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Es ist kein Öpfeli nie so rot

Es ist kein Öpfeli nie so rot

Es ist keis Öpfeli nie so rot,
Es hed es Würmli i.
Sobald die Meitjä gebore,
Füehre si ä falschä Schi.

Ä falschä Schi, ä stolzä Muat
Ist alle Chnabä Bruuch.
Am Abed wends nit nieder
Und am Morged au nid uf.

Ä falschä Schi nur nit allein,
Dazuo ä stolzä Muat,
Das ist de junge Meitjä
Ihr einziges Heiratsguat.

Die Hasä, die mä schiessä soll,
Die laufä druch dä Wald,
Und Chnabä soll mä liebä,
Nu ja sie werden alt.

Und wenn sie alt und grumpfät sind,
Värlieränd sie där Schi;
Spricht eini zu där anderä:
"Nimm ä du, er ist nit mi".

Wenn-t-ä du nit magst und än i nit mag,
Wer Teufels mag ihn dann!
Man ladt ihn in Kanonen,
Schiässt ihn nach Amsterdam.

Über das Lied

Aus Graubünden

Der Text nach Herrn Chr. Hatz in Masans-Chur, die Melodie nach Herrn J. R. Schewlin in Frauenkirch, nach dessen Niederschrift ich auch einen Widerspruch in der ersten Strophe berichtigt und die dritte Strophe ergänzt habe. In dieser Gestalt erscheinen die resten 5 Strophen als ein neckischer Wechselgesang zwischen Burschen und Mädchen.

Von der Strophe gibt Ditfurth (Deutsche Volks- und Gesellschaftsleider des 17. und 18. Jahrhunderts) ein Beispiel aus Franken. In einem Lies aus Schlesien " Jezt kommt die Zeit, dass ich wandern muss" (Erk-Böhme II) erscheinen unsere Strophen1, 2, 4-6 als Wanderstrophen eingeschoben

 

Quelle: Im Röseligarte, Schweizerische Volkslieder