Mens und schwanger?

Immer wieder werden wir gefragt, ob man trotzdem schwanger sein kann, auch wenn man weiterhin seine Periodenblutung hat.

Die einfache Antwort: Nein!

Das eine schliesst das andere aus. Wenn man nicht schwanger ist, dient die Menstruationsblutung dazu, überflüssig aufgebaute Gebärmutterschleimhaut aus dem Körper zu spülen. Sobald eine Befruchtung in der Mitte des Zyklus stattgefunden hat, wird die Gebärmutterschleimhaut (das Endometrium) aber weiter aufgebaut, damit sich die Eizelle einnisten kann. Eine Blutung würde der Schwangerschaft ein Ende setzen, eine sehr frühe Fehlgeburt fände statt.

Aber: Wie kann es sein, dass dann trotzdem in der Frühschwangerschaft Blutungen auftreten? Warum berichten manche Frauen, sie seien schwanger gewesen und hätten noch weiterhin eine Monatsblutung gehabt?

Mit einem positiven Schwangerschaftstest kann es auch zu Blutungen kommen. Das sind dann aber sicher keine Menstruationsblutungen.

Nicht selten ist eine Verletzung der mütterlichen Blutgefässe im Uterus bei der Einnistung, dem „Eingraben“, Grund für Blutungen aus der Scheide, die manchmal so stark sind, dass sie als Mens wahrgenommen werden. Solch eine menstruationsähnliche Blutung in der Frühschwangerschaft nennt man Nidationsblutung oder Einnistungsblutung. Sie besteht oft nur aus Tropfen oder Schlieren, die Farbe ist eher hellrot als braun. Wichtig: Sie wird in den nächsten Tagen nicht stärker, wie das bei einer normalen Menstruation zu erwarten wäre.

Die einmalige Einnistungsblutung kann also durchaus mit einer Periodenblutung verwechselt werden, wenn sie auch meist leichter ist und etwas früher stattfindet. Auf jeden Fall kann sie zu einer rechnerisch falschen Bestimmung des Schwangerschaftsalters bzw. des Geburtstermins führen – die Schwangerschaft ist dann beim nächsten Ausbleiben der Regelblutung schon 3-4 Wochen weiter als angenommen. Dies lässt sich aber spätestens bei der ersten Ultraschalluntersuchung richtigstellen.

Ein weiterer Grund für eine Blutung in der Schwangerschaft ist ein "Spotting", das nicht selten kurz nach dem Geschlechtsverkehr als sogenannte Kontaktblutung auftreten kann. Es hat nichts mit einer Schwangerschaft zu tun.

Bestimmte Hormonschwankungen können ebenfalls zu Schmierblutungen in regelmässigen Abständen während der Schwangerschaft führen. Die Blutungen sind jedoch schwächer und dauern kürzer an als die tatsächliche Menstruationsblutung – es handelt sich eher um einen blutigen Ausfluss. Dies ist auch der Fall, wenn die Anti-Baby-Pille trotz Schwangerschaft weiterhin eingenommen wird. Das Verhütungsmittel zwingt dem Körper sozusagen einen künstlichen Menstruationszyklus auf. Erst wenn die Pille abgesetzt wird, hört die regelmässige Blutung auf.

Grundsätzlich sollten Sie Ihren Frauenarzt oder Ihre Frauenärztin darüber informieren, wenn Sie Blutungen in der Frühschwangerschaft bemerken, damit ein ernsthaftes Problem (z.B. eine drohende Fehlgeburt) behandelt werden kann.

Stand: 07/14, BH