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Frau massiert sich die Schläfen

Mi­grä­ne und Schwan­ger­schaft


Wenn Sie schon vor der Schwan­ger­schaft nicht nur un­ter Kopf­schmer­zen, son­dern so­gar un­ter Mi­grä­ne lit­ten, wird Ihr Arzt oder Ihre Ärz­tin wahr­schein­lich zu­nächst emp­feh­len, alle vor­beu­gen­den Me­di­ka­men­te ab­zu­set­zen. Vie­le der ein­ge­setz­ten Me­di­ka­men­te sind pla­zen­ta­gän­gig und kön­nen das Un­ge­bo­re­ne ge­fähr­den.

Den­noch be­steht kein An­lass, sich be­son­ders zu ängs­ti­gen. Bei mehr als der Hälf­te der von Mi­grä­ne Be­trof­fe­nen wer­den die An­fäl­le in der Schwan­ger­schaft, v.a. im zwei­ten Drit­tel, sel­te­ner und schwä­cher, was auf den gleich­blei­bend ho­hen Ös­tro­gen­spie­gel vor al­lem in der zwei­ten Hälf­te der Schwan­ger­schaft zu­rück­ge­führt wird. Bei vie­len Mi­grä­ne-Pa­ti­en­tin­nen hält sich die­se gute Pha­se noch bis weit in die Still­zeit hin­ein. Stil­len kann des­halb bei Mi­grä­ne nur emp­foh­len wer­den.

Ach­tung

Treten in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft aber Kopfschmerzen auf, die ungewöhnlich stark sind, lange andauern und/oder von Übelkeit und Brechreiz begleitet sind, sollten Sie sofort Ihren Frauenarzt, Ihre Frauenärztin oder Ihre Hebamme benachrichtigen. Es kann eine ernsthafte Schwangerschaftskomplikation vorliegen, z.B. Bluthochdruck oder Präeklampsie.

Ein ab­so­lu­tes Ver­bot star­ker Schmerz­mit­tel gilt zu­dem nur in den ers­ten drei Mo­na­ten der Schwan­ger­schaft. Und das seit lan­gem ein­ge­setz­te und für harm­los ein­ge­schätz­te Par­acet­amol ist in Kom­bi­na­ti­on mit Me­to­clo­pra­mid, ei­nem Mit­tel ge­gen Übel­keit und Er­bre­chen, wäh­rend der ge­sam­ten Schwan­ger­schaft er­laubt – na­tür­lich nur nach Rück­spra­che mit Ih­rem Arzt oder Ih­rer Ärz­tin. Bis zum sechs­ten Mo­nat ein­schliess­lich kön­nen Schwan­ge­re auch Ace­tyl­sa­li­cyl­säu­re (ASS) neh­men. Da ASS aber so­wohl ein Schmerz­mit­tel als auch ein blut­ver­dün­nen­des Me­di­ka­ment ist, soll­ten es wer­den­de Müt­ter in den Wo­chen vor der Ge­burt we­gen des er­höh­ten Blu­tungs­ri­si­kos nicht mehr neh­men.

Als neu­es Me­di­ka­ment ge­gen Mi­grä­ne ha­ben sich Trip­ta­ne (z.B. Su­matrip­tan, Naratrip­tan) be­währt. Doch die Fra­ge, ob die­se schäd­lich für das un­ge­bo­re­ne Kind sein könn­ten, ist nicht ein­deu­tig ge­klärt, auch wenn in­zwi­schen ei­ni­ge Stu­di­en Ent­war­nung ge­ben. Eine schwe­re Mi­grä­ne­at­ta­cke, die über Tage an­dau­ert und mit Er­bre­chen und Flüs­sig­keits­ver­lust ein­her­geht, ist sehr wahr­schein­lich für das un­ge­bo­re­ne Kind eine hö­he­re Be­las­tung als die An­wen­dung ei­nes Trip­tans. Ex­per­ten ra­ten si­cher­heits­hal­ber noch zu Vor­sicht und zur Ein­nah­me nur bei schwe­ren Fäl­len im zwei­ten und drit­ten Tri­me­non.

Bes­sern sich die Be­schwer­den nicht, kann eine Ba­sis­be­hand­lung mit Pro­pa­no­lol oder Me­to­pro­lol durch­ge­führt wer­den. Dar­über­hin­aus kann Ma­gne­si­um Mi­grä­ne­at­ta­cken vor­beu­gen, weil es krampf­lö­send wirkt.

Zu­dem gibt es eine gan­ze Rei­he al­ter­na­ti­ver Me­tho­den zur Be­hand­lung der Mi­grä­ne-At­ta­cken: Die Deut­sche Mi­grä­ne- und Kopf­schmerz-Ge­sell­schaft DMKG emp­fiehlt bei­spiels­wei­se Aku­punk­tur, psy­cho­lo­gi­sche Ent­span­nungs­tech­ni­ken und Lymph­drai­na­ge.

FAQHäu­fi­ge Fra­gen zum The­ma

Sie dür­fen bei star­ken Schmer­zen wie Kopf­schmer­zen, Zahn­schmer­zen oder an­de­ren Be­schwer­den wäh­rend der ge­sam­ten Schwan­ger­schaft ein Schmerz­mit­tel neh­men, das den Wirk­stoff Par­acet­amol oder Acet­ami­no­phen (z.B. die Prä­pa­ra­te Da­fal­gan, Ben-u-ron, Pa­na­dol) ent­hält. In man­chen Me­di­ka­men­ten ist …
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