Familie an Weihnachten
Familie | Spiel und Spass | Erziehung

Advent und Weihnachten

Eine Zeit voller Traditionen

Kaum eine Zeit im Jahr bietet so viele Traditionen wie die Adventszeit. Die Vorfreude auf Weihnachten ist oft nicht nur bei den Kindern gross, denn die Weihnachtsfeiertage mit den Liebsten zu verbringen, ist für viele Familien ein Höhepunkt.

Haben Sie nicht auch unzählige Kindheitserinnerungen an Weihnachten? Wahrscheinlich ist es Ihnen dann auch wichtig, Ihren Kindern davon zu erzählen. Mit leuchtenden Augen werden sie Ihnen zuhören und wahrscheinlich vieles wiedererkennen, wenn Sie davon erzählen.

Die Weihnachtszeit ist an und für sich schon eine Zeit der Freude, der Besinnlichkeit und Dankbarkeit. Wenn Sie gerade schwanger sind, werden Sie diese Zeit vielleicht noch bewusster wahrnehmen und sich darauf freuen, dass im nächsten Jahr an Weihnachten ein weiteres Familienmitglied mit Ihnen feiert.

Der Samichlaus

Der Samichlaus ("sami" als Ableitung von sanctus=heilig) hat seinen Ursprung im Bischof Nikolaus von Myra. Dieser legte nachts unerkannt den Armen und Benachteiligten Geschenke und Köstlichkeiten auf die Fensterbank.

Die Rituale rund um den Sankt Nikolaus sind weltweit sehr unterschiedlich. In der Schweiz besucht der Samichlaus mit seinem Gehilfen, dem Schmutzli, die Familien und bespricht mit den Kindern, was sie im vergangenen Jahr toll gemacht haben und was sie optimieren können. Nachdem die Kinder ein Värsli aufgesagt oder ein Lied gesungen haben, bekommen sie vom Chlaus Nüsse und Mandarinli.

Bis zu einem gewissen Alter ist der Respekt vor dem Samichlaus riesig. Die Aufgabe, die der Samichlaus hat, ist deshalb nicht zu unterschätzen, denn oft erinnern sich die Kinder wochenlang daran, was er zu ihnen gesagt hat.

Für bleibende Erinnerungen

Mit dem Adventskalender beginnt für viele Kinder die Weihnachtszeit. Schulkinder stehen morgens selten so gut auf wie in dieser Zeit, in der sie noch vor dem Frühstück ein Türchen oder Päckchen öffnen können.

Ursprünglich war der Adventskalender eine Zählhilfe oder ein Zeitmesser, um die Tage bis Weihnachten herunterzuzählen. Als Vorläufer des Adventskalenders gilt zum Beispiel die Adventskerze, die jeden Tag bis zur nächsten Markierung abgebrannt wurde. Denn für die christliche Kirche symbolisiert der Advent (lateinisch adventus=Ankunft) die Zeit vor der Geburt von Jesus und somit die Zeit des Wartens auf den Messias.

Auch Weihnachtslieder sorgen für bleibende Kindheitserinnerungen. Diese Lieder vergessen wir nie und können sie jedes Jahr problemlos wieder aufs Neue singen. "Stille Nacht, heilige Nacht" ist das weltweit bekannteste Weihnachtslied und wurde in über 300 Sprachen und Dialekte übersetzt. Es ist für viele Erwachsene und auch Kinder wahrscheinlich der Inbegriff des Weihnachtsliedes. Heute lernen die Kinder in der Schule sowohl die traditionellen Weihnachtslieder, wie auch ganz neu interpretierte Melodien mit zeitgemässen Texten.

Feines zur Weihnachtszeit

Die Adventszeit zeichnet sich auch durch die Vielzahl an Leckereien aus, die traditionell in dieser Zeit gebacken werden.

Dazu gehören die Grittibänze, die in der Schweiz eng mit dem Samichlaustag, dem 6. Dezember verbunden sind. Das Dialektwort "gritti" bedeutet rittlings und Benz ist die Abkürzung von Benedikt, was früher ein so häufiger Name war, dass man es mit der heutigen Redewengung "Hinz und Kunz" vergleicht. Dies bedeutet: So heisst einfach jeder. Das Wort Grittibänz bedeutet demnach ein Mann mit gespreizten Beinen.

Mindestens so beliebt wie die feinen Teigmänner sind die Weihnachtsguetzli. Nur schon das Anrühren des Teiges und das Ausstechen der Guetzli ist für Kinder ein Erlebnis. Auch wenn das Guetzle manchmal eher einer Mehlschlacht gleicht und die Kinder lieber Eigenkreationen herstellen, als Figuren auszustechen, gilt beim Guetzle: Der Weg ist das Ziel.

Viele der traditionellen Weihnachtsguetzli enthalten Gewürze, die wir aus diesem Grund eng mit Weihnachten verbinden. Anis, Zimt oder Nelken sind aber nicht nur als Weihnachtsgewürze bekannt, sie haben auch eine positive Wirkung auf unseren Körper. Allerdings können Sie nun nicht hemmungslos Weihnachtsguetzli essen, um gesund zu bleiben. Auch hier gilt: Die Dosis macht das Gift.

Gefahren in der Adventszeit

Zur Weihnachts- und Adventszeit gehören Kerzen. Ob diese nun auf dem Adventskranz, dem Weihnahtsbaum oder einfach als gemütliches Licht in der dunklen Jahreszeit angezündet werden, eine Gefahr sind sie in jedem Fall. Im Dezember brennt es in der Schweiz häufiger als in den anderen Monaten des Jahres und leider sind Kerzen sehr häufig die Ursachen eines solchen Brandes.

Kinder haben noch kein Verständnis für die Gefahren von Kerzen. Sie lernen zwar schnell, dass Feuer heiss ist und es weh tut, wenn man es berührt. Aber gleichzeitig ist die flackernde Flamme faszinierend. Lassen Sie Kinder darum nie unbeaufsichtigt mir brennenden Kerzen und verstauen Sie Zündhölzer und Feuerzeuge ausser Reichweite der Kinderhände.

Wenn Sie schon einmal mit Kleinkindern einen Weihnachtsbaum in der Wohnung stehen hatten, haben Sie vielleicht die Erfahrung gemacht, dass es besser und vor allem ungefährlicher ist, wenn Sie die Christbaumkugeln so hoch hängen, dass das Kind sie nicht erreichen kann.  Ausserdem sollten Sie Kugeln aus Kunststoff verwenden, die nicht zerbrechen und das Kind verletzen können. Wenn Sie Ihren Weihnachtsbaum auch mit Figuren aus Schokolade schmücken, denken Sie ebenfalls daran, dass Ihr Kind diese eventuell noch nicht aus der Alufolie wickeln kann und diese unter Umständen einfach mitessen wird, wenn es die Schokolade in die Finger bekommt.

Die Weihnachtszeit geniessen

Die besinnliche Vorweihnachtszeit zu geniessen ist einfacher gesagt als getan. Mit einer Familie gibt es doch so viel zu tun: Geschenke müssen gebastelt und verpackt, Guetzli gebacken, Weihnachtskarten geschrieben und der Baum geschmückt werden. Ausserdem ist die Vorfreude bei den Kindern meist so gross, dass sie lebhafter und aktiver sind als sonst.

Trotzdem ist es wichtig, dass Sie sich zwischendurch Momente der Ruhe verschaffen, das Geschenkpapier und das Wallholz beiseite legen und sich auf das besinnen, was die Adventszeit bedeutet: Innehalten, ruhig werden und sich auf das besondere Ereignis freuen - auf Weihnachten.

Letzte Aktualisierung : 02-12-19, KM

loading

Newsticker

Weihnachtsgefühle: Wenn es nach Guetsli duftet und „Stille Nacht“ erklingt, kommen wir in Weihnachtsstimmung, fühlen uns glücklich und geborgen. Warum? Dänische Wissenschaftler haben in einer nicht ganz ernst gemeinten Studie herausgefunden, was wirklich hinter dem Weihnachts-Spirit steckt. Sie untersuchten die Gehirnaktivitäten von 20 Testpersonen, die sich weihnachtliche Motive ansahen, und dokumentierten die Gehirnaktivitäten mittels MRI (Magnetresonanztomographie). Das Ergebnis: Weihnachtliche Impressionen aktivieren bestimmte Regionen im Gehirn, die im Alltag aktiv werden, wenn wir Gefühle im Gesicht eines Menschen ablesen, wenn wir sein Verhalten imitieren – oder ihn beim Essen beobachten. Die Autoren stellen – augenzwinkernd - in Aussicht, vielleicht bald Weihnachtsmuffel effektiv behandeln zu können.

Stillen mit Chräbeli: Anis-Guetzli sind für Stillende die perfekte Advents-Nascherei. Denn Anis regt die Milchbildung an und lindert Krämpfe. Anis und Sternanis lassen sich aber nicht nur in Weihnachtsgebäck verarbeiten, auch in herzhaften Gerichten wie mit Fisch, Gurken und Rotkraut kommt eine Anisnote gut zur Geltung. Zwar ist der Geschmack nicht jedermanns Sache, aber die Wirkung ist erwiesen: Das in Anis enthaltene ätherische Anethol lindert Bauchkrämpfe, Blähungen und beim Baby die Dreimonatskoliken. Fettige Speisen  werden durch Anis bekömmlicher. Bei trockenem Husten hilft es, heissen Anistee zu inhalieren. Anis und Sternanis sehen zwar völlig unterschiedlich aus – aber der Geschmack ist sehr ähnlich.

Kein Poulet zum Fondue: Zum Fondue chinoise wird gerne neben Rind-, Kalb- und Schweinefleisch auch Pouletfleisch verwendet. Das Zürcher Kantonslabor rät davon „nachdrücklich und eindringlich“ ab. Wenn das rohe Poulet-Fleisch in Kontakt mit Saucen oder anderen Beilagen auf dem Teller komme, könne es zu Symptomen einer Lebensmittelvergiftung mit Camptylobacter-Bakterien kommen. Die Betroffenen leiden tagelang unter starkem Durchfall, Erbrechen, Fieber und Kopfschmerzen. Auf jeden Fall sollte das rohe Fleisch auf einem separaten Teller liegen und immer ganz durchgegart verzehrt werden. Das Pouletfleisch vorher zu waschen nützt nichts, sondern kann nur noch weiter zur Bakterienverbreitung beitragen. Hier finden Sie wichtige Infos zur Hygiene und zum Umgang mit Nahrungsmitteln.