Kinderbetreuung - das müssen Sie wissen

Kinderbetreuung

Wer nach der Geburt des Kindes wieder in den Job einsteigen möchte, sollte sich schon am Anfang der Schwangerschaft um eine gute Betreuung für den Nachwuchs kümmern.

Denn leider ist es bei den Arbeitgebern noch immer nicht selbstverständlich, Müttern und Vätern ausreichend und vor allem flexible Möglichkeiten für die Betreuung anzubieten. Und leider gibt es immer noch zu wenige Betreuungsplätze, vor allem für Babys. Da ein Baby bis 18 Monate in der Regel 1 ½ Plätze zählt, besteht hier ein besonders grosser Mangel. Deshalb ist es nicht zu früh, sich schon in den ersten Schwangerschaftswochen Adressen zu besorgen und eventuell auch schon mal Kontakt mit der Kita aufzunehmen, sich nach freien Plätzen zu erkundigen und Einrichtungen, die in Frage kommen würden, zu besichtigen. Im swissmom-Bereich "Geld, Recht, Beruf" finden Sie Tipps zur Kinderbetreuung, wenn Ihr Kind krank ist und Sie nicht zu Hause bleiben können.

GUT ZU WISSEN!

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Nicht nur Ihr Alltag, sondern auch Ihre Gewohnheiten, gemeinsam etwas zu unternehmen, Freunde zu besuchen, Sport zu treiben, ins Kino zu gehen oder sich einfach zu amüsieren werden durch Ihr Baby verändert. Irgendwann kommt der Wunsch auf, auch mal wieder unter Erwachsenen zu sein, einen Stadtbummel zu machen oder sich einfach mit Ihrem Mann ein schönes Abendessen im Restaurant zu gönnen. Das Leben zu dritt muss anders organisiert werden als vorher und auch Zeit für die Partnerschaft ist wichtig. Sie werden merken: Solche bewusst genossenen Aktivitäten bringen ganz neue Energien für das Leben mit Ihrem Baby!

Zunächst einmal sollten Sie sich orientieren, welche Möglichkeiten es überhaupt gibt.

  • Grosseltern / Verwandte: In der Schweiz werden mehr als die Hälfte der Kinder, die einen Betreuungsplatz brauchen, von Verwandten, insbesondere aber von den Grossmüttern bzw. Grosseltern betreut. Gerade auf dem Lande, wo die verschiedenen Generationen meist in der Nähe leben und Kitas und Horte Mangelware sind, greifen die Eltern oft aufs Grosi zurück. Das hat viele Vorteile, bedarf aber genauer Absprachen.
  • Kita / Krippe: Für Kinder, die noch nicht im Kindergartenalter (ab 5 Jahre) sind, gibt es Kinderkrippen bzw. Kindertagesstätten. Je nach Trägerschaft sind die Kosten einkommensabhängig. Eine Rolle spielt natürlich auch, ob das Kind halbtags oder ganztags betreut werden soll und ob schon ältere Geschwister die Krippe besuchen. Oft kommt eine Aufnahmegebühr hinzu.
  • Tagesmutter: Die Betreuung durch eine Tagesmutter ist sehr familiennah und flexibel. Der Stundentarif liegt zwischen 7 und 12 Franken, hinzu kommen Kosten für Ernährung und Pflege sowie allfällige Fahrspesen. Um eine Tagesfamilie zu finden, wenden sich die Eltern am besten an eine Tagesfamilienorganisation. 
  • Eine Nanny (Kinderfrau, Kindermädchen) betreut die Kinder einer Familie in ihrer vertrauten Umgebung. Ausbildung und Lohn variieren stark, der Stundenansatz liegt in der Regel zwischen 25 - 35 Fr. Da eine Nanny als Angestellte im Privathaushalt angesehen wird, muss ein Anstellungsvertrag ausgehandelt werden. Beispiele finden Sie unter www.hauswirtschaft.ch.
  • Au-pair: Sehr individuell ist die Möglichkeit der Betreuung durch ein Aupair-Mädchen oder -Jungen. Vorteil: Ihr Kind hat, wenn alles gut läuft, für ein bis zwei Jahre eine feste Bezugsperson. Ausserdem gewährt es Ihnen einfach mehr Freiheiten, wenn jemand mit im Haushalt wohnt. Es gibt aber auch Nachteile: Ein Au-pair zu engagieren, ist nicht gerade billig; man braucht genügend Platz für eine Person mehr, und die Privatatmosphäre ist eine andere. Wer sich für diese Möglichkeit entscheidet, sollte zunächst nach Erfahrungen im Freundes- und Bekanntenkreis fragen: Worauf muss man achten, welche Schwierigkeiten tauchen auf? Ausserdem gilt auch hier: Die Nachfrage ist gross, also rechtzeitig mit der Suche beginnen.
  • Elterninitiativen: Eine Alternative zu Betreuungsplätzen oder privat organisierter Betreuung von Tagesmutter oder Aupair sind Elterninitiativen. Die Öffnungszeiten sind hier häufig flexibler, die Altersgruppen der Kinder gemischter als in Kitas. Elterninitiativen funktionieren nur, wenn sich Mutter und/oder Vater mit viel Engagement und Eigenarbeit an der täglichen Arbeit und an Sonderprojekten beteiligen.
  • Schulergänzende Betreuung: Wenn das Kind im Kindergarten ist, ist Ganztagsbetreuung nur noch während der Schulferien gefragt. Mittagstische, Kinderhorte und Tagesschulen bieten Betreuung während der unterrichtsfreien Zeit.
  • Gegenseitige Hilfe: Eine gute (und kostenlose!) Idee ist es auch, sich mit anderen Eltern zusammen zu schliessen und das Babysitting auf Gegenseitigkeit zu organisieren. Sicher haben Sie in den Geburtsvorbereitungskursen oder im Spital, in der Stillgruppe oder bei der Rückbildungsgymnastik andere Mütter in derselben Situation kennen gelernt.
  • Babysitter: Stundenweise hilft ein Babysitter aus. In unseren Informationen dazu erfahren Sie, worauf man bei der Babysitter-Suche achten sollte und welche Absprachen wichtig sind. Für Babysitter müssen Sie - je nach Alter der Jugendlichen - mit Kosten von 7 - 10 Fr./Stunde rechnen, abends auch etwas mehr. Fahrtkosten werden extra vergütet.

Auf der Homepage des Schweizerischen Familienservice www.familienservice.ch finden werdende und junge Eltern viele Informationen zum Thema Vereinbarkeit von Familie und Beruf und speziell auch zum Thema familienexterne Kinderbetreuung. Nützliche Adressen finden Sie zudem in der swissmom-Linksammlung, Kategorie "Kinderbetreuung"


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Und vergessen Sie nicht: Schwarzarbeit ...: Wenn Sie z.B. regelmässig einen Babysitter beschäftigen, sind Sie verpflichtet, AHV, IV, EO und ALV zu bezahlen, allenfalls Quellensteuer zu entrichten und eine Unfallversicherung abzuschliessen. - Keine Angst: Seit dem 1.1.2008 gibt es dafür ein ganz einfaches und unbürokratisches Formular.

Newsticker

Babysitter-Zuschuss bei Nachtarbeit | 07.05.2017

In Dänemark sollen Eltern, die während der Abend- und Nachtstunden arbeiten müssen, eine staatliche Förderung für den Babysitter bekommen. Diese Massnahme ist Teil eines Programms zur Modernisierung der Kinderbetreuung. In den Genuss eines Babysitter-Zuschusses sollen Eltern kommen, die beide ausserhalb der Öffnungszeiten der Kindergärten arbeiten, wie beispielsweise Polizisten oder Krankenhauspersonal wie Ärzte oder Pflegekräfte. Die Kosten werden landesweit auf fünf Millionen dänische Kronen (ca. 600.000 CHF) geschätzt. In das Programm investiert die Regierung über vier Jahre umgerechnet insgesamt rund 70 Millionen CHF.


Wir bedanken uns herzlich bei unserer Leserin Sandra Vonlanthen für die fachliche Beratung!

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