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Der Meien isch kommen

Der Meien isch kommen u das isch ja wahr!
Es gruenet jitz alles i Laub un i Gras.
I Laub un i Gras si der Blüestli so viel,
Drum tanzet ds Mareili im Seitespiel.
Nu tanz, nu tanz, Mareieli tanz.
Du hesch es gewunnen e Rosechranz!

Mir haue der Meie, mir tüe ne i ds Tau;
Mir singe's dem Bure sir fründlige Frau,
Der fründlige Frau u dem ehrliche Ma,
Der üs eso richlich belohne cha.
Die Büri isch loub, u si git is so gärn.
Schön Öpfel u Bire mit brunem Chärn.

Gät use, gät use, viel Eier u Gäld!
So chönne mir witers und zieh über Fäld.
Gät usen, ihr Lüt, gät is Anken u Mähl!
Die Chüechli si hür no bas als färn.
E Chetti vo Guld, wohl z'rings um das Hus!
U jitzen isch üses schön Meielied us.

Dank
Gott dank ech, Gott dank ech, ihr fründlige Lüt!
Gott helf ech, Gott helf ech i ds himmlische Rich!
Im Himmel da isch wohl e guldige Tisch,
Da sitze die Ängel gesund u frisch.
Im Himmel da isch e guldige Thron;
Gott gäbi euch alle der ewigi Lohn!

Über das Lied

(Mailied oder Altes Sechseläutenlied)

Wort und Weise nach Wyss. Rr bemerkt dazu: "Dieses einfache Liedchen wird am 1. Mai von mehreren Kindern vor den Häusern gesungen. Sie halten dabei ein Bäumchen in der Hand, geschmückt mit bunten Bändern und ausgeblasenen Eiern. Freudenberger hat diese ländliche Szene in enem seiner Blätter sehr lieblich dargestellt". Nach J. Staub (Kinderbüchlein VI. Heft, St. Gallen) wurde in Zürich und Umgebung das Lied noch 1846 am Sechseläuten (früher am 1.Mai) von Kindern gesungen.

Die Melodie, die an den Dudelsack erinnert, wird ursprünglich von einem einfachen Tanz begleitet gewesen sein, worauf auch die Worte der 1. Strophe hinweisen.

 

 

Quelle: Im Röseligarte, Schweizerische Volkslieder