Nach der Geburt mit einem guten Gefühl nach Hause

Seit rund eineinhalb Jahren sorgt das Projekt FamilyStart dafür, dass Familien mit einem Neugeborenen mit einem guten Gefühl nach Hause gehen. Mit FamilyStart steht allen bereits am ersten Tag nach dem Spitalaustritt eine Hebamme und eine Helpline für Fragen, Sorgen und medizinische Beratung zur Seite. Heute ist FamilyStart ein gutes Beispiel für integrierte Gesundheitsversorgung und wurde dementsprechend mit dem Förderpreis des Forum Managed Care ausgezeichnet.

Vor rund eineinhalb Jahren haben ein Projektteam frei praktizierender Hebammen mit Unterstützung des Instituts für Hebammen der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften, des Schweizerischen Tropen- und Public Health-Instituts und des Universitätsspital Basel ein Angebot geschaffen, welches Familien mit einem Neugeborenen den Start in den Alltag erleichtert. Das Projekt FamilyStart hilft, die Nachbetreuung durch eine Hebamme zu Hause zu gewährleisten und medizinische, soziale und organisatorische Fragen zu klären. Denn jungen Familien stellen sich nach einer Geburt wichtige Fragen: „An wen kann ich mich wenden, wenn sich der Nabel des Babys entzündet?“, „Wer hilft mir bei Überlastung?“ und „Muss ich wegen den Dammrissschmerzen nochmals ins Spital?“.

Wenn eine Familie mit einem Neugeborenen ohne nachbetreuende Hebamme aus dem Spital entlassen werden muss, kann dies, so zeigen Studien, viele Komplikationen nach sich ziehen. Eine Situation, die Esther Sackmann, Fachbereichsleiterin Pflege am Universitätsspital Basel, nicht einfach hinnehmen wollte. Deshalb unterstützte sie Elisabeth Kurth von der Zürcher Hochschule für angewandte Wissenschaften und ein Projektteam von frei praktizierenden Hebammen dabei, das FamilyStart Versorgungsmodell aufzubauen. „Die Einführung der Fallkostenpauschalen stand vor der Tür, und die Spitalaufenthaltsdauer nach der Geburt wurde stetig kürzer. Wir wollten jede Familie gut aufgehoben wissen, wenn sie aus dem Spital entlassen wird“, erzählt Elisabeth Kurth über die Gründungsmotivation.

Heute garantiert das Hebammen-Netzwerk FamilyStart jeder Familie bereits am ersten Tag nach dem Spitalaustritt eine Hebamme, die sie zuhause weiterbetreut. Die FamilyStart Helpline steht allen Klientinnen des Universitätsspitals Basel gratis von 08:00 bis 20:00 für eine telefonische Beratung zur Verfügung. Auch das Basler Bethesda-Spital hat mit dem FamilyStart-Netzwerk einen Leistungsvertrag abgeschlossen und bietet seinen Klientinnen diesen Service. Die über 1‘500 Anfragen seit dem Start der Helpline betrafen vor allem die Vermittlung von Hebammen. Fremdsprachigen Familien steht bei Hausbesuchen unentgeltlich ein telefonischer Dolmetscherdienst zur Verfügung, der von der Basler Stiftung Gesellschaft für das Gute und Gemeinnützige GGG finanziert wird.

„Gerade in den Sommermonaten sind Eltern verzweifelt, weil sie keine Hebamme für die Nachbetreuung finden. Hier können wir eine echte Lücke schliessen“, sagt Michaela Schmidt, die als frei praktizierende Hebamme bei FamilyStart arbeitet. Die speziell geschulten Hebammen können in typischen Stresssituationen helfen und den Kontakt zu regionalen Angeboten wie die Mütter-Väter-Beratung und andere Beratungsstellen koordinieren. Auch das Aufzeigen von Entlastungsangeboten, Informationen zu Kursen wie zum Beispiel Rückbildung und Babymassage ist eine wichtige Hilfe.

Für das Universitätsspital Basel hat sich die Investition in den Aufbau von FamilyStart gelohnt. Als erstes Partnerspital des Hebammen-Netzwerkes ist es sehr zufrieden mit dem Ergebnis. „Heute können wir jede Mutter mit ihrem Neugeborenen mit einem guten Gefühl nach Hause entlassen, weil wir wissen, dass sie und ihre Familie durch FamilyStart gut betreut sind. Sie haben jederzeit eine Ansprechperson und die Hausbesuche durch die Hebammen sind garantiert“, sagt Esther Sackmann vom Unispital Basel. Am gestrigen Jahressymposium des Forums für Managed Care wurde deshalb FamilyStart mit dem Förderpreis für herausragende Leistungen zur Entwicklung und Umsetzung von Managed Care und integrierter Versorgung im Schweizer Gesundheitswesen ausgezeichnet.

Ein Schwesterprojekt von FamilyStart ist in der Region Zürich im Aufbau.

Stand: 7/14, BH