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Was isch doch o das Heimelig?

"Was isch doch o das Heimelig?
's isch no nes artigs Wort.
's muess öppis Guets z bidüte ha,
Me seit's vo liebe Lüte ja,
Vo mängem hübschen Ort."

Chumm här und los es chliseli.
Mir wei's erduure fri!
's isch nüt vo prächtig, nüt vo gross,
Es glichet weder Stadt no Schloss,
's isch ehnder schmal und chli.

Keis zierlichs neus und stattlichs Hus
Het's dickisch im Verlag.
Viel lieber wohnt's i Hüsene,
I subren alte Stüblene,
Wo d Sunne zueche mag.

A ds Fänster sitzt es mängisch da,
Wenn Räbelaub dra stigt,
Wenn vornezue der Garte blüjt
Und grüen e dunkli Laube trüjt,
Und alls drum-ume schwigt.

Z Mittag im heitre Sunneglanz
Isch's nit so gärn bi'r Hand;
Doch wenn der Mon am Himmel steit,
Und ds Abestärnli vüre geit,
De düüsselet's i ds Land.

Und wo-n-es härzigs Pärli chüsst
Bim Öpfelbaum am Bach,
Und Chindleni drum ume si
Und rächt e guete Fründ derbi,
Da het's die besti Sach.

So z mitts im Winter bim Kamin,
Wenn Alts u Jungs si freut,
Es bitzli singt, es bitzli lacht
Und zwüsche-düre Pössli macht,
Da hilft's ech was der meut.

Churzum, wo ds Härz im Lib der seit:
"Wie tusigs wohl bin ig!"
Wo d' wie daheime wohne magst
Und süst na keine Güetre fragst,
Da isch es heimelig!

Über das Lied

Gedicht von Joh. Rud. Wyss dem Jüngern von Bern (1782 - 1830), dem Mitherausgeber der "Alpenrosen" (1811 - 1830), wo die meisten seiner Gedichte erschienen, und der Sammlung "Schweizer Kühreihen und Volkslieder", welche als Nr. 21 sein "Was heimelig sig" enthält. Die Singweise von Ferd. Huber. Das Original (bei Wyss Nr. 21) hat 12 Strophen.

 

Str. 1, V. 2 artig: seltsam, eigen.

Str. 2, V. 2 erduure: erwägen.

Str. 3, V. 2 dickisch: häufig.

 

 

Quelle: Im Röseligarte, Schweizerische Volkslieder