Baby im Flugzeug

Mit dem Baby im Flugzeug

Die Flugreise mit einem Baby kann sehr viel angenehmer sein, als eine Autofahrt derselben Länge. Vor allem, wenn man alle Möglichkeiten der Vorbereitung nutzt! Andererseits muss man auf alles gefasst sein, wenn man mit einem Baby oder Kleinkind ins Flugzeug steigt.

Wie ein Kind auf die langen Wartezeiten oder beengenden Verhältnisse im Flugzeug reagiert, ist unvorhersehbar. Manchmal schläft es schon vor dem Start ein, beruhigt vom Summen der Motoren. Das schont Ihre Nerven, ist jedoch im Hinblick auf die Belüftung der Ohren und den Druckausgleich nicht günstig. Im schlechtesten Fall brüllt und quengelt Ihr Sprössling während des ganzen Fluges. Dann ist Ruhe und Gelassenheit gefragt, um genervte Blicke der Sitznachbarn zu ertragen.

Bis zu zwei Jahren fliegen Kinder zwar kostenlos (bzw. für eine Bearbeitungsgebühr), aber ohne eigenen Sitzplatz. Bei Start und Landung, aber auch bei Turbulenzen, sitzen sie auf dem Schoss der Eltern, höchstens befestigt mit einem Zusatzgurt, der seinen Zweck im Notfall nicht erfüllen wird. Mit Babys und Kleinkinder empfiehlt es sich deshalb, schon im Reisebüro wenigstens einen Gangplatz, möglichst aber  die sogenannten Mutter-Kind-Sitzplätze, meistens die ersten Sitzreihen in grossen Flugzeugen, zu buchen. Für Säuglinge bis ca. 10 kg gibt es dort spezielle Babybetten oder -schalen (Babybaskets), die an die Vorderwand gehängt werden. Ausserdem gibt es dort mehr Beinfreiheit und Kleinkinder können so auf dem Boden spielen und herumkrabbeln.

Sicherheit

Kindersitz im Flugzeug?

10 Fragen und Antworten

Leider werden im Flugzeug immer noch keine Kindersitze bereit gestellt. Manche Luftfahrtgesellschaften, z.B. die Lufthansa, empfiehlt inzwischen, die eigene Babyschale mitzubringen und entgegen der Flugrichtung mit dem Sicherheitsgurt auf einem separaten Sitzplatz zu fixieren. Dafür eignen sich besonders Fensterplätze in einer Sitzreihe ohne Notausgang. Den benötigten Sitzplatz im Flieger gibt es allerdings nicht zum Nulltarif! Er kann bis zu 2/3 des normalen Ticketpreises betragen. Tipp: Informieren Sie sich bei der Buchung nach den Möglichkeiten und Kosten des Babytransports.  Besitzen Sie eine solch eine Babyschale, erkundigen Sie sich vorher, ob sie zum Transport geeignet und von der Luftfahrtgesellschaft erlaubt ist.

Empfehlenswert ist auch das Einchecken schon am Vortag, wenn noch die meisten Sitze frei sind. Sie geben Ihr Gepäck ab und erhalten dabei gleich schon Ihre Bordkarte. So können Sie am Abflugtag direkt zur Passkontrolle gehen.

Einige Fluggesellschaften halten Leihbuggys vor dem Abflug bereit. Dann können Sie Ihren eigenen Kinderwagen ruhig mit dem Gepäck aufgeben. Ansonsten behalten Sie das Gefährt lieber und nehmen Sie es direkt mit ans Flugzeug. Dort können Sie es dann beim Einsteigen abgeben. Beim Aussteigen wird es Ihnen wieder ausgehändigt. Das erleichtert die Wege im Flughafen, und während der Wartezeiten kann Ihr Kind im Buggy schlafen. Aber: Je nach Fluglinie werden die als "Handgepäck" am Eingang des Flugzeugs abgegebenen Buggies beim Aussteigen NICHT wieder ausgehändigt, sondern erst bei der Endstation auf/neben dem Rollband wieder zur Verfügung gestellt. Diese Erfahrung haben swissmom-Leser bei Hapag-Lloyd (TUI) und EasyJet gemacht. Das bedeutet, dass man die Kinder ziemlich lange tragen muss, evtl. sogar noch beim Umsteigen. Also fragen Sie schon bei der Buchung nach.

Oft werden Eltern mit Kleinkindern gebeten, früher einzusteigen (Pre-Boarding). Widerstehen Sie der Versuchung und gehen Sie möglichst als letzte ins Flugzeug. Lassen Sie Ihre Kinder lieber noch etwas länger herumlaufen oder krabbeln, denn im Flugzeug werden die Kleinen schnell ungeduldig, wenn es nicht sofort losgeht. Der Nachteil, wenn Sie zuletzt an Bord gehen: Es kann sein, dass das Raumangebot in den Overhead-Compartments schon ausgeschöpft ist bzw. nur noch weiter entfernt Platz ist.

Für unvorhergesehene Wartezeiten ist ein kleiner Windel- und Nahrungsvorrat empfehlenswert. Auch Feucht- und Reinigungstücher und kleine Plastiksäcke zum Versorgen sind sinnvoll. Bitte lesen Sie unsere Tipps, was alles ins Handgepäck gehört. Die meisten Fluggesellschaften haben aber auf Langstreckenflügen auch einen kleinen Vorrat für den Notfall an Bord.

Damit Ihr Baby nicht friert im vielleicht zu stark klimatisierten und evtl. zugigen Flugzeug und andererseits aber auch nicht gleich schwitzt bei der Ankunft im heissen Ferienland, empfiehlt sich der Zwiebel-Look: Mehrere dünne Schichten übereinander anziehen, ein leichtes Jäckchen, Söckchen und Mützchen in's Handgepäck. Und Ersatzkleidung (vielleicht auch ein T-Shirt für Sie selbst?) nicht vergessen! So sind Sie gewappnet, wenn Ihr Kind etwas verschüttet oder erbricht.

Babys vertragen Flugreisen sehr gut; sogar umso besser, je jünger sie sind. Schon in der ersten Lebenswoche dürfen sie fliegen! Wichtig dabei ist, dass Sie Ihrem Kleinen beim Starten und Landen (bzw. 20 Minuten vorher) den Nuggi, einen Teeschoppen oder die Brust geben. Durch das Schlucken wird über die eustachische Röhre, die Verbindung zwischen Rachenraum und Mittelohr, der Druckausgleich hergestellt. Bei älteren Kindern hilft Kaugummi, ein Bonbon oder etwas zum Knabbern. Probleme kann es allerdings geben, wenn Kinder erkältet sind oder vor der Reise über Ohrenschmerzen klagen. Zwar helfen Kindernasentropfen (Wirkdauer ca. drei Stunden, vor Start und Landung geben!) meist schon sehr gut, vorsichtshalber sollten Sie Ihr Kind jedoch lieber noch einmal vom Arzt untersuchen lassen.

Lassen Sie Ihr Kind auf jeden Fall viel trinken. Im Flugzeug ist die Luft sehr trocken. Am besten löscht Wasser den Durst, verdünnter Saft oder Tee. Kohlensäure bläht - und Colagetränke sind tabu, weil sie wie alle koffeinhaltigen Getränke wassertreibend wirken. Während des Fluges können übrigens Schoppenflaschen oder Gläschen vom Bordpersonal erwärmt werden. Auch Wasser für das Schoppenfläschchen gibt es im Flieger. Zusätzlich sollten Sie eine Zwischenmahlzeit, die nicht bröselt oder klebt, einpacken.

Gegen Langeweile helfen faszinierende kleine Spielsachen, die das Kind vorher noch nie gesehen hat und die auch ruhig verloren gehen dürfen. Grössere Kinder sollten sich einen Rucksack selbst packen dürfen.

Bei der Ankunft am Zielflughafen stellt sich oft das nächste Problem: Auch in Urlaubsländern besteht nämlich in Autos eine Gurttragpflicht und Kinder müssen in einer Rückhaltevorrichtung (Sicherheitssitz) geschützt sein. Buchen Sie gleich mit dem Mietwagen auch den passenden Kindersitz. Für Familien, die gerne auf ein Mietauto verzichten, aber trotzdem vom Flughafen zum Hotel kommen wollen, gibt es leider kaum Taxis mit Kindersitzen, und wenn, dann höchstens für ein Einzelkind. Entweder geht man also das Risiko ein (z.B. Bussgeld in allen EU-Staaten) oder nimmt zusätzlich noch einen Kindersitz von zu Hause mit - der aber nicht automatisch in jedes Auto passt.

So erleichtern Sie Ihrem Baby die Zeitverschiebung

Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH