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Männer und Schlaf | 09.11.2016

Die Schlafdauer hat Einfluss auf die männliche Fruchtbarkeit, wie eine neue Studie von Forschern der Universität Boston zeigt. Am besten ist eine Schlafzeit von sieben bis acht Stunden. Wenn Männer weniger als sechs Stunden und mehr als neun Stunden Schlaf erhielten, sinkt die Wahrscheinlichkeit für die Befruchtung einer Eizelle um 42 Prozent. Das hat den Experten nach hormonelle Ursachen. Der entscheidende Faktor für die Fruchtbarkeit ist das Sexualhormon Testosteron, welches während des Schlafes freigesetzt wird. Die Verbindung zwischen Schlaf und Fruchtbarkeit bleibt auch bestehen, wenn Faktoren wie Alter, BMI, die Häufigkeit des Geschlechtsverkehrs sowie andere Faktoren miteinbezogen würden.

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Schlafwandeln wird vererbt: Schlafwandeln und Nachtangst sind bei Kindern keine Seltenheit. Die Eltern von 1940 Kindern wurden in einer Studie zu Schlafstörungen beim Nachwuchs befragt – und ob sie selbst auch als Kind darunter litten. Über die Hälfte aller Kinder (56%) wurde einmal im Alter zwischen 1 ½ und 13 Jahren von typischen Symptomen eines Pavor nocturnus wie plötzlichem Aufwachen im Schlaf, Schreien, Verwirrtheit oder schweissgetränktem Erwachen geplagt. Etwa ein Drittel der Kleinkinder wandelt im Schlaf. Deutlich wahrscheinlicher war dies, wenn bereits die Eltern als Schlafwandler aufgefallen waren: nämlich drei- bzw. siebenmal höher im Falle von einem bzw. zwei betroffenen Elternteilen. Familiär gehäuft trat auch der Pavor nocturnus (Nachtschreck) auf, allerdings in einem geringeren Ausmass.

Mittagsschlaf Adieu: Der Mittagsschlaf ist für Babys, die noch nicht durchschlafen, eine wichtige Ruhepause in der Tagesmitte. Wenn Kinder ab zwei Jahren aber nachts schon durchschlafen, kann der Tagesschlaf den gesunden Nachtschlaf stören. Zu diesem Ergebnis kamen australische Forscher, nachdem sie 26 Studien zur Schlafqualität von Babys und Kleinkindern analysiert haben. Sobald das Kind sich gegen den Mittagsschlaf sträubt, abends zur regulären Schlafenszeit nicht müde ist und Probleme mit dem Einschlafen hat, sollte der Mittagsschlaf ausfallen. Eine feste Ruhezeit, wie eine halbe Stunde nach dem Mittagessen, in der sich das Kind still selbst beschäftigt, muss aber sein – darüber sind sich die Experten einig. Hilfreich ist zudem, wenn Eltern das Zimmer leicht verdunkeln.

Schlaf hilft merken: Schlaf ist wichtig für Babys, weil er das Gedächtnis stimuliert. Erinnerungen an Fakten und Ereignisse werden besser abgespeichert, wenn das Kind nach einer lehrreichen Erfahrung schläft. Dabei werden Verbindungen zwischen Nervenzellen verstärkt, neu geknüpft oder auch abgebaut. Die Hirnforscher aus Bochum und Sheffield hatten 200 Babys im Alter von sechs bis zwölf Monaten zu Hause besucht und das Erinnerungsvermögen mit einem Handpuppentest untersucht. Die Babys, die geschlafen hatten, machten auffällig mehr Handlungen nach. Die Babys, die wach geblieben waren, hatten sich dagegen nicht gemerkt, was die Handpuppe vorgemacht hatte.

Auch Kinder haben Albträume: Gelegentliche Albträume sind bei Kindern normal. Sie beginnen häufig im Vorschulalter. Sie können bis zum Alter von zehn Jahren anhalten, verschwinden dann aber meist, da Kinder immer mehr lernen, mit ihren Ängsten umzugehen. Wer nach dem zwölften Lebensjahr noch  von Albträumen geplagt war, hat laut einer britischen Studie ein dreifach erhöhtes Risiko für psychische Probleme. Schlafexperten hatten über 6.800 Kinder bis zum Alter von 12 Jahren beobachtet. Kinderärzte raten zu Regeln und Routinen bei Schlafproblemen: Feste Schlafenszeiten, kein Gebrauch von elektronischen Geräten vor dem Zubettgehen und diese möglichst aus dem Kinderschlafzimmer verbannen.

Schoggi zum Einschlafen: In Kakao steckt Tryptophan. Dies sind Eiweissbausteine, die die Serotoninbildung fördern. Das Glückshormon steuert wiederum die Bildung des Schlafhormons Melatonin. Auch in Milch ist Tryptophan enthalten. Eine heisse Schoggi am Abend (25 Gramm Zartbitterschokolade in einer Tasse Milch auflösen) hilft also doppelt gut bei Schlafstörungen. Verschiedene Forscher stellten ausserdem fest, dass die Pflanzenstoffe des Kakaos einen positiven Effekt auf Blutgefässe und Blutdruck haben, was Herzinfarkt und Schlaganfall vorbeugt. Neben dem erwähnten Tryptophan liefert Schokolade auch den glücklich machenden Stoff Phenylethylamin. Der wird sonst nur produziert, wenn man verliebt ist …

Hopp in's Bett! Kinder berufstätiger Mütter mit Vollzeitjob bekommen weniger Schlaf und haben dadurch ein höheres Risiko, übergewichtig zu werden. Zu diesem Schluss kommt eine amerikanische Studie mit 247 Teilnehmern im Alter von drei bis fünf Jahren, die gerade in der renommierten Fachzeitschrift "Sleep Medicine" veröffentlicht wurde. Als Ursache für den Schlafmangel von Kindern berufstätiger Mütter wird von den Forschern vermutet, dass die Mütter daheim gerne noch Zeit mit ihren Kindern verbringen wollen anstatt sie sofort ins Bett zu schicken und sich so die Bettgehzeit verschiebt.

Schlaflieder lindern Schmerzen: Was Eltern schon seit Urzeiten wissen, haben englische Forscher jetzt eindeutig festgestellt: Schlaflieder erleichtern nicht nur das Einschlafen, sondern wirken sich auch positiv auf die Gesundheit aus. Bei kranken Kindern reduzieren sich durch das Vorsingen von sanften und ruhigen Wiegenliedern Herzschlag und Schmerzempfinden. Die Kleinen haben weniger Angst und fühlen sich deutlich wohler. Vorsingen scheint auch noch wesentlich effektiver zu sein als Vorlesen,  das in der Studienauswertung nicht zu den gleichen messbaren körperlichen Reaktionen geführt hatte.

Mehr Schlaf, weniger Appetit: Neben Fast Food, Softdrinks und zu grossen Portionen, könnte auch Schlafmangel bei Kindern zu Übergewicht führen. An einer US-Studie nahmen 37 Kinder zwischen acht und elf Jahren teil. Etwa ein Viertel davon waren übergewichtig oder sogar fettleibig. In der ersten Woche sollten die Kinder ihr typisches Pensum schlafen. In der zweiten Woche wurden sie in zwei Gruppen eingeteilt: Die eine schliefen länger, die andere weniger als normalerweise. In der dritten Woche blieben die Kinder bei ihrem veränderten Schlafmuster. Kinder, die ihr Schlafpensum erhöhten, assen im Schnitt pro Tag 134 Kilokalorien weniger und nahmen auch ein halbes Kilo ab. Ausserdem hatten sie niedrigere Blutspiegel des appetitregulierenden Hormons Leptin.

Heisse Nächte im Kinderbett: In heissen Sommernächten sollten Babys nachts in einem dünnen Sommerschlafsack aus Baumwolle schlafen. Am Körper reicht neben der Windel ein kurzärmeliger Body oder Wäsche aus einem Wolle-Seide-Gemisch, damit es bei vermehrtem Schwitzen nicht zum Hitzestau kommt. Ausserdem sollte die Schutzunterlage aus Gummi oder Plastik herausgenommen werden. Nur eine Windel als Schlafbekleidung für das Baby reicht nicht, denn in den meisten Nächten kühlt es nachts auf unter 20 Grad ab. Die Körpertemperatur kann man gut am Nacken des Babys prüfen, der trocken und nicht verschwitzt sein sollte.

Tag-Nacht-Schlaf-Rhythmus beginnt mit vier Monaten: In den ersten beiden Monaten nach der Geburt kann ein Kind normalerweise nicht mehr als zwei Stunden durchgehend wach bleiben. Hält man es länger wach, kann es deshalb nicht länger durchschlafen. Im Gegenteil: Der Säugling ist dann übermüdet und schläft schwerer ein. Der Tag-Nacht-Rhythmus wird erst mit vier bis sechs Monaten erkennbar und ist bei den meisten Kindern dann im Alter von einem Jahr ausgeprägt. Säuglinge können in den ersten drei Lebensmonaten lange Wachzeiten auch noch nicht durch einen besonders tiefen Schlaf ausgleichen.

Schlafstörungen bei Kindern: In einer amerikanischen Studie fanden Forscher heraus, dass 10% aller Kinder unter drei Jahren unter Schlafstörungen leiden. Dazu gehören häufiges, nächtliches Wachwerden und kurze Nachtschlafzeiten, Albträume und unruhige Schlafphasen, aber auch Probleme beim Einschlafen. Schlafprobleme sollten mit der Mütterberaterin oder dem Kinderarzt / der Kinderärztin besprochen werden. Mögliche Ursachen wie ein zu langer Mittagsschlaf oder Schnarchen könnten so entdeckt werden.