Ist das (noch) gesund?

Ist das (noch) gesund?

Newsticker

Glutenfrei gesünder? | 18.01.2017

Der Trend kommt aus den USA: Immer mehr Menschen glauben, an einer Glutenunverträglichkeit (Zöliakie) zu leiden, obwohl Experten dies nur bei 1% der Bevölkerung bestätigen können. Die Angst vor dem Weizenkleber beschert den Herstellern von Schnelltests Millionen. Wobei die noch nicht einmal ein zuverlässiges Ergebnis bringen, das geht nur mit einer Magenspiegelung mit Dünndarmbiopsien. Und auch die Lebensmittelindustrie profitiert mit überteuerten glutenfreien Angeboten. Das Getreideeiweiss (in Weizen, Roggen, Gerste, Dinkel, Kamut, Emmer, Einkorn, Grünkern) hat inzwischen ein ähnlich ungesundes Image wie Fett und Kohlenhydrate. Doch Vorsicht - eine glutenfreie Ernährung über einen längeren Zeitraum kann bei Gesunden starke Beschwerden provozieren, wenn sie dann wieder Gluten aufnehmen, wie eine italienische Studie herausfand.

Nuss und Mandelkern | 22.12.2016

Eine grosse norwegisch-britisch-amerikanische Untersuchung, die 29 Publikationen mit mehr als 800.000 Teilnehmern ausgewertet hat, brachte jetzt ein deutliches Ergebnis: Nüsse aller Sorten (u.a. Haselnüsse und Baumnüsse, aber auch Erdnüsse, Cashews, Paranüsse und Pistazien) und Mandelkerne erweisen sich laut einer Studie gut gegen eine Vielzahl von Leiden. Eine Portion Nüsse (28 Gramm) pro Tag reduziert offenbar das Risiko für Herzinfarkt um 29 Prozent, für Schlaganfall um 7 Prozent und für Krebs um 15 Prozent. Insgesamt scheint die sogenannte „Mittelmeerdiät“ mit Olivenöl, Nüssen, fischreicher und fleischarmer Frischkost auch gegen Demenz zu schützen. Ein gelegentliches (!) Glas Wein verbessert die Vorteile dieser Ernährungsweise, was wissenschaftlich als „Französisches Paradox“ bezeichnet wird.

Vermehrung im Salat | 29.11.2016

Geschnittener, abgepackter Salat beflügelt Keimwachstum. Britische Wissenschaftler gehen davon aus, dass die Feuchtigkeit in den Plastikbeuteln in Kombination mit den austretenden Zuckern, Mineralstoffen und Proteinen aus den Salatblättern einen guten Nährboden für die Bakterien liefert – und das sogar, wenn der Salat im Kühlschrank gelagert wird. Ein anfänglicher Keimgehalt von 100 Salmonellen kann so binnen fünf Tagen auf bis zu 100.000 ansteigen, eine kritische Dosis. Salmonellen entwickelten sich dabei besonders gut in Beuteln, die Spinat enthielten, während das Bakterium E. coli Rucola bevorzugen würde. Zu empfehlen sei deshalb unbedingt, den Salat noch am selben Tag zu essen und aufgeblähte Beutel oder Beutel mit matschigen Blättern zu meiden. Mehr über Hygiene im Umgang mit Lebensmitteln...

Knoblauch in der Muttermilch | 26.11.2016

Noch recht wenig ist bekannt, welchen Einfluss die Nahrung der stillenden Mutter auf die Ernährungsprägung der Säuglinge hat. Man nimmt heute an, dass Kinder diese Geschmäcker dann im späteren Leben bevorzugen, weil sie an Kindheitserlebnisse erinnern, vor allem an gute. Viele Aromastoffe werden jedoch im Körper so stark verändert, dass sie nur noch wenig mit dem typischen Geschmack des Ausgangsprodukts zu tun haben. Zum Beispiel ändern Fischöl und Stilltee das Aromaprofil der Muttermilch nicht, während Eukalyptuskapseln (gegen Erkältungskrankheiten) deutlich herauskommen. Die Forscher vermuten, dass der Körper der Mutter eine Schutzfunktion übernimmt, indem er nicht alle Inhaltsstoffe der Nahrung zum Säugling durchlässt. Knoblaucharomen jedenfalls scheinen den Appetit anzuregen, wie in einer anderen Studie an Säuglingen gezeigt wurde. Sie tranken mehr Milch, wenn die Mutter Knoblauch gegessen hatte.

Dicke Kellner | 23.11.2016

Unser Essverhalten wird in Restaurants indirekt vom Servicepersonal beeinflusst, wie eine Studie in den USA, Frankreich und Spanien herausfand. Bei dicken Kellnern wurden viel mehr Gerichte bestellt als bei schlanken. Desserts sogar viermal häufiger,  aber auch mehr alkoholische Getränke. Das Geschlecht der Kellner oder das Gewicht der Restaurantbesucher hatte aber keinen Einfluss auf das Bestellverhalten. Die Wissenschaftler vermuten, dass ein hohes Gewicht der Kellner bei den Gästen seltener ein schlechtes Gewissen auslöst. Ähnliche Ergebnisse ergab eine Untersuchung in Kantinen. Da führte ein hohes Gewicht einer Person, die vor einer Testpersonen in der Schlange stand, auch zu einer höheren Nahrungsaufnahme. Die (augenzwinkernde) Lehre daraus: Restaurantbesitzer sollten nur dicke Kellner einstellen und gewichtsbewusste Gäste bereits an der Eingangstür ihre Gerichte auswählen. 

Grosse Flasche, dickes Kind | 04.09.2016

Immer mehr Kinder sind bereits im Alter von zwei Jahren zu dick. Eine Studie an vier Kinderkliniken in den USA hat eine logische Ursache gefunden. Im Alter von zwei Monaten wurden 386 Mütter, die ihre Kinder nicht stillten, nach der Grösse der Babyflaschen gefragt und wie häufig sie ihre Säuglinge füttern. Etwa die Hälfte benutzte grössere Schoppenflaschen, die knapp 180 ml fassten. Vier Wochen später hatten die mit den grossen Flaschen gefütterten Säuglinge 5 bis 20 Prozent mehr an Gewicht zugelegt als die Säuglinge, die mit kleineren Flaschen gefüttert wurden und waren für ihr Alter und bezogen auf ihre Körpergrösse zu schwer. Mütter, die ihre Kinder nicht stillen, verlieren schnell das Gefühl für die notwendige Nährstoffmenge. Ein schreiendes Baby ist eben nicht immer ein hungriges Baby. Wenn es beim Füttern abwehrende Bewegungen macht oder den Kopf zur Seite dreht, ist es sicher satt.

Zuckerersatz bringt’s nicht | 06.07.2016

Viele Erwachsene setzen künstliche Süssstoffe zur Gewichtsabnahme ein. Epidemiologische Studien fanden in letzter Zeit aber Hinweise darauf, dass dadurch gerade eine Fetteinlagerung und ein Typ 2-Diabetes gefördert wird. Jetzt kommt eine kanadische Untersuchung zu einem weiteren beunruhigenden Ergebnis: Kinder, deren Mütter während der Schwangerschaft täglich künstliche Süssstoffe konsumiert hatten, waren im Alter von einem Jahr doppelt so häufig übergewichtig wie diejenigen, deren Mütter keine Zuckerersatzstoffe verwendet hatten. Auch nach Berücksichtigung weiterer Faktoren (Übergewicht und Zuckerkrankheit der Schwangeren, Stilldauer und Beikostbeginn) war der Zusammenhang immer noch deutlich sichtbar. Mehr über den Zuckerersatz...

Newsticker

Anti-Pilz-Diät: Keine Süssigkeiten bei Scheidenpilz: Diese Empfehlung hält sich hartnäckig. Mit einer streng zuckerarmen Diät soll den Pilzen, die sich im Darm von Zucker ernähren, die Nahrungsgrundlage entzogen werden. Nach neueren Erkenntnissen bringt das nichts: Heute wird weniger die Besiedlung mit Pilzerregern als vielmehr eine verminderte Infektabwehr oder ein gestörtes Scheidenmilieu als Ursache wiederholter Scheidenpilzinfektionen angesehen. Wer zu Scheidenpilzinfektionen neigt mit Juckreiz, Brennen oder Ausfluss, sollte zur Akutbehandlung Salben und Vaginaltabletten mit dem Wirkstoff Clotrimazol über drei Tage anwenden. Danach empfehlen Experten, die Vaginalflora mit einer Milchsäurekur (als Gel) zu regenerieren und zu stabilisieren.

Saft statt Frucht: Nährstoffe aus pasteurisiertem Orangensaft werden doppelt so gut vom Körper aufgenommen wie aus der frischen Frucht. Die Orange ist ein wahres Nährstoff-Depot: Neben einer hohen Menge an Vitamin C enthält sie auch eine Vielfalt an Carotinoiden und Flavonoiden, die als Antioxidantien das Risiko von bestimmten Krebs- und Herzkreislauferkrankungen senken sollen. Carotinoide spielen zudem aufgrund ihrer Provitamin A-Aktivität eine wichtige Rolle in unserer täglichen Ernährung. Und gerade sie werden aus dem Saft viel besser verwertet. Der Grund:  Bei der Herstellung des Orangensaftes werden Ballaststoffe abgetrennt, welche die Aufnahme von Carotinoiden während der Verdauung hemmen.

Smoothies sind Zwischenmahlzeit: Vitaminbomben in trinkbarer Form, sogenannte Smoothies, gelten gemeinhin zwar als gesund - da sie jedoch viele Kalorien haben, sollten sie nicht als schneller Durstlöscher, sondern vielmehr als Zwischenmahlzeit gesehen werden, warnen Ernährungsberater. Ein Smoothie enthält so viele Nährstoffe, dass er als kleine Mahlzeit zwischendurch behandelt werden muss. Konsumenten sollten daher einen Blick auf die Etiketten der Drinks werfen. Dies zeige, ob tatsächlich so viel Mango in der Flasche ist, wie das Bild auf der Verpackung erwarten lässt, und welche weiteren Zutaten ausser Obst und Gemüse noch mit dabei sind. Und das Haltbarkeitsdatum erinnert: Ein gekühlter Fertig-Smoothie ist nur wenige Tage haltbar.

Ist Süssstoff gefährlich? Aus Sicht der Deutschen Diabetes Gesellschaft (DDG) gibt es nach wie vor keinen Beleg dafür, dass der massvolle Gebrauch von Süssstoff dem Menschen schadet. Eine tierexperimentelle Studie hatte für Wirbel gesorgt, weil bei Mäusen nach Gabe sehr grosser Mengen künstlicher Süssungsmittel der Blutzuckerspiegel angestiegen war, was als Risikofaktor für die Entwicklung eines Typ-2-Diabetes gilt. Um diesen Effekt beim Menschen zu erzeugen, seien jedoch unrealistisch hohe Dosierungen erforderlich. Zuckerersatzstoffe seien als gelegentlicher Zusatz für Getränke oder feste Nahrungsmittel im Rahmen eines ausgewogenen Ernährungsplanes zur Gewichtsreduktion und für Menschen mit Diabetes mellitus weiterhin sinnvoll.

Vegetarier haben schlechteres Sperma: Vegetarier leben in mancher Hinsicht gesünder. Viel Obst und Gemüse zu essen, schützt vor vielen Krankheiten und erhöht die Lebenserwartung. Allerdings könnte die Zeugungsfähigkeit darunter leiden. Im Ejakulat von Vegetariern und Veganer fanden Wissenschaftler eine signifikant niedrigere Anzahl von Spermien. Zudem bewegten sich die Spermien langsamer. Ein Grund dafür könnte Soja sein, das vielen Vegetariern und Veganern als Eiweißlieferant dient und Phyto-Östrogene enthält, die ähnlich wirken wie das weibliche Sexualhormon. Der Expertenrat bei Kinderwunsch: Mindestens 74 Tage lang auf Soja zu verzichten – dies ist die Zeitspanne, in der beim Mann neue Spermien produziert würden.

Low Carb effektiver als Low Fat: Eine Diät mit weniger Kohlenhydraten ist zum Abnehmen besser geeignet und bietet einen besseren Schutz vor Herz-Kreislauf-Erkrankungen als eine fettarme Diät, das berichteten jetzt US-Forscher. An ihrer Untersuchung nahmen 148 übergewichtige Patienten teil, die einen Body Mass Index von mehr als 35 hatten. Nach einem Jahr hatte die Low-Carb-Gruppe im Schnitt 3,5 kg mehr abgenommen als die Low-Fat-Gruppe, ihr Körperfett war reduziert, auch die Blutfettwerte hatten sich deutlicher verbessert. Der Anteil des guten HDL-Cholesterins im Blut war stärker gestiegen. Die Ergebnisse bedeuteten aber nicht, dass man fettiges Essen in sich hineinstopfen sollte. Wichtig sei, dass es sich um gesunde, ungesättigte Fettsäuren wie zum Beispiel in Olivenöl handelt, und um wenige gesättigte Fettsäuren wie in Butter.

Nicht zu viel Eiweiss: Forscher fanden heraus, dass der Proteingehalt in der Säuglingsnahrung das Körpergewicht noch Jahre später negativ beeinflussen kann. An der Gewichtszunahme während des ersten Lebensjahres lässt sich am besten voraussagen, wie hoch das Risiko für Übergewicht im späteren Leben ist. Die Wissenschaftler verfolgten den Body Mass Index und die Gewichtszunahme von zwei Gruppen von Kindern, die als Babys Schoppennahrung mit unterschiedlichem Proteingehalt erhielten. Bei höherem Proteingehalt hatten die Kinder im Alter von sechs Jahren ein fast zweieinhalb mal höheres Risiko, übergewichtig zu sein als bei proteinärmerer Nahrung (nach dem Vorbild der Muttermilch).

Wenn Glacé Kopfweh auslöst: Wer sich zu viel Eiscreme in den Mund schiebt und zu gierig herunterschluckt, bekommt in Sekundenschnelle stechendes Kopfweh. Der sogenannte "Eiskugelkopfschmerz" oder „brain freeze“ kann im schlimmsten Fall Migräne auslösen und ist sehr unangenehm, wenn auch zum Glück nur kurz. Der Schmerz entsteht wahrscheinlich, wenn sich durch den plötzlichen Kältereiz über den Gaumen Kopfmuskeln und Gefässe zusammenziehen. Deshalb sollte man Glacé oder Sorbet langsam im Mund erwärmen und erst dann herunterschlucken. So wird der Temperaturunterschied zwischen Eis und Gaumen reduziert und der Reiz vermieden.