Waschen

Waschen

Wenn sich das Kind im Wasser überhaupt nicht wohl fühlt, ängstlich ist oder Sie noch zu nervös sind, um Ihr Kind zu baden, ist Waschen mit einem Waschlappen oder Schwamm die einfachste Lösung. Dies gilt auch dann, wenn aus anderen Gründen ein Vollbad nicht in Frage kommt.

Fachleute sind heute der Meinung, dass ein Vollbad auf keinen Fall täglich nötig sei, da es die Haut austrocknet. Vor allem in den ersten zwei Lebenswochen soll so wenig wie möglich und nur so viel wie nötig gewaschen und gebadet werden. Der Grund: Die Haut des Neugeborenen muss sich erst an die neuen Gegebenheiten anpassen. Nach dem Leben im warmen Wasser muss sie nun mit relativ kühler und trockener Luft zurecht kommen. Die Hautfeuchtigkeit ist aber bei Neugeborenen noch sehr niedrig und der Säureschutzmantel noch nicht aufgebaut. Auch funktioniert das Ökosystem der Haut, also die schützende Besiedlung mit Hautbakterien, noch nicht. Dies alles führt häufig zu empfindlichen Reaktionen auf Wasser und Pflegeprodukte.

Während Sie das Kind waschen, können Sie es auf einem Handtuch auf Ihrem Schoss halten oder es auf eine mit einem Handtuch bedeckte Wickelmatte legen. Das Kind sollte noch nicht gleich völlig nackt sein, es würde frieren oder sich gar unterkühlen. Hilfreich ist eine an der Decke oder an der Wand (weit genug entfernt!) angebrachte Wärmelampe oder ein Heizstrahler.

Man beginnt am besten mit dem Gesicht und dem Kopf und fährt dann weiter über den Rumpf nach unten fort. Auf diese Weise werden Keime und Bakterien von Po und Windelbereich nicht über den ganzen Körper verteilt. Reinigen Sie zunächst mit einem feuchten Waschlappen Augen und Gesicht. Beginnen Sie im äussern Augenwinkel und wischen Sie immer von aussen nach innen. Gesicht, Hals und Hände werden dann abgewischt, und natürlich auch die Hautfalten hinter den Ohren. Verwenden Sie bei Bedarf für die Reinigung von Nase und Ohren einen zur Spitze gedrehten Wattebausch. Wattestäbchen sind nicht nötig, ja sogar gefährlich, denn sie können das Trommelfell und die Härchen im Gehörgang, aber auch die Nasenschleimhaut verletzen. Mehr zur richtigen Ohrreinigung.

Ziehen Sie dem Baby dann Hemdchen und Jäckchen oder Pullover aus und streichen Sie behutsam, am besten mit einem warmen, feuchten Schwamm oder Waschlappen, über den Oberkörper (Brust, Bauch und Rücken). Seife oder Babywaschlotion sind nur bei gröberen Verunreinigungen notwendig. Insbesondere die Hautfalten sollten mit besonderer Sorgfalt gereinigt werden. Drücken Sie den Schwamm aus und wischen Sie nochmals nach. Dann trocknen Sie Ihr Baby sorgfältig ab.

Wenn Sie Ihrem Kind auch die Haare waschen möchten, denken Sie daran, dies zu tun, bevor Sie ihm neue Wäsche anziehen. Dazu streicht man sanft mit einem mit Wasser und etwas Baby-Shampoo befeuchteten Schwamm oder Waschlappen über den Kopf. Am besten halten Sie danach das Baby in ein Handtuch gewickelt mit dem Kopf über die Babywanne oder Schüssel und spülen so das Shampoo ab. Legen Sie es dazu auf Ihren Unterarm und achten Sie darauf, dass sein Kopf durch Ihre Handfläche gestützt wird. Danach werden Kopf und Haare mit einem weichen Handtuch sehr sorgfältig abgetrocknet, denn gerade am Kopf frieren Babys sehr leicht.

Zuletzt kommt der Windelbereich an die Reihe. Vergessen Sie nicht, dem Baby zuvor das Hemdchen wieder anzuziehen, da es sonst friert. Für die Reinigung des Nabelrestes (Nabelstumpf) halten Sie sich an die Anweisungen Ihrer Geburtsklinik, Hebamme oder Mütterberaterin.

Waschen Sie den Genitalbereich von Mädchen sorgfältig von vorn nach hinten. Weisses Scheidensekret ist bei Mädchen völlig normal. Waschen Sie den Genitalbereich mit klarem, sauberem Wasser gründlich ab und tupfen Sie ihn trocken. Bei einem Knaben sollten Sie darauf achten, alle Hautfalten sorgfältig zu säubern. Ziehen Sie dabei aber die Vorhaut nicht zurück.

Zum Schluss werden noch Beine und Füsse gewaschen und abgetrocknet und dem Baby frische Windeln und Kleidung angelegt.

Letzte Aktualisierung : 05.2016, MR / BF

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