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 Frau am Fenster mit einer Tasse in der Hand
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Kof­fe­in er­höht Fehl­ge­burts­ri­si­ko


Auf den Zu­sam­men­hang zwi­schen Kaf­fee-Kon­sum wäh­rend der Schwan­ger­schaft und dem er­höh­ten Ri­si­ko ei­ner Fehl­ge­burt wird seit län­ge­rem hin­ge­wie­sen. Al­ler­dings war die po­ten­zi­ell ge­fähr­li­che Men­ge bis­lang mit 300 mg täg­lich an­ge­ge­ben wor­den.

Die äl­te­ren Stu­di­en be­rück­sich­ti­gen je­doch nicht, dass vie­le  Frau­en mit mor­gend­li­cher Übel­keit Kof­fe­in von sich aus mei­den. For­scher in San Fran­cis­co un­ter­such­ten des­halb drei Jah­re lang 1.063 Frau­en, die ih­ren Kof­fe­in-Ge­nuss wäh­rend der Schwan­ger­schaft nicht ver­än­dert hat­ten. Un­ab­hän­gig von Übel­keit und Er­bre­chen und der da­durch even­tu­ell be­ding­ten Ab­nei­gung ge­gen kof­fe­in­hal­ti­ge Ge­trän­ke er­gab sich in ih­rer Stu­die ein er­höh­tes Ri­si­ko für eine Fehl­ge­burt, wenn täg­lich mehr als 200 mg Kof­fe­in kon­su­miert wur­den. Sie ra­ten des­halb Schwan­ge­ren auf Kaf­fee, Tee und kof­fe­in­hal­ti­gen Ge­trän­ke in den ers­ten fünf Mo­na­ten der Schwan­ger­schaft zu ver­zich­ten.

172 Frau­en oder 16 Pro­zent hat­ten eine Fehl­ge­burt er­lit­ten, eine durch­aus üb­li­che Rate, wenn man den Au­toren glau­ben darf. Un­ter den Frau­en, die mehr als 200 mg Kof­fe­in pro Tag zu sich ge­nom­men hat­ten, lag die Fehl­ge­bur­tra­te bei 24,5 Pro­zent. Bei Frau­en, die kei­ne kof­fe­in­hal­ti­gen Ge­trän­ke zu sich nah­men, wa­ren es nur 12,5 Pro­zent. Die Auf­nah­me von min­des­tens 200 mg Kof­fe­in pro Tag ver­dop­pel­te so­mit das Ri­si­ko ei­ner Fehl­ge­burt. Selbst für Schwan­ge­re, die we­ni­ger als 200 mg Kof­fe­in zu sich nah­men, war das Ri­si­ko ei­ner Fehl­ge­burt noch um 40 Pro­zent er­höht. Fak­to­ren wie das Al­ter, Bil­dungs­stand und Ein­kom­men der Mut­ter wur­den da­bei eben­so her­aus­ge­rech­net wie Rau­chen oder Al­ko­hol­kon­sum und eben auch Übel­keit und Er­bre­chen.

Wie viel Kof­fe­in in ei­ner Tas­se Kaf­fee ent­hal­ten ist, hängt nach Aus­kunft der Deut­schen Ge­sell­schaft für Er­näh­rung (DGE) von der Rös­tung so­wie von Art und Mi­schung der ver­wen­de­ten Kaf­fee­sor­ten ab, von der Par­ti­kel­grös­se des Kaf­fee­pul­vers, von der Brüh­me­tho­de und der Brüh­dau­er und na­tür­lich auch von der “Do­sis” ab. Eine Tas­se Kaf­fee dürf­te durch­schnitt­lich 75 mg, ein Be­cher etwa 100 mg Kof­fe­in ent­hal­ten.

Die For­scher ge­hen des­halb da­von aus, dass wirk­lich Kof­fe­in ver­ant­wort­lich ge­macht wer­den kann und kei­ne an­de­re kaf­fee-ty­pi­sche Sub­stanz: sie hat­ten in ih­rer Stu­die nicht nur den Kaf­fee-Ge­nuss ab­ge­fragt, son­dern auch aus­drück­lich nach an­de­ren kof­fe­in­hal­ti­gen Ge­trän­ken wie Tee oder Li­mo­na­den. Schwar­zer Tee ent­hält im­mer­hin noch halb so­viel Kof­fe­in (50 mg) wie Kaf­fee, Cola ca. 40 mg/Dose, En­er­gy­drinks 80 mg/Dose.

Über die Me­cha­nis­men, wie die Sub­stanz zu ei­nem er­höh­ten Fehl­ge­burt-Ri­si­ko bei­tra­gen könn­te, spe­ku­lie­ren For­scher bis­lang je­doch nur. Da Kof­fe­in leicht über die Pla­zen­ta auf das un­ge­bo­re­ne Kind über­geht, könn­te ein ho­her Kon­sum den sich noch ent­wi­ckeln­den Stoff­wech­sel des Em­bry­os über­for­dern. Der Kof­fein­ab­bau durch die Mut­ter ist wäh­rend der Schwan­ger­schaft ver­lang­samt. Und das Un­ge­bo­re­ne selbst ver­fügt über we­ni­ge Kof­fe­in ab­bau­en­de En­zy­me.

Quel­le: We­nig, X. et al.: On­line Aus­ga­be des Ame­ri­can Jour­nal of Obstetrics and Gy­ne­co­lo­gy

Letzte Aktualisierung: 07.04.2021, BH
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