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Kön­nen auch Vä­ter an ei­ner postpar­ta­len De­pres­si­on er­kran­ken?

Ja, auch frisch­ge­ba­cke­ne Vä­ter kön­nen be­trof­fen sein. Die De­pres­si­on tritt je­doch oft nicht un­mit­tel­bar nach der Ge­burt auf, son­dern erst nach 3 bis 6 Mo­na­ten. Das Ri­si­ko, zu er­kran­ken, ist dann am gröss­ten, wenn die Part­ne­rin an ei­ner postpar­ta­len De­pres­si­on lei­det.

Eben­falls be­trof­fen sind Vä­ter, die be­reits frü­her an ei­ner De­pres­si­on er­krankt wa­ren. Wei­te­re mög­li­che Ur­sa­chen sind Kon­flik­te in der Paar­be­zie­hung, fi­nan­zi­el­ler Druck, Ar­beits­lo­sig­keit, der Um­gang mit den ei­ge­nen Er­war­tun­gen an die Va­ter­rol­le oder Schwie­rig­kei­ten, eine Be­zie­hung zum Kind auf­zu­bau­en.

Sym­pto­me wie Er­schöp­fung, An­triebs­lo­sig­keit und ein Ge­fühl von Lee­re ent­wi­ckeln sich meist schlei­chend. Man­che Män­ner nei­gen zu Reiz­bar­keit, ag­gres­si­vem Ver­hal­ten und im­pul­si­ven Hand­lun­gen. Flucht in die Ar­beit so­wie aus­ser­häus­li­che Ak­ti­vi­tä­ten oder die Ent­wick­lung ei­nes Sucht­ver­hal­tens sind eben­falls mög­li­che An­zei­chen für eine postpar­ta­le De­pres­si­on. Auch kör­per­li­che Sym­pto­me wie Ver­span­nun­gen, Ma­gen­schmer­zen oder Herz­rhyth­mus­stö­run­gen kön­nen auf eine Er­kran­kung hin­wei­sen.

Das The­ma postpar­ta­le De­pres­si­on bei Vä­tern ist noch we­nig er­forscht und das Be­wusst­sein, dass auch Män­ner er­kran­ken kön­nen, ist noch zu we­nig ver­brei­tet. Dies hat zur Fol­ge, dass die Krank­heits­an­zei­chen so­wohl vom be­trof­fe­nen Mann als auch von sei­nem Um­feld viel­fach un­ter­schätzt wer­den. Un­ter­stüt­zung und the­ra­peu­ti­sche Be­glei­tung sind je­doch für er­krank­te Vä­ter eben­so wich­tig, wie für er­krank­te Müt­ter. 

Letzte Aktualisierung: 30.12.2020, TV
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