Windpocken (wilde Blattern, Varizellen)

Wilde Blattern (Windpocken)

Wilde Blattern (Windpocken, spitze Blattern, Varizellen) sind hochgradig ansteckend. 80 bis 90 Prozent aller Kinder stecken sich an, wenn sie Kontakt mit einem erkrankten Kind hatten. Und oft schon, bevor dieses Kind die typischen Bläschen zeigt.

Der Name „Windpocken“ erinnert daran, dass sie zu den „fliegenden Infektionen“ gehören, die sich auch über kürzere Distanzen auf dem Luftweg und nicht nur direkt von Körper zu Körper verbreiten können. Andererseits können die Viren in der trockenen Raumluft nur etwa 10 Minuten überleben. Eine Übertragung nur über Kleidungsstücke von Erkrankten ist darum kaum möglich.

Neugeborene und junge Säuglinge (bis etwa zum dritten Lebensmonat, bei gestillten Babys etwas länger) erkranken nur, wenn sie keinen Nestschutz mitbekommen haben. Das heisst, wenn die Mutter bisher keine Windpocken durchgemacht hat. Da aber 95% der Frauen gegen Windpocken immun sind, ist das sehr selten der Fall. Die Krankheit hinterlässt einen lebenslangen Schutz vor Windpocken.

Allerdings ruht der Erreger nur in den Nervenzellen des Rückenmarks und kann Jahrzehnte später, oft bei einer Immunschwäche oder im Alter, wieder aktiv werden. Diese Zweiterkrankung an Windpocken nennt man Gürtelrose (Herpes Zoster). Sie ist für Nicht-Immune genauso ansteckend wie die Windpocken. Kinder können sich also ohne weiteres bei der Grosi mit der Gürtelrose anstecken!

Von der Infektion bis zum Ausbruch der Erkrankung (Inkubationszeit) vergehen normalerweise 11 bis 21 Tage. Ansteckend ist ein Kind bereits einen Tag vor Ausbruch der Bläschen und bis zu deren Eintrocknen. Hochinfektiös ist der Inhalt gerade aufgeplatzter Bläschen.

Symptome der Windpocken

Behandlung der Windpocken

Wenn Frauen während der Schwangerschaft zum ersten Mal an Varizellen erkranken, weil sie sich bei einem erkrankten Kind oder einem Erwachsenen mit Gürtelrose  (Herpes Zoster) angesteckt haben, ist der Verlauf allerdings wesentlich schwerwiegender als bei einer Infektion im Kindesalter und kann sogar eine Lungenentzündung zur Folge haben. Darüber hinaus kann eine Varizelleninfektion der Schwangeren selten zu Fehlbildungen und Entwicklungsstörungen beim Kind führen. Gefährlich ist auch eine Ansteckung in der Spätschwangerschaft, bei der das Neugeborene sehr schwer erkranken kann.

Die Impfung gegen Varizellen gehört in der Schweiz nicht zum Impfplan für Säuglinge und Kleinkinder. Sie wird erst Jugendlichen von 11 bis 15 Jahren empfohlen, wenn die Windpocken noch nicht durchgemacht wurden. 


Häufige Fragen

Wie erkenne ich, ob mein Kind die Windpocken hat?

Wie lange besteht „Nestschutz“ gegen Krankheitserreger?

Unsere einjährige Tochter hat seit vier Tagen Windpocken, aber es geht ihr schon recht gut. Wann darf ich sie wieder in die Krippe geben?

Wann kann ein Windpockenkind wieder in den Kindergarten gehen?

Ich bin Kindergärtnerin und habe natürlich ständig mit kranken Kindern Kontakt. Worauf soll ich jetzt in der Schwangerschaft besonders aufpassen?

Ich bin ganz frisch schwanger – und mein Sohn hat Windpocken bekommen. Gilt mein Schutz von der letzten Schwangerschaft (damals ein Titer von 1:1100) jetzt auch noch?

Ich habe mich unglücklicherweise in der 10. SSW mit Windpocken angesteckt. Was kann man jetzt noch tun?

Sind Windpocken auch in den letzten Schwangerschaftswochen noch schädlich für mein Baby?

Ist eine Gürtelrose in der Schwangerschaft gefährlich?


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Letzte Aktualisierung: 05.2016, BH