Kinder spielen in der Kita

Gut betreut

Newsticker

Der Grosi-Effekt | 23.05.2017

Wer sich im Alter um andere kümmert, tut damit auch sich selbst etwas Gutes, denn soziale Kontakte und Kümmern wirkt sich positiv auf die eigene Lebenszeit aus. So leben Grosseltern, die ihre Enkelkinder betreuen (die Krippe Grosi), im Schnitt länger als Grosseltern, die das nicht tun. Dies konnte ein internationales Forschungsteam unter Beteiligung der Universität Basel anhand von Überlebensanalysen von über 500 Menschen im Alter zwischen 70 und 103 Jahren zeigen. Die Hälfte der Grosseltern, die ihre Enkelkinder umsorgten oder ihre Kinder im Haushalt unterstützten, lebten noch etwa zehn Jahre nach dem ersten Interview 1990. Von denjenigen, die sich nicht engagierten, starb dagegen etwa die Hälfte innerhalb von fünf Jahren. Wichtig sei aber, so das Forscherteam, dass die Fürsorge nicht zur Last werde - dann ist sie nicht mehr Stimulanz, sondern Stress.

Online-Anziehspiele | 13.10.2016

Online-Games, in denen sich alles um das Aussehen und Zurechtmachen für ein „Date“ dreht, sind nach einer englischen Studie schlecht für die Entwicklung junger Mädchen. Denn schon nach nur zehn Minuten mit einer virtuellen Anziehpuppe waren Grundschülerinnen in einer Befragung mit ihrem eigenen Körper nicht mehr zufrieden und wünschten sich eine schlankere Figur. Das ist bedenklich, da Mädchen, die in jungen Jahren mit ihrem Körper unzufrieden sind, eher langfristig Probleme haben. Das Risiko von geringem Selbstwertgefühl, Essstörungen und Depression ist erhöht. Die Forscher kritisieren allgemein, dass kleine Mädchen zu oft Schlankheits-Botschaften ausgesetzt sind.

Vorzeitig in den Kindergarten? | 24.08.2016

Eltern können ihre Kinder schon früher in den Kindergarten schicken, sofern sie dies als sinnvoll erachten. 2010 waren es im Kanton Zürich über 6 Prozent. Aber fast jedes vierte vorzeitig eingeschulte Kind musste bis zum Ende der 3. Klasse eine Jahr repetieren. Und bis zu 90 Prozent der früh eingeschulten Repetenten besuchen im Kanton ein 3. Kindergartenjahr. Die „Zurücksetzung“ kann negative Auswirkungen haben: Viele Wiederholer fühlen sich wegen des zusätzlichen Schuljahres minderwertig und schliessen die Schule deutlich häufiger in einem Schultyp mit geringeren Anforderungen ab im Vergleich zu Kindern, die niemals wiederholen mussten. Mehr zum Thema "Schulreife"...

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Aggressiv wegen Kita? 2014 arbeiteten 80% der Schweizer Mütter von Kindern unter sechs Jahren Teilzeit- oder Vollzeit, etwa 30% bringen ihren Nachwuchs in Krippen und Kindertagesstätten unter. Ältere Studienergebnisse zeigten einen Zusammenhang zwischen frühem Krippenbesuch und Aggressivität. Aber werden vielleicht gerade diejenigen Kinder fremdbetreut, die ohnehin zu aggressivem Verhalten tendieren? Eine Studie aus Norwegen, wo über 80% der Kinder nach dem ersten Lebensjahr in staatlich finanzierten Krippen betreut werden, scheint diesen Verdacht zu bestätigen. Dort zeigte sich mit vier Jahren kein erhöhtes aggressives Verhalten. Das zeitliche Ausmass der Betreuung hatte keinen Effekt. In ihrem sozialen Verhalten scheinen Kinder also keine Benachteiligung zu haben, wenn Papa und Mama berufstätig sind.

Spitzenlohn für Babysitter: Die Schweiz ist in Europa Spitze im Babysitterlohn: Der Landesdurchschnitt beträgt 16,02 Fr. pro Stunde und reicht von 11,31 Fr. im Kanton Uri bis zu 23,64 Fr. in St. Gallen. Im zweitplatzierten Grossbritannien kostet ein Babysitter 14,50 Fr., in Frankreich 9,28 Fr. und in Spanien 8,21 Fr. pro Stunde. Die Studie wurde vom internationalen Vermittlungsdienst Yoopies durchgeführt und ergab kaum Veränderungen zum Vorjahr. Erklärt werden die hohen Tarife in der Schweiz zum einen mit der grossen Nachfrage und zum anderen mit dem Mangel an Krippenplätzen.

Glückliche Norwegerinnen: Mütter in Norwegen haben die beste Lebenssituation weltweit. Finnland, Island, Dänemark und Schweden folgen in einer soeben veröffentlichten Studie auf den weiteren Plätzen. Die Schweiz kam hinter Deutschland, Österreich, Belgien, Spanien und den Niederlanden und vor Frankreich und Grossbritannien auf Rang 13 - wie im letzten Jahr. In dem Bericht vergleicht die Kinderrechtsorganisation "Save the Children" die Lebenssituation von Müttern in 179 Ländern in punkto Gesundheit, Kindersterblichkeit, Schulbildung, Einkommen und politische Einflussnahme. Somalia belegt den hintersten Rang, dort stirbt eine von 18 Frauen an den Folgen von Schwangerschaft oder Geburt. In Norwegen ist es eine von 14 900, in der Schweiz eine von 12 300. Deutliche Unterschiede gibt es zwischen Stadt und Land - wegen des höheren Ausländeranteils. Die Müttersterblichkeit bei italienisch-, spanisch-, und türkisch-stämmigen Frauen in der Schweiz liegt viermal höher lag als bei Schweizerinnen.www.savethechildren.net

Bezahlte Stillzeit: Seit dem 1. Juni 2014 ist die bezahlte Stillzeit gesetzlich verankert. Frauen dürfen neu ein ganzes Jahr lang während der Arbeitszeit bezahlt stillen oder abpumpen. Die Entlöhnung ist nicht mehr davon abhängig, ob die Mutter den Betrieb zum Stillen verlässt oder nicht. Für die Dauer der zu entlöhnenden Pausen gelten neu einheitliche Mindestregeln in Abhängigkeit von der täglichen Arbeitszeit (bis 4 h Arbeitszeit 30 Min. bezahlte Stillpause, ab 4 h Arbeitszeit 60 Min, ab 7 h Arbeitszeit 90 Min.). Der Betrieb muss Ihnen einen geeigneten Ruheraum mit bequemem Stuhl zur Verfügung stellen und die benötigte Zeit darf weder vor- noch nachgeholt werden; sie darf auch nicht von anderen Ruhezeiten, wie zum Beispiel Ferientagen, abgezogen werden.

Babysitter und AHV: Im März 2014 reichte Nationalrätin Elisabeth Schneider-Schneiter (CVP) eine Motion mit dem Titel "Babysitten und Hausdienstarbeit. Befreiung von AHV-Beiträgen.“ ein. Der Bundesrat beantragt nun die Annahme der Motion. Bei Kleinsteinsätzen mit entsprechend geringer Entlöhnung stehe der administrative Aufwand in einem Missverhältnis zum sozialen Nutzen. Der Bundesrat schlägt deshalb eine Regelung vor, wonach auf Einkommen für gelegentliche geringfügige Tätigkeiten im Sinne von "Sackgeldjobs" (wie Babysitting, Hundeausführen oder Aufgabenhilfe) bis 750 Franken im Kalenderjahr, welche junge Arbeitnehmende bis zu 25 Jahren in Privathaushalten erzielen, keine Beiträge erhoben werden.

Kitas sind gut für Kinder aus schwierigen Verhältnissen: Gute Kinderkrippen oder Kindertagesstätten (Kitas) können Kindern aus schwierigen Familienverhältnissen helfen, indem sie Belastungen ausgleichen und die psychische Widerstandskraft stärken. So können Verhaltensprobleme in der ausserhäuslichen Betreuung abgefedert werden. Das wurde nun erstmals in einer Studie des Marie-Meierhofer-Instituts (MMI) nachgewiesen. Wichtig ist, dass die Erzieherinnen jedes Kind regelmässig beobachten und herauszufinden versuchen, was es interessiert. Kleine Kinder lernen vor allem informell und an dem, was sie interessiert. Auch brauchen sie das Gefühl, ernst genommen zu werden, dass man ihnen Zeit widmet und mit ihnen kommuniziert.

Höhere Tarife bei neuem Partner: Als Niedrigverdiener hat man Anrecht auf bis zu 75 Prozent niedrigere Betreuungskosten. Ziehen Alleinerziehende aber mit einem neuen Partner zusammen (Konkubinat), gerät die Berechnung ins Wanken. Massgebend sind nämlich nicht nur Einkommen und Alimente, sondern zusätzlich dasjenige des Konkubinatspartners, selbst wenn dieser nichts zum Unterhalt beisteuert und dem Kind gegenüber keinerlei gesetzliche Rechte und Pflichten hat. Die Auswirkungen können massiv sein, wenn die Person mit Kind (meist die Mutter) sehr wenig Einkommen erzielt, der neue Partner aber gut verdient. Auch Sozialhilfebeiträge können deswegen gekürzt werden, in manchen Kantonen zudem die Alimente oder die Alimentenbevorschussung.

Ohne Grosi läuft nichts: Wenn von familienergänzender Kinderbetreuung die Rede ist, denken viele zunächst an Kinderkrippen, Horte und Tagesschulen. Noch häufiger, nämlich in gut der Hälfte aller Fälle, werden die Kinder aber von Verwandten betreut. Das sind in der Regel die Grossmütter, vor allem bei Teilzeit arbeitenden Eltern. Trotz des massiven Ausbaus des Krippenangebots in den letzten Jahren haben die Grossmütter demnach nichts von ihrer Bedeutung verloren.

Alleine zu Hause bleiben? Ab dem Schulalter sind Kinder reif genug, unbeaufsichtigt eine halbe Stunde alleine zu Hause überbrücken. Kindergartenkinder sind nach Ansicht von Erziehungsexperten noch zu stark auf eine Bezugsperson angewiesen, und Trennungen verursachen Angst und Unsicherheit. Für den Anfang hält man die Zeit des Alleinseins so kurz wie möglich. Wichtig ist, dass man die versprochene Rückkehr zeitlich zuverlässig einhält. Kinder sollten zudem immer wissen, wo und wie sie ihre Eltern erreichen können. Gegen seinen Wunsch darf man ein Kind niemals allein lassen.