Im Inkubator
Intensivstation | Behandlung | Frühgeburt

Der Inkubator

Auf der Neugeborenen-Intensivstation liegen die meisten Babys in einem Inkubator (Brutkasten). Er dient in erster Linie dazu, die Körpertemperatur des Kindes zu stabilisieren und es mit warmer, feuchter Luft zu versorgen.

Wenn nötig, können auch zusätzlich Sauerstoff zugeführt oder Infusionen gelegt werden. Spezielle Geräte überwachen ständig den Zustand des Neugeborenen.

Bei den Inkubatoren gibt es normalerweise Türen oder Durchgriffsöffnungen, so dass Eltern und medizinisches Personal das Kind versorgen können. Neuere Geräte haben keinen Deckel. Bei ihnen ist oberhalb des Bettchens eine Heizvorrichtung angebracht.

Für gewöhnlich bleiben die Kinder im Inkubator, bis sich ihre Organfunktionen stabilisiert haben und sie in der Lage sind, ihre Körpertemperatur selbstständig zu halten. Wenn das Kind kräftig genug und nicht mehr auf den Brutkasten angewiesen ist, kann es auch in ein Wärmebett verlegt werden.


Häufige Fragen zum Thema

Kann ich mein Frühgeborenes im Inkubator streicheln?

Ab wann braucht ein Frühgeborenes nicht mehr in den Brutkasten?



Wissen

Mutters Herzschlag und Stimme im Brutkasten

Hautkontakt hilft Frühchen bei Schmerz


Newsticker

„Babybe“ | 07.12.2018

An deutschen Geburtskliniken wird die pneumatische "Mama-Matratze" Babybe getestet. Das System erlaubt es der Mutter, ihre eigenen Herztöne, Atembewegungen und die eigene Stimme mithilfe eines Gelkissens und eines Smartphones an eine Gelmatratze im Inkubator zu übertragen. Mit Hilfe von Luft wird die Matratze bewegt und der Schall übertragen. Das soll dem Frühgeborenen im Inkubator das Gefühl elterlicher Nähe vermitteln, wenn gerade kein Känguruhing möglich ist, weil die Eltern nicht auf der Station sein können. Untersucht wird nun anhand von Kopfumfang und Körpergewicht, wie sich das „digitale Känguruhing“ auf die Entwicklung des Frühchens auswirkt. Eine Pilotstudie in Chile hat bereits ergeben, dass die Babys sich durch das Produkt besser entwickelt haben, sie schneller Gewicht gewonnen haben und ihr Stresspegel gesunken ist.

Frühgeborene Ohren ohne Stress | 06.11.2016

Rauschen, Gluckern, die Stimme der Mutter – das sind die Geräusche, die Ungeborene ab der 16. Schwangerschaftswoche gedämpft im Bauch der Mutter wahrnehmen. Endet die Schwangerschaft zu früh, wechselt auch schlagartig die Geräuschkulisse: Apparaturen piepsen, laute Stimmen reden durcheinander. Frühgeborene sind auf einer Intensivstation der Gefahr von akustischer Überreizung ausgesetzt, was Stress bedeutet. Für die Neonatologie am Inselspital Bern ein Grund, ihre Ohren zu schützen und positive Hörerfahrungen zu fördern. Dort helfen leiseste Inkubatoren (Brutkästen), rhythmische Klänge und die Zuwendung einer summenden Stimme den winzigen Menschen, sich zu entspannen und zu orientieren. Sie atmen mit Musik tiefer und schlafen besser. Die neonatologische Intensivstation will mit Warnsystemen dafür sorgen, Hintergrundgeräusche möglichst niedrig zu halten und so den Stress zu minimieren.

Newsticker

ARTUS für Frühchen: Frühgeborene müssen oft über Wochen und Monate im Brutkasten intensivmedizinisch betreut werden. Dabei fehlt den unreifen Babys die räumliche Begrenzung und die vorgeburtlichen sensorischen Reize durch die Gebärmutter. Kindern, die zu früh zur Welt kommen, fällt es oft schwer, sich im Raum zu orientieren, ihre Muskelspannung anzupassen und komplexe Bewegungsabläufe durchzuführen, was zu behandlungsbedürftigen Spätfolgen führen kann. Mit „ARTUS“, dem ARTificial UteruS, haben Experten der Hohenstein Institute in Bönnigheim die weltweit erste künstliche Gebärmutter entwickelt. Die mütterliche Umgebung und Reizstimulation, z.B. akustisch der Herzschlag und die Stimme der Mutter, oder mechanisch die sanfte Bewegung im Mutterleib, wird in den Inkubator übertragen. (swissmom Newsletter, 14.1.15)

Mamis Stimme hilft beim Hören: In den letzten Wochen der Schwangerschaft kann das schwache Geräusch der Frauenstimme im Mutterleib ein entscheidender Faktor für die Entwicklung der Hörfähigkeit beim Kind sein. Frühgeborenen Babys fehlt diese Stimulation. Eine amerikanische Studie fand heraus, dass die Hörrinde, die im Gehirn Geräusche verarbeitet, bei frühgeborenen Babys grösser und besser entwickelt war, wenn ihnen Aufnahmen von Stimme und Herzschlag der Mutter vorgespielt wurden. Die Folgerung:  Mütter sollten auf der Intensivstation möglichst viel vorlesen und vorsingen. Alternativ können Stimmaufnahmen neben dem Inkubator abgespielt  werden. (swissmom Newsticker, 7.3.15)

Letzte Aktualisierung : 05.2016, BH

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