Die perfekte Säuglingsernährung

Die natürlichste Säuglingsernährung: Stillen

Schon während der Schwangerschaft haben die meisten Frauen eine Vorstellung davon, ob sie ihr Kind stillen oder ihm den  Schoppen geben wollen. Die Entscheidung für das eine oder andere liegt selbstverständlich ganz bei Ihnen.

Stillen wird jedoch von Hebammen und Ärzten/Ärztinnen sehr empfohlen, und zwar aufgrund einer Vielzahl von Vorteilen, die es für das Kind und auch die Mutter bietet. Tatsächlich kann praktisch jede Frau erfolgreich stillen, wenn sie will, wenn sie von ihrer Umgebung unterstützt wird und umfassend informiert ist. Selbst Hohl- oder Flachwarzen, die man früher als Stillhindernis angesehen hat, sind kein Grund mehr für die Schoppennahrung. 

Mindestens vier von fünf frischgebackenen Müttern wollen heutzutage ihre Babys stillen. Die Statistik zeigt deshalb auch deutlich, dass Stillen wieder „modern“ geworden ist: Die Stillquote liegt inzwischen in der Schweiz regional unterschiedlich zwischen 80 und 92%, doch nach vier Monaten werden nur noch achtundvierzig Prozent der Kinder voll gestillt.

Stillen ist zwar die natürlichste Form, ein Baby zu ernähren, aber auch natürliche Fähigkeiten müssen erst geübt werden. Und der Anfang ist oft ganz schön schwer! Lassen Sie sich nicht entmutigen von den ersten Schwierigkeiten. Lassen Sie sich helfen! Sehr gute Informationen rund um das Stillen gibt es bei verschiedenen Institutionen unter www.stillen.ch, www.muetterberatung.ch und www.stillberatung.ch. Und fast jede Geburtsklinik beschäftigt heute speziell ausgebildete Pflegekräfte und Hebammen als Stillberaterinnen und ist stolz auf eine hohe Stillfrequenz. Haben Sie sich mit dem Stillen angefreundet und kennen die Tricks, ist es nicht anders als mit dem Velofahren: Wenn man es erst einmal kann, ist es kinderleicht.

Andererseits: Wenn Sie durchaus nicht stillen möchten, kann Sie die beste Stillberatung nicht dazu überreden. Stellen Sie dann bewusst auf Fertigmilch um. Zermürben Sie sich nicht selbst mit einem schlechten Gewissen – stehen Sie zu Ihrer Entscheidung. Schuldgefühle bedeuten nur eine weitere Belastung und helfen niemandem. Darüber hinaus wachsen und entwickeln sich auch Kinder, die Schoppennahrung erhalten, völlig normal. Und vielleicht sogar besser als unzufrieden gestillte Babys.

Hier finden Sie unsere Informationen rund um's Stillen:

Eine Sammlung der häufigsten Fragen zum Thema Stillen finden Sie hier, Beratung in unserer Linksammlung "Stillberatung"

Newsticker

Es wird wieder mehr gestillt… | 22.07.2016

Stillen hat nicht nur gesundheitliche Vorteile für das Kind, sondern auch für die Mutter. Doch die Empfehlungen der Fachleute, das Kind vier bis sechs Monate ausschliesslich zu stillen, werden nur von einem Teil der Mütter befolgt. Wissenschaftler der Universität Ulm haben nun herausgefunden, dass zwar die Stillhäufigkeit in den letzten Jahren weiter angestiegen ist, doch fast ausschliesslich bei den besser gebildeten Müttern. Frauen mit niedriger Schulbildung stillen seltener oder hören früher mit dem Stillen auf. Neben der Bildung spielen auch Zigaretten- und Alkohol-Konsum sowie die Art der Geburt eine Rolle. Bei Frauen mit Untergewicht, aber auch mit starkem Übergewicht sind Stillrate und Stilldauer deutlich niedriger als bei Normal- oder leicht übergewichtigen.

Newsticker

Internet-Handel mit Muttermilch: Über soziale Netzwerke wie Facebook bieten Mütter ihre Milch an. Frauen, die nicht stillen können, sind dankbare Abnehmerinnen. Kinderärzte warnen jedoch: Spenderinnen können Medikamente oder Drogen nehmen, ansteckende Krankheiten haben, beim Transport könne die Muttermilch verderben. Die Nährstoffzusammensetzung der Brustmilch müsse genau auf das Alter des Babys abgestimmt sein. Künstliche Säuglingsmilch gleiche heute schon sehr stark der Muttermilch und kann ohne Bedenken gefüttert werden. (swissmom-Newsticker 25.10.2012) 

Brust gegen Bares: Das Stillen ist im Vereinigten Königreich selten geworden, besonders in sozial schwachen Vierteln. Nun sollen englische Mütter mit Gutscheinen zur Muttermilchernährung ihrer Neuge­borenen ermuntert werden. Im Rahmen eines Pilotprojekts wird den Teilnehmerinnen ein Einkaufsgutschein über 120 Pfund (rund 140 Euro) ausgehändigt, wenn sie ihr Baby sechs Wochen lang stillen. Der Betrag steigt bei einer Stilldauer von sechs Monaten auf 200 Pfund. Bei Erfolg wird an ein landesweites Programm gedacht. Hebammen kritisieren das Pilotprojekt. Die Motivation zum Stillen solle nicht aus finanziellen Erwägungen, sondern aus dem Interesse am Wohle des Kindes kommen. (swissmom Newsticker, 6.2.14)

Stillen ist in: Die Ergebnisse der neusten Studie zur Säuglingsernährung und Gesundheit im ersten Lebensjahr (Swifs) zeigen, dass sich die Mütter in der Schweiz eng an die nationalen Empfehlungen zum Stillen und zur Säuglingsernährung halten. 95% der Mütter stillen nach der Geburt, 62% in den ersten drei bis vier Monaten ausschliesslich. Das bedeutet eine Zunahme von 9% gegenüber der Vorgängerstudie aus dem Jahr 2003. Die „Swiss Infant Feeding Study“ wird alle 10 Jahre vom Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen in Auftrag gegeben und vom Schweizerischen Tropeninstitut / Public-Health-Institut durchgeführt. (swissmom Newsticker, 20.4.15)

Muttermilch-Forschung: Die Universität Zürich gab soeben die Einrichtung einer neuen Assistenzprofessur für Muttermilch-Forschung an der Medizinischen Fakultät bekannt. Es ist die weltweit erste zu diesem Thema. Ermöglicht wird der Lehrstuhl durch eine Spende von 20 Millionen Franken der Familie-Larsson-Rosenquist-Stiftung. Die Unternehmerfamilie Larsson hat ihr Vermögen mit der Medela AG (Milchpumpen und medizinische Sauggeräte) erwirtschaftet. Die Rendite aus den 20 Millionen Franken soll den Lehrstuhl für mindestens 25 Jahre finanzieren. Dabei soll nicht nur über Muttermilch und das Stillen geforscht werden, sondern die Erkenntnisse sollen auch in die Lehre einfliessen (Ausbildung von Ärzten, Aufbau einer Online-Beratungsplattform). (swissmom Newsticker, 8.7.15)

Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH