorbeikommt, gibt Rat bei vielen Fragen, hilft bei kleinen Problemen, kontrolliert die Gebärmutterrückbildung und versorgt die Nabelwunde. Ein Termin mit dem Kinderarzt (optimal wäre ein Hausbesuch) für die fällige Kontrolluntersuchung in der 1. Lebenswoche, das Neugeborenenscreening und das Hörscreening muss vereinbart werden.

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Letzte Aktualisierung : 27-09-19, BH

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