Grippeimpfung
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Aktuelle Empfehlungen zur Grippeimpfung

Die Empfehlungen zur saisonalen Grippeimpfung sind seit 2013 unverändert.

Schwangere, die sich während der Influenza-Saison - von Dezember bis April - in den letzten sechs Monaten der Schwangerschaft befinden, sollten sich gegen Grippe impfen lassen.

Schwangerschaft, Geburt, Wochenbett und Stillperiode sind für Frauen mit einer besonderen gesundheitlichen Belastung verbunden, die eine Influenza-Infektion sehr gefährlich werden lassen kann. Auch Kontaktpersonen von Neugeborenen und Babys in den ersten sechs Lebensmonaten, also Eltern, Geschwister, Grosseltern und Babysitter, sollten gegen Influenza geimpft sein.

Werdende und frisch entbundene Mütter sind bei einer Grippe-Erkrankung besonderen Risiken ausgesetzt:

  • Im Fall einer Ansteckung sind sie häufiger von schweren Komplikationen wie Lungenentzündungen betroffen, die einen Krankenhausaufenthalt notwendig machen können. In der Schweiz sterben jährlich bis zu 1500 Personen an einer Virusgrippe.
  • In der Schwangerschaft ist die Verabreichung von Medikamenten oft bedenklich und eine Erkrankung kann dadurch sehr langwierig werden.
  • Durch plötzliches hohes Fieber kann eine Frühgeburt ausgelöst werden.
  • Die Babys von Grippeerkrankten haben häufiger ein zu niedriges Geburtsgewicht.
  • Eine Infektion nach der Geburt kann für die Mutter so anstrengend werden, dass ihr das Stillen unmöglich wird.

Die Vorteile einer Grippeimpfung gelten nicht nur für die werdende oder stillende Mutter. Von der Impfung geht auch ein gewisser „Nestschutz" in den ersten Monaten nach der Geburt auf das Neugeborene über. Mütterliche Antikörper gegen Grippe-Erreger können über die Plazenta an das ungeborene Kind weitergegeben werden. Neugeborene, die selbst noch nicht geimpft werden können, kann man so vor einer Ansteckung mit Influenza-Viren schützen.

Geimpft werden sollten auch Frühgeborene (geboren vor der 33. Woche oder mit einem Geburtsgewicht unter 1500 g) ab dem Alter von 6 Monaten für die ersten zwei Winter nach der Geburt.

Bei der Grippe-Impfung handelt es sich um einen so genannten Totimpfstoff, der keine infektiösen Bestandteile enthält. Totimpfstoffe können jederzeit während der Schwangerschaft verabreicht werden. Liegt bei der Schwangeren eine chronische Erkrankung - wie beispielsweise Asthma - vor, sollten sich Betroffene bereits im ersten Schwangerschaftsdrittel impfen lassen. Auch während der Stillzeit ist eine Influenza-Impfung uneingeschränkt möglich. Zudem sollten sich Frauen mit Kinderwunsch, welche die Empfängnisverhütung abgesetzt haben, gegen die Grippe impfen lassen, um im Fall einer Schwangerschaft besser geschützt zu sein. Lediglich für Frauen, die an einer Hühnereiweiss-Allergie leiden, ist die Impfung nicht uneingeschränkt empfohlen, da entsprechende Bestandteile in der Impfung enthalten sind.

Unerwünschte Wirkungen wie Lokalreaktionen (Schmerzen, Rötung und Juckreiz an der Einstichstelle) sind zwar häufig, aber in aller Regel harmlos und klingen nach ein bis zwei Tagen ab. Leichtes Fieber, Muskelschmerzen oder Krankheitsgefühl treten nur bei etwa 5 Prozent der geimpften Personen auf.

Die Wirksamkeit der Impfung hingegen ist um ein Vielfaches höher: Bei gesunden Personen unter 50 Jahren schützt die Grippeimpfung in den allermeisten Fällen vor einer Grippe und ihren möglichen Komplikationen. Eine einmalige Injektion des saisonalen Impfstoffs ist dabei ausreichend. Der Impfschutz ist in der Regel bereits 7 bis 14 Tage nach der Impfung voll ausgeprägt und 6 bis 12 Monate wirksam. Die Kosten für die Impfung werden von der obligatorischen Krankenkasse übernommen, sofern die Franchise bereits erreicht wurde.

Weitere Informationen des Bundesamts für Gesundheit (BAG) finden Sie unter www.impfengegengrippe.ch.

Letzte Aktualisierung : 01-11-19, BH

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