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Was steit denen alte Manne wohl a?

Was steit denen alte Manne wohl a?
Viva!
Es Stiefeli Tuback un es Halbschöppli i Sack.
Viva! das steit ne wohl a.

Was steit denen alte Wibere wohl a?
Viva!
Am Morge früeh uf, ga brummle vor 's Hus.
Viva! das steit ne wohl a.

Was steit denen alte Chnabe wohl a?
Viva!
Vom Runde gli hei, wil sie nienen ine cheu.
Viva! das steit ne wohl a.

Was steit denen alte Jumpfere wohl a?
Viva!
Bi Ziten i 's Bett, wil se niemer nüt schetzt.
Viva! das steit ne wohl a.

Was steit dene junge Manne wohl a?
Viva!
E Stäcken i d Hand, ga tschämele dur 's Land.
Viva! das steit ne wohl a.

Was steit dene junge Wibere wohl a?
Viva!
Es Chindli i d Schoss, der Wieglen e Stoss.
Viva! das steit ne wohl a.

Was steit dene junge Buebe wohl a?
Viva!
Es Schöppeli Wi, schöns Schätzeli derbi.
Viva! das steit ne wohl a.

Was steit dene junge Meitschi wohl a?
Viva!
E Röselichranz, mit de Buebe zum Tanz.
Viva! das steit ne wohl a.

Über das Lied

In den verschiedensten Formen weitverbreitetes Schweizer Lied. Unser Text nach Niederschriften aus Lützelflüh, Bleienbach, Gossau (Zürich), Frauenkirch (Davos) und aus dem Aargau. Andere Fassungen aus dem Kt. Bern im Archiv V, Kt. Appenzell bei A. Tobler, aus Dagmarsellen (Gassmann).

Vielfach wird statt des Kehrreims "Viva!" und "Viva! das steit ne wohl a!" gesungen: Geduld! Geduld! usw. Dieses Wort dürfte auf ein eigentliches Geduldslied zurückgehen, das nach dem Zeugnis von Jak. Stutz um 1816 im Zürcher Oberland von einem alten Harfner aus Glarus gesungen wurde und dessen erste Strophe so lautet:

Was ist fü alle Übel gut! - Geduld!

Was macht den Menschen Herz und Mut? - Geduld!

Was macht dir leicht das schwerste Leid?

Was bringt dir Fried und Fröhlichkeit?

Geduld, Geduld, Geduld!

 

Unsere Melodie, anklingend an diejenige von "Es ritten drei Reiter zum Tore hinaus" und "Bemooster Bursche zieh ich aus".

 

 

Quelle: Im Röseligarte, Schweizerische Volkslieder