Empfängnisverhütung

Empfängnisverhütung

Wenn eine männliche Samenzelle auf eine weibliche Eizelle trifft, entsteht mit hoher Wahrscheinlichkeit eine Schwangerschaft. 85 von 100 Frauen werden nämlich beim ungeschützten Geschlechtsverkehr innerhalb eines Jahres schwanger. Wenn dies nicht so gewollt ist, gibt es verschiedene Möglichkeiten, es zu verhindern.

Die verschiedenen Verhütungsmethoden

Zum einen kann mit hormonellen Mitteln bereits der Eisprung verhindert werden. So wird wird sich gar nicht erst eine befruchtbare Eizelle im Eileiter befinden.

Eine andere Variante ist, durch ein Hindernis zu vermeiden, dass Spermien und Eizelle aufeinandertreffen. Dies geschieht mit sogenannten Barrieremethoden wie zum Beispiel dem Kondom oder einem Diaphragma. Auch chemische Mittel wie Scheidenzäpfchen gehören zu den Barriermethoden, auch wenn sie kein mechanisches Hinderniss darstellen. Vielmehr zerstören sie die Spermien und verhindern so ihr Eindringen in die Gebärmutter.

Als dritte Möglichkeit kann mit einer Kupferspirale die Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutter verhindert werden.

Interessant

Sexualität in der Schweiz

Resultat einer Studie zum sexuellen Verhalten junger Erwachsener in der Schweiz.

 


Hormonelle Verhütungmittel

Der weibliche Zyklus und die Fruchtbarkeit einer Frau werden durch Hormone reguliert. Diese Botenstoffe aus dem Gehirn und aus den Eierstöcken sorgen dafür, dass in den Eierstöcken eine Eizelle heranreift, welche in der Mitte des Zyklus als Folge des Eisprungs in einen Eileiter gelangt. Die Hormone sind auch dafür verantwortlich, dass sich eine Eizelle, sollte sie denn befruchtet worden sein, in der Gebärmutter einnisten kann.

Mit der hormonellen Verhütung können je nach Zusammensetzung der Substanzen verschiedene Effekte erzielt werden:

  • Die Eireifung und der Eisprung werden unterdrückt.
  • Die Gebärmutterscheimhaut wird nicht so aufgebaut, dass sich eine befruchtete Eizelle darin einnisten könnte.
  • Der Schleim im Gebärmutterhals wird so zäh, dass Spermien kaum in die Gebärmutter eindringen können.

Häufige Fragen zum Thema

  • Den wichtigsten Einfluss haben die weiblichen Geschlechtshormone auf den Zyklus und damit auch auf die Menstruation. Übergeordnete Hormone regulieren die Ausschüttung der weiblichen Geschlechtshormone – ein kompliziertes Zusammenspiel.
  • Stress beeinflusst die Hormonausschüttung und so auch die Länge...
vollständige Antwort lesen

Während der Blutung findet kein Eisprung statt. Insofern  ist es sehr unwahrscheinlich, während der Mens schwanger zu werden.

Es ist aber nicht unmöglich. Bei sehr kurzem oder sehr unregelmässigem Zyklus, bei Stress oder Hormonstörungen kann der Eisprung nicht in der Zyklusmitte, sondern manchmal...

vollständige Antwort lesen

Nein, die hormonellen Empfängnisverhütungsmittel führen nicht zu dauerhafter Unfruchtbarkeit.

Patientinnen mit unregelmässigem Monatszyklus profitieren in jungen Jahren sogar durch eine Einnahme der sogenannten Anti-Baby-Pille, da durch sie eine Normalisierung der Zyklusstörungen stattfindet und...

vollständige Antwort lesen

Barrieremethoden

Mit der Barrieremethode werden die Spermien aktiv daran gehindert, in die Gebärmutter zu gelangen und dort eventuell auf eine reife Eizelle zu treffen. 

Dies geschieht einerseits durch ein mechanisches Hindernis, wie zum Beispiel ein Kondom oder ein Diaphragma. Aber auch die chemischen Verhütungsmethoden können als Barrieremethoden bezeichnet werden, auch wenn Ihr Mechanismus ein anderer ist.

Chemische Verhütungsmethoden

Damit sind Medikamente gemeint, die durch Ihre Wirkung Spermien abtöten oder ihre Beweglichkeit behindern. Damit wird verhindert, dass sie durch den Muttermund in die Gebärmutter eindringen können.

Verhütung mit natürlichen Mitteln

Viele Frauen möchten sich nicht mit Hormonen vor einer ungewollten Schwangerschaft schützen. Kondome werden von vielen Paaren als unangenehm empfunden und sind darum auch keine dauerhafte Lösung. Als Alternative bieten sich die natürlichen Verhütungsmethoden an, auch wenn sie in puncto Sicherheit deutlich weniger zuverlässig sind.

Wenn die Familienplanung definitiv abgeschlossen ist

Sind Sie sich als Paar ganz sicher, dass sie kein weiteres Kind möchten? Dann ist eine operative Sterilisation eine endgültige Lösung. Dabei werden die Eileiter der Frau oder die Samenleiter beim Mann verschlossen beziehungsweise durchtrennt. Eizelle und Spermien können also nicht mehr aufeinandertreffen.

Häufige Frage zum Thema

Viele Ärztinnen und Ärzte und Spitäler führen eine Sterilisation erst ab 30 Jahren durch, manche sogar erst ab 35 Jahren. Besprechen Sie mit Ihrem Frauenarzt, Ihrer Frauenärztin, wie sie es im Einzelfall handhaben. Komplikationen bei dem meist als Bauchspiegelung (Laparaskopie) durchgeführten...

vollständige Antwort lesen

Welche Verhütungsmethoden sind zuverlässig?

Die Zuverlässigkeit eines Verhütungsmittels wird nach dem sogenannten Pearl-Index gemessen: Er gibt an, wie viele von hundert sexuell aktiven Frauen trotz der Anwendung einer Verhütungsmethode innerhalb eines Jahres schwanger werden. Eine der sichersten Methoden ist die Sterilisation beim Mann mit einem Pearl-Index von <0,2 %. Ganz am Ende stehen die Kalendermethode nach Knaus-Ogino und der Coitus interruptus.

Die Verhütung nach einer Geburt

Nach einer Entbindung braucht Ihr Körper vor allem Ruhe und Erholung. Eine erneute Schwangerschaft würde ihm eine enorme Leistung abverlangen. Zudem belegen aktuelle Studien, dass ein sehr kurzes Zeitintervall zwischen zwei Geburten ein deutlich höheres Risiko für Komplikationen - für Sie und Ihr Baby - bedeutet.

Quiz und Umfrage

Letzte Aktualisierung : 04-01-21, BH

Newsticker

Anti-Baby-Pillen gratis | 04.04.2017

Auf den Philippinen sollen mehrere Millionen arme Frauen die Antibabypille und anderen Verhütungsmittel künftig gratis erhalten. Präsident Rodrigo Duterte begründete seine Politik damit, dass mit besserer Familienplanung auch die Armut besser bekämpft werden könnte. Nach einer Studie der Vereinten Na­tionen ist der Inselstaat das einzige Land in der Region, in der die Zahl der Teenager-Schwangerschaften noch steigt. Verhütungsmittel werden von der katholischen, zutiefst gläubigen Bevölkerung weitgehend abgelehnt. Nach Schätzungen könnten mindestens sechs Millionen Frauen die Hilfen in Anspruch neh­men.

Newsticker

Zyklus-App mit Folgen: Zyklus-Apps gibt es von verschiedenen Anbietern. In den Kalender trägt man persönliche Details ein, was als Zyklustagebuch praktisch ist. Allerdings berechnet die App bereits nach der ersten Eingabe auch die fruchtbaren Tage. Und das ist gefährlich. Zwar wird die Berechnung umso genauer, je mehr Zyklen einbezogen werden. Trotzdem ist eine Vorhersage für zukünftige Zyklen nur begrenzt möglich. Bei 60 % aller Frauen schwankt die Zykluslänge innerhalb eines Jahres um mehr als eine Woche. Bei Kinderwunsch kann das schlimmstenfalls enttäuschend sein, zur Verhütung aber ganz fatal in einer unerwünschten Schwangerschaft enden. Frauenärzte warnen deshalb besonders junge Frauen davor, sich auf solche Apps zu verlassen. (swissmom Newsticker, 3.11.14).

Verhütungsgel für Männer: Eine neue Verhütungsmethode für den Mann könnte bald Kondom und Pille konkurrenzieren. Dabei verschliesst ein Kunststoffgel die Samenleiter, so dass Spermien nicht mehr passieren können. Befruchtung und eine Schwangerschaft werden auf diese Weise zuverlässig verhindert. Die Wirkung tritt bereits nach wenigen Tagen ein und soll etwa ein Jahrzehnt anhalten. Danach steht einem Kinderwunsch nichts mehr im Weg, denn der Verschluss kann rückgängig gemacht werden. Eine weitere Injektion mit einem speziellen Lösungsmittel kann die Blockade entfernen. Das Vasalgel könnte deshalb im Gegensatz zur endgültigen Sterilisation (Vasektomie) auch für jüngere Männer sinnvoll sein. Sind weitere Studien erfolgreich, könnte das Mittel schon 2017 auf den Markt kommen.(swissmom Newsticker, 1.10.15)