2. Lebenswoche
Neugeborenes | Entwicklung, körperlich | Erste Wochen daheim

Die zweite Woche

Das Leben zu Hause spielt sich so langsam ein. Noch ist alles ziemlich neu, und als frischgebackene Eltern müssen Sie sich in dieser Rolle erst zurechtfinden. Ihr Körper, aber auch Ihre Seele befinden sich in einer Ausnahmesituation - im Wochenbett. Antworten auf alle Ihre Fragen finden Sie bei swissmom unterteilt in übersichtliche Bereiche.

Ausserdem will zusätzlich zur Betreuung des Babys der Familienhaushalt organisiert sein. Ganz wichtig ist es, dass Sie schon vor der Geburt in Ruhe mit Ihrem Partner besprechen, wer welche Aufgaben übernimmt. Fairplay gilt auch zu Hause! Sicher gibt es zudem Angebote von Freunden oder Verwandten, Ihnen zu helfen, Wege abzunehmen oder Dinge zu erledigen. Das sollten Sie auf jeden Fall annehmen! Nutzen Sie es ruhig ein wenig aus, dass man Ihnen und dem Kind grosse Aufmerksamkeit schenkt. Im Zweifelsfall kann sowieso alles erst einmal warten, ausser Ihrem Baby, das Sie vor allem in den ersten Wochen voll und ganz beanspruchen wird. Und wenn es Ihnen eine kurze Pause gönnt, sollten Sie ein Verwöhnprogramm für sich selbst einschalten: Mit einem Nickerchen, ein paar Entspannungsübungen...

Wenn Ihr Baby nach den Mahlzeiten satt ist oder eine sanfte Stimme hört, lächelt es gelegentlich schon. Dieses „Engelslächeln“ erfolgt noch ganz unbewusst und gar nicht zielgerichtet – aber es verstärkt unsere Zuneigung und weckt den Beschützerinstinkt. Vor Urzeiten konnte das einmal lebenswichtig sein!

Beachten Sie!

Baby-Kolumne

2. Woche: "Zu Hause angekommen"

Saugen und Händchenkauen sind zur Zeit seine Hauptaktivitäten. Ganz deutlich ist der angeborene Greifreflex zu erkennen: Berührt man die Handfläche des Babys mit dem Zeigefinger, dann schliessen sich alle Finger und der Daumen um ihn und halten ihn so fest, dass man das Kind daran hochziehen könnte. Es verliert aber seinen „Laufreflex“: Wird es auf die Füsse gestellt, sackt es zusammen. 

In Rückenlage legt das Baby den Kopf auf die Seite. In Bauchlage versucht es, ihn für einen Moment anzuheben und auf die Seite zu legen. Die Arme und Beine werden noch unkoordiniert und ruckartig bewegt. Bis zum Ende des Monats gewinnt es mehr Kontrolle über seine Muskulatur und die Bewegungen werden fliessender. Erschrecken Sie nicht, wenn Ihr Baby ein wenig schielt. Auch das gibt sich in der Regel, wenn die Augenmuskeln koordinierter arbeiten. Nicht selten ist jetzt ein Auge etwas verklebt. Ursache kann ein verstopfter Tränengang sein. 

Das Baby kann schon wenige Kehlkopflaute unwillkürlich hervorbringen und beunruhigt manchmal die Eltern durch schnorchelnde Atemgeräusche, vor allem nachts. Das ist durch einen zu weichen Kehlkopfdeckel bedingt und harmlos. 

Wenn Sie Ihr Kind stillen, wird es in dieser Woche spätestens die ersten Schwierigkeiten geben. Weil viele Babys ständig nach der Brust verlangen und gleich nach dem Stillen schon wieder schreien, interpretieren die Eltern dies als Zeichen für ungestillten Hunger. Doch Babys nehmen sich das, was sie brauchen, und es sind eher die zu ruhigen Babys, die zu wenig bekommen. In den ersten drei Wochen gilt achtmal Stillen pro 24 Stunden als normaler Durchschnitt. Lassen Sie sich auf keinen Fall entmutigen, sondern suchen Sie Hilfe bei einer Hebamme, Still- oder Mütterberaterin. Adressen finden Sie über unsere Linksammlung und im Bereich Baby/Praktisches in unseren Stillinformationen.

Schreien hat nicht immer etwas mit Hunger zu tun. Natürlich beruhigt sich Ihr Kind, wenn Sie es anlegen. Doch wenn Sie merken, dass es gar nicht trinkt, sondern nur nuckeln will, sollten Sie es anders beruhigen. Sonst wird Ihre Brustwarze wund. Bieten Sie ihm lieber einen Nuggi an oder beschäftigen Sie sich liebevoll mit ihm. Bald haben Sie schon ein gutes Gefühl dafür, was Ihr Baby Ihnen mitteilen will. Wenn Ihr Baby Koliken hat, hilft es ihm sicher, wenn Sie es im Fliegergriff (mit seinem Bauch auf Ihrer Hand) herumtragen - oder einer unserer vielen anderen Tipps

Überhaupt brauchen Sie jetzt viel Ruhe und eine gewisse Regelmässigkeit der Abläufe. Auch wenn sicher alle Ihre Freunde und Verwandte das Baby und Sie besuchen, womöglich auch das Baby hoch und in den Arm nehmen wollen - besser wäre es, damit noch ein paar Tage zu warten. Machen Sie es dann zur Bedingung, dass alle Besucher etwas zu Ihrer Entlastung mitbringen: einen Auflauf, einen Kuchen, eine Thermoskanne Tee!

Sofern sich die Mütter- und Väterberaterin Ihrer Gemeinde noch nicht bei Ihnen gemeldet hat, nehmen Sie doch mit ihr Kontakt auf. Sie bietet unentgeltliche Beratung und Begleitung von Eltern mit Säuglingen und Kleinkindern an. Sehr wahrscheinlich haben Sie die Adresse von Ihrer Geburtsklinik erhalten, sonst erfahren Sie sie von Ihrer Gemeindeverwaltung oder finden sie auf der Homepage www.muetterberatung.ch.

Noch eine wichtige Information: Gewöhnen Sie sich jetzt schon an, Ihr Baby niemals an einem Ort unbeaufsichtigt liegen zu lassen, der nicht an allen Seiten gesichert ist. Es ist zwar ungewöhnlich, dass ein Neugeborenes schon vom Wickeltisch fällt oder vom Elternbett rollt - aber unmöglich ist es nicht. Wenn Sie aus dieser einfachen Massnahme eine Selbstverständlichkeit machen, werden Sie in den nächsten Wochen und Monaten nicht von einem plötzlichen Mobilitätsschub überrascht. Und das kann Ihrem Baby möglicherweise das Leben retten. Denn ein Sturz von einer Höhe von 80 cm kann schon lebensgefährlich sein. Babys fallen oft mit dem Kopf zuerst, weil er das schwerste Körperteil ist, und ziehen sich so schlimme äussere Verletzungen am Schädel und Hirnblutungen zu.


Häufige Fragen

Ich habe nach der Geburt gleich einen Lippenherpes-Schub bekommen. Was soll ich tun?

Soll ich mein Baby immer nur an einer oder an beiden Seiten anlegen?


Wissen

Neugeborene schreien in ihrer Muttersprache

Sturz vom Wickeltisch


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Letzte Aktualisierung : 11.2018, BH

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