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                              Frau sitzt auf der Kochinsel mit einer Tasse in der Hand

                              Anti-Mül­ler-Hor­mon und Frucht­bar­keit


                              Die An­zahl der Keim­zel­len nimmt ab der Ge­burt ei­nes Mäd­chens kon­ti­nu­ier­lich ab, denn sie wer­den nicht nach­pro­du­ziert. Die bio­lo­gi­sche Uhr tickt also – aber nicht bei al­len Frau­en gleich schnell. Bei den meis­ten tre­ten die ers­ten Sym­pto­me der Wech­sel­jah­re im Al­ter von etwa 50 Jah­ren auf. Bei man­chen Frau­en pas­siert dies be­reits vor dem 40. Le­bens­jahr (prä­ma­tu­re Ova­ri­al­in­suf­fi­zi­enz), bei an­de­ren erst mit An­fang 60. In­di­vi­du­ell kann es so­mit sehr un­ter­schied­lich sein, wie vie­le Ei­zel­len noch für eine Be­fruch­tung zur Ver­fü­gung ste­hen.

                              Be­stim­mung der Ei­er­stock­re­ser­ve


                              Der Ei­zell­vor­rat lässt sich durch das Zäh­len der Fol­li­kel im Ul­tra­schall und die Be­stim­mung von FSH, Ös­t­ra­di­ol und Anti-Mül­ler-Hor­mons (AMH) im Blut ab­schät­zen (Ovars­core). Das Anti-Mül­ler-Hor­mon wird in den Gra­nu­losa­zel­len der Ei­er­stö­cke pro­du­ziert und steigt mit der An­zahl rei­fungs­fä­hi­ger Fol­li­kel, der so­ge­nann­ten „ova­ri­el­len Funk­ti­ons­re­ser­ve“. Da­mit lässt sich der Er­folg ei­ner In-Vi­tro-Fer­ti­li­sa­ti­on (IVF) ein­schät­zen und eine hor­mo­nel­le Sti­mu­la­ti­ons­the­ra­pie in­di­vi­du­el­ler do­sie­ren, so­dass eine Über­sti­mu­la­ti­on ver­mie­den wer­den kann.

                              Was be­deu­tet ein nied­ri­ger AM-Hor­mon­spie­gel?


                              Bei er­wach­se­nen Frau­en im Al­ter zwi­schen 18 und 30 Jah­ren mit nor­ma­ler Frucht­bar­keit liegt der AMH-Wert zwi­schen 1 und 5 ng/ml. Er wird kaum be­ein­flusst vom Mo­nats­zy­klus, hor­mo­nel­len Ver­hü­tungs­mit­teln oder ei­ner Schwan­ger­schaft. Bei Wer­ten un­ter 1 ng/ml sind sehr viel we­ni­ger sti­mu­lier­ba­re Ei­zel­len vor­han­den und die ova­ri­el­le Funk­ti­on gilt als ein­ge­schränkt. Dann ist die Men­ge her­an­wach­sen­der sti­mu­lier­ba­rer Ei­bläs­chen re­du­ziert – und die Pro­gno­se für eine Kin­der­wunsch­be­hand­lung nicht ganz op­ti­mal. 

                              AMH er­höht:

                              • Hor­mon­stö­rung: Ist der Wert zu hoch, kann z.B. ein Po­ly­cys­ti­sches Ovar-Syn­drom (PCOS) da­hin­ter­ste­cken.

                              AMH er­nied­rigt:

                              • Zi­ga­ret­ten­rau­chen: Rau­che­rin­nen wei­sen ge­ne­rell ei­nen nied­ri­ge­ren AMH-Ge­halt im Blut auf, un­ab­hän­gig von der An­zahl der Zi­ga­ret­ten pro Tag.

                              • Anti-Baby-Pil­le: Bei Frau­en, wel­che über sehr lan­ge Zeit die Pil­le ein­ge­nom­men ha­ben, kann der AMH-Wert um bis zu 30 % nied­ri­ger sein.

                              • Al­ter: Ab dem 30. Le­bens­jahr sin­ken die AMH-Kon­zen­tra­tio­nen. 

                              Sagt der AMH-Wert et­was über die Frucht­bar­keit aus?


                              Die in­di­vi­du­el­le Ei­er­stock­re­ser­ve al­lein sagt ganz grob et­was über die Zeit­span­ne aus, in der eine Frau noch frucht­bar ist, bzw. ob sie in­ner­halb der nächs­ten Jah­re noch mit re­la­tiv ho­her Wahr­schein­lich­keit schwan­ger wer­den kann.

                              Die­se Un­ter­su­chung ist kein „Frucht­bar­keits­test“. Denn da­mit wird nicht die tat­säch­li­che ak­tu­el­le Frucht­bar­keit be­ur­teilt, also die Chan­ce, im nächs­ten Zy­klus schwan­ger zu wer­den. Die­se hat nichts mit der An­zahl, son­dern mit der Qua­li­tät der Ei­zel­len zu tun, wel­che vor al­lem vom Al­ter ab­hängt. Wenn eine Frau nur we­ni­ge Ei­zel­len üb­rig hat, eine an­de­re da­ge­gen sehr vie­le, kann es trotz­dem sein, dass bei­de gleich schnell schwan­ger wer­den. An­de­re Fak­to­ren, wie bei­spiels­wei­se der Zy­klus­ver­lauf, die Qua­li­tät der Ei­lei­ter oder der Sper­mi­en des Part­ners, und das Ri­si­ko für eine frü­he Fehl­ge­burt ent­schei­den letzt­lich über den Ein­tritt ei­ner Schwan­ger­schaft.

                              Ex­per­ten hal­ten des­halb die Be­stim­mung des AMH-Wer­tes bei ge­sun­den Frau­en für un­nö­tig. Das Wis­sen um ei­nen nied­ri­gen Wert be­un­ru­hi­ge nur un­nö­tig. Und Frau­en mit nor­ma­lem Wert, die aber schon über 35 Jah­re alt sind, soll­ten ih­ren Kin­der­wunsch oh­ne­hin nicht auf­schie­ben. Der AMH-Wert kön­ne aber sinn­voll sein bei auf­fäl­li­gen Mens­trua­ti­ons­zy­klen und Zy­klus­stö­run­gen und als Be­glei­tung ei­ner IVF-The­ra­pie.

                              Letzte Aktualisierung: 25.02.2021, BH
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