Famile, Fussball und Fernsehen

Kinder und TV - 11 Goldene Regeln für die Fußball-WM

Am 14. Juni 2018 startet in Russland die Fussball-WM. Der sportliche Wettkampf fasziniert Kinder und Erwachsene gleichermassen. Im Kreis der ganzen Familie kann das sportliche Ereignis am Fernseher zum Familienerlebnis werden. Das stellt viele Eltern vor Herausforderungen: Wie lange und wie oft darf der Nachwuchs mitschauen – und was ist mit spät startenden Spielen?

Nächtliche Ruhepausen, die fest eingehalten werden, sind für Kinder jeden Alters wichtig. Fernsehen vor dem Zubettgehen kann sie am Einschlafen hindern, da sie noch emotional aufgewühlt sind, gerade wenn sie ein besonders spannendes Spiel gesehen haben. Bei der Entscheidung spielt eine grosse Rolle, was am nächsten Tag ansteht, etwa eine Klassenarbeit. Als Faustregel für altersgemässe Fernsehzeiten gilt:

  • Kinder bis fünf Jahre nicht länger als 30 Minuten
  • Kinder bis neun Jahre nicht länger als eine Stunde 
  • Ab zehn Jahren können die Kinder sich ein Wochenkontingent von etwa neun Stunden zunehmend selbst einteilen.
  • Ist dieses Budget verbraucht, sollten die Kinder dafür in den nächsten Tagen eine Fernsehpause einlegen. So lernen Kinder, Medien bewusst zu nutzen.
Beachten Sie!

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Wichtig ist, dass Eltern langfristig gemeinsam mit ihrem Kind planen, welche Spiele sie anschauen dürfen, die Wünsche der Kinder einbeziehen und Kompromisse suchen. So kann man vereinbaren, dass sie Spiele abends nur sehen dürfen, wenn die Lieblings-Mannschaft dabei ist.

Am besten sprechen sich Eltern mit Lehrern und anderen Eltern im Klassenverbund ab, damit auf ähnliche Weise verfahren wird. Das erleichtert dann auch die persönliche Entscheidung.

Ist die Übertragung zu spät für das Kind (spätester Spielbeginn bei dieser WM ist 20 Uhr), sind Eltern gefordert, konsequent zu bleiben und ihren Kindern zu erklären, dass Schlafmangel zu schlechter Laune und Konzentrationsschwäche führt und die Schule am nächsten Tag noch anstrengender macht. Spannende Spielszenen lassen sich am nächsten Tag auch in der Mediathek nachschauen – so sind die Kinder beim Schulhofthema Nummer 1 auf der Höhe des Geschehens.

11 Goldene Regeln für die Mediennutzung bei der Fussball WM

1. Sie sind Schiedsrichter

Vereinbaren Sie mit Ihrem Kind, welche Spiele im Fernsehen angeschaut werden und welche nicht. Sprechen Sie dabei nicht nur über Fernsehzeiten, sondern berücksichtigen Sie auch die Zeit für andere TV-Sendungen und elektronische Spiele. Denken Sie daran: Sie sind der Schiedsrichter, der die Regeln macht und durchsetzt.

2. Absprachen treffen

Wenn der Fernseher zu Hause aus bleibt, kann es verlockend sein, Freunde zu besuchen und dort weiter zu schauen. Sprechen Sie sich mit den anderen Eltern ab und klären Sie, was die Kinder sehen sollen und was nicht.

3. Fussball ist Mannschaftssport

Fussball macht gemeinsam mehr Spass. Schauen Sie sich die Spiele so oft es geht gemeinsam mit Ihrem Kind an und verabreden Sie sich zu den Spielen. Ermutigen Sie Ihr Kind, Freunde einzuladen oder besuchen Sie eine Public Viewing Veranstaltung. Machen Sie die WM zu einem gemeinsamen Familienereignis!

4. Der Sport steht im Mittelpunkt

Die Zeiten vor und nach den Spielen sind begehrte Werbezeiten. Achten Sie darauf, dass wirklich nur der Sport im Mittelpunkt steht und nicht die Werbung oder lange Nachberichte. Nach den Spielen kann der Fernseher wieder ausgeschaltet werden.

5. Gemeinsame Spielanalyse

Ein spannendes Fussballspiel kann sehr aufwühlend sein. Helfen Sie Ihren Kindern, die erlebte Spannung zu verarbeiten und sprechen Sie mit ihnen über das Erlebte. Oder nehmen Sie einen Fussball und spielen Sie mit Ihrem Kind im Freien selbst eine Runde.

6. Spielfreie Tage müssen sein

Fernsehen sollte auch während der WM nicht die einzige Freizeitbeschäftigung Ihrer Kinder sein. Sorgen Sie für spielfreie Tage. Machen Sie Vorschläge, was Ihre Kinder an diesen Tagen unternehmen können und bieten Sie auch Dinge an, die Ihre Kinder zur Ruhe kommen lassen, z.B. gemeinsames Vorlesen.

7. Die Pflicht kommt vor der Kür

Auch während der WM gibt es Pflichten, die erledigt werden müssen. Dazu gehören die Hausaufgaben als auch Zimmer aufräumen oder andere Verpflichtungen im Haushalt. Achten Sie darauf, dass diese Pflichten vor den Spielen erledigt werden. Und auch während der WM gilt natürlich: Schule geht vor!

8. Ein Herz für Fans

Haben sich Kinder mal entschieden, Fan einer Mannschaft zu sein, erleben sie Sieg oder Niederlage oft sehr viel intensiver als Erwachsene. Akzeptieren Sie die Gefühle, die Ihre Kinder in diesen Tagen durchleben. Trösten Sie sie, wenn sie bei einer Niederlage ihrer Mannschaft leiden und freuen Sie sich mit ihnen über einen Sieg. Stempeln Sie die Gefühle nicht als unwichtig ab und machen Sie sich nicht darüber lustig. Erwachsene sollten sich auch immer ihrer Vorbildfunktion bewusst sein und etwa auf die Wortwahl achten, wenn sie ihre Wut zum Ausdruck bringen.

9. Sie sind der Mannschaftskapitän

Wie der Kapitän für die Mannschaft, sind auch Sie für Ihre Kinder ein Vorbild. Kinder nehmen sehr genau wahr, wie sich Eltern verhalten und wie Sie mit dem Fernsehen umgehen. Gehen Sie daher mit gutem Beispiel voran und setzen Sie die 11 Goldenen Regeln auch in Ihrem eigenen Verhalten um.

10. Flutlichtspiel - echte Ausnahmen

Viele Spiele finden abends statt - zu Zeiten, zu denen gerade jüngere Kinder bereits ins Bett gehen sollten. Während einer WM sind Ausnahmen durchaus erlaubt. Allerdings sollten sie auch Ausnahmen bleiben und nicht alltäglich werden. Steht in der Schule am nächsten Morgen beispielsweise eine Klassenarbeit auf dem Programm, sollte bei jüngeren Schulkindern der Fernseher abends ausgeschaltet bleiben. Aber auch für Spiele am Nachmittag gilt: Kinder müssen nicht jedes Spiel sehen. Lassen Sie den Fernseher auch mal ausgeschaltet.

11. Die Nachspielzeit

Ist die WM vorbei, muss auch wieder der Alltag einkehren und das Fernsehgerät öfter ausbleiben. Gemeinsame Aktivitäten mit der Familie und vor allem Spielen im Freien sollten dann ganz oben auf dem Programm stehen.

Quelle: „SCHAU HIN! Was Dein Kind mit Medien macht.“ ist eine gemeinsame Initiative des deutschen Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, der beiden öffentlich-rechtlichen Sender Das Erste und ZDF sowie der Programmzeitschrift TV SPIELFILM. Der Medienratgeber für Familien unterstützt seit 2003 Eltern und Erziehende dabei, ihre Kinder im Umgang mit Medien zu stärken.

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Letzte Aktualisierung : 06.2018, BH