Malignes Melanom: Häufigster Krebs bei jungen Frauen

Nach Angaben der Krebsliga Schweiz erkranken immer mehr Menschen an Hautkrebs. Im Vergleich mit 40 europäischen Ländern ist die Schweiz beim Hautmelanom mit jährlich 22 neuen Fällen pro 100'000 Einwohner an erster Stelle. Weltweit liegt die Schweiz hinter Australien und Neuseeland auf Platz 2. Die Zahl hat sich innerhalb der letzten 20 Jahre durch exzessives Sonnenbaden verdoppelt. In Deutschland steht das sogenannte maligne Melanom (auch schwarzer Hautkrebs genannt) bei Frauen im Alter von 20 bis 29 Jahren inzwischen sogar an der Spitze der häufigsten Tumorarten, bei Frauen zwischen 30 und 49 Jahren nach Brustkrebs schon an zweiter Stelle.

Den Grund für die hohe Zahl der Erkrankungen sehen Experten darin, dass die Freizeit immer mehr draussen verbracht wird, dass Sonnenurlaube immer häufiger werden und – vor allem - dass immer mehr Menschen in der grauen und kalten Jahreszeit die künstliche Sonne im Solarium nutzen. Nach einer Studie des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) haben knapp jede zweite Schweizerin und mehr als jeder vierte Schweizer schon einmal ein Solarium besucht. Fast ein Zehntel der Bevölkerung legt sich regelmässig unter die künstliche Sonne – vor allem jüngere Frauen. Dabei haben unter 35-Jährige, die regelmässig ein Solarium besuchen, ein bis zu 75% erhöhtes Hautkrebsrisiko! Die UVB Bestrahlung einer Sonnenbank ist vergleichbar mit wolkenlosem, hochsommerlichem Mittagshimmel auf 500 m ü.M. Die UVA Bestrahlung ist sechsmal höher als in natürlicher Umgebung (bei Gesichtsbräunern sogar 10x höher!). Die Weltgesundheitsorganisation WHO ordnete bereits vor vier Jahren künstliche und natürliche UV-Strahlung in die höchste Kategorie krebserzeugender Substanzen ein – auf einer Stufe mit Asbest und Tabak.

Die Krebsliga rät deshalb grundsätzlich davon ab, Solarien zu nutzen. In Deutschland bzw. der EU gilt seit 2012 eine neue Solarien-Verordnung. Bestimmt werden unter anderem ein Mindestabstand für Lampen und ein Grenzwert für die Bestrahlungsstärke. Vorgeschrieben ist auch fachkundiges Personal. Bereits seit 2009 ist Minderjährigen die Benutzung von Solarien verboten. Entsprechende Bestrebungen gibt es auch in der Schweiz.

Darüber hinaus sei erschreckend, dass viele Menschen die Gefährlichkeit von UV-Strahlen auch im Freien weiterhin unterschätzen und nicht ausreichenden Sonnenschutz anwenden. Die Intensität der Strahlung ist abhängig von Jahreszeit, Tageszeit, Höhe über Meer, Wetter. Pro 300 Höhenmeter nimmt sie beispielsweise um 3-5% zu. Selbst ein bewölkter Himmel lässt bis zu 80% der UV-Strahlung durch.

Andererseits hat Sonnenlicht auch Vorteile. Es wirkt nicht nur als Stimmungsaufheller, wird z.B. zur Therapie von Depressionen eingesetzt, sondern wird auch im Vitamin-D Stoffwechsel (UVB) benötigt. Dafür genügen aber 10 min. Sonnenlicht/Tag auf Gesicht, Hände und Arme.

Fazit: Sonne nicht ganz meiden, sich aber ausreichend schützen! Vor allem ist es wichtig, einen Sonnenbrand zu vermeiden (Kleidung, Schatten), eine Sonnenbrille zu tragen, Nasen, Lippen, Ohren und Nacken besonders gut zu schützen z.B. mit Hut mit breiter Krempe. Zu Beginn der Ferien sollte man sich im Schatten an die Sonne gewöhnen. Allerdings nicht im Solarium! Kinder unter einem Jahr dürfen NIEMALS der direkten Sonnen ausgesetzt werden. Sonnenbrände in der Kindheit und Jugend erhöhen das Risiko, später an dem besonders gefährlichen malignen Melanom zu erkranken, um das Zwei- bis Dreifache.

Sonnenschutz heisst auch, geeignete Sonnencremes aufzutragen. Der Lichtschutzfaktor LSF ist die Masszahl für die Wirksamkeit eines Sonnenschutzes, LSF 25 heisst z.B., dass nur 1/25 der UV-Strahlung auf die Haut gelangt (LSF 50 = 1/50). Er gibt ausserdem an, wieviel länger man sich mit einem Sonnenschutzmittel der Sonne aussetzen kann, als dies mit der jeweils individuellen Eigenschutzzeit möglich wäre. Beispiel: Eine Person bekommt normalerweise nach 30 min. einen Sonnenbrand. Nach optimaler Anwendung einer Creme mit LSF 20 kann diese Person 20x30 min. = 600 min (10h) an der Sonne bleiben.Entsprechende Kleidung kann darüber hinaus UV-Strahlung abhalten. Die übliche leichte Sommerkleidung entspricht etwa einem LSF 15. Polyester gibt einen besseren Schutz als Baumwolle, ist aber unangenehmer zu tragen. Auch die Farbe und Dicke des Materials spielt eine Rolle. So hat ein weisses, nasses Baumwoll T-Shirt einen LSF 7, ein schwarzes Baumwoll T-Shirt LSF 50, eine Jeans LSF 1000.

Weiterführende Informationen finden Sie unter www.melanoma.ch.

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