Baby im Schlafsack im Babybett

Wie viel Schlaf braucht ein Baby?

Der Schlafrhythmus und die Schlafdauer von Babys und Kindern sind ganz unterschiedlich. Vor allem Neugeborene haben in ihren Schlafgewohnheiten noch kein regelmässiges Muster und noch deutlich mehr REM-Schlafphasen als Erwachsene. In einer REM-Schlafphase ist der Schläfer näher am Wachzustand als in einer sogenannten Non-REM-Phase. Die vielen Leichtschlafphasen, in denen das noch so schutzlose und empfindliche Baby Hunger oder Kälte wahrnehmen kann, sind überlebensnotwendig.

So verteilen Säuglinge ihre Schlafzeiten gleichmässig auf Tag und Nacht und sechs bis sieben Schlafintervalle, die 45 Minuten bis vier Stunden lang sein können. In den ersten Lebenswochen wachen sie oft alle ein bis zwei Stunden auf und schlafen einfach nur zwischen den Mahlzeiten sehr viel. Manche Babys kommen im ersten Monat auf 20 Schlafstunden, anderen sind 13 Stunden genug. Der Durchschnitt liegt zwischen 16 und 18 Stunden.

Die Schafzeiten Ihres Babys sollten Sie natürlich auch konsequent nutzen, um sich zu erholen. Schlaue Mamis gönnen sich dann auch ein Nickerchen. Der Haushalt kann ruhig auf niedrigster Stufe bewältigt werden, der Kühlschrank wird von guten Geistern mit gesunden Snacks (Joghurt, Müesli, Trockenobst, kaltes Pouletfleisch, Käse und Vollkornbrot) gefüllt.

Nachts kann es in den ersten Monaten sein, dass Ihr Baby alle zwei bis drei Stunden wach wird und Hunger hat. Wacht es nachts auf, füttern Sie es und geben Sie ihm eine frische Windel. Lassen Sie nur ein schwaches Licht dabei brennen. Legen Sie sich alles für's Wickeln griffbereit zurecht, damit Sie Ihr Kind nicht unnötig viel herumtragen müssen. Am einfachsten ist das, wenn Sie das Babybett direkt an Ihrer Seite haben.

Nach einer Weile, so zwischen dem vierten und sechsten Lebensmonat, beginnt sich ein regelmässiger Rhythmus herauszubilden und die Wachzeiten werden allmählich länger. Im vierten und fünften Lebensmonat sind 14 bis 15 Stunden pro Tag/ Nacht der Durchschnitt, während im zweiten Lebenshalbjahr gut 13 Stunden ausreichen. Dann bekommt das Baby auch ein Gefühl für Tag und Nacht, Aktivität und Ruhe. Die Schlafzeiten liegen dann eher in den Nachtstunden (manche Babys schlafen dann schon 11 Stunden an einem Stück durch), mit zwei Nickerchen am Tag, nämlich in den Morgenstunden und am frühen Nachmittag. Ab dem ersten Geburtstag gewöhnen sich viele Kleinkinder daran, den Tagesschlaf auf einen Mittagsschlaf von ein bis zwei Stunden zu kürzen. 

Jetzt brauchen sie nicht mehr sofort aufzustehen, wenn Ihr Baby weint. Oft beruhigt es sich nach ein paar Minuten von selbst. Wenn nicht, können Sie immer noch nachschauen gehen und trösten, aber nur mit gedämpfter Stimme sprechen. Zeigen Sie ihrem Baby deutlich, dass jetzt nicht Spiel- sondern Schlafenszeit ist. Sie sollten versuchen, in der Nacht für eine ruhige, leise und dunkle Atmosphäre zu sorgen. Nehmen Sie Ihr Baby nicht auf den Arm oder mit ins elterliche Bett, sondern setzen Sie sich an sein Bettchen und streicheln oder singen Sie es in den Schlaf.

Im Alter von zwölf Monaten schlafen die meisten Kinder nachts regelmässig durch. Richtig angewandte Einschlafrituale können dabei helfen.

Die durchschnittlichen Schlafzeiten pro Tag betragen im Alter von:

  • 1 Woche ca. 16 1/2 Stunden
  • 1 Monat ca. 15 1/2 Stunden
  • 3 Monaten ca. 15 Stunden
  • 6 Monaten ca. 14 1/2 Stunden
  • 9 Monaten ca. 14 Stunden
  • 12 Monaten ca. 13 3/4 Stunden
  • 18 Monaten ca. 13 1/2 Stunden
  • 2 Jahre ca. 13 Stunden

Dies sind natürlich nur generelle Richtwerte! Wenn Ihr Kind zwar vergleichsweise wenig schläft, aber dabei nicht weinerlich oder quengelig wird, besteht kein Grund zur Sorge. Es ist dann einfach ein sehr aktives Kind. Wie es Erwachsene gibt, die weniger Schlaf brauchen als andere, gibt es auch Kinder, die mit weniger Ruhestunden auskommen. Passen Sie sich seinem Rhythmus an. Man kann kein Kind zum Schlafen zwingen.

Wenn Sie unsicher sind über die Schlafgewohnheiten Ihres Kindes, können Sie ein sogenanntes "Schlafprotokoll" führen und dies bei Ihrem nächsten Besuch in der Kinderarztpraxis oder bei der Mütterberatung beurteilen lassen.

Information zum Schlafbedürfnis von Kleinkindern finden Sie hier.

Letzte Aktualisierung: 11.2016, MR/BH