Nachtschichten erhöhen das Brustkrebsrisiko

Nachtarbeit fördert offenbar die Entstehung von Brustkrebs. Eine Untersuchung bei Krankenschwestern habe ein deutlich höheres Risiko bei den Frauen gezeigt, die nachts arbeiten, berichtete Pascal Guénel, Studienleiter am Forschungszentrum des Inserm- Instituts, in dem Fachmagazin „International Journal of Cancer“. Für seine Studie untersuchte der Wissenschaftler die Daten von 1250 Französinnen, die an Brustkrebs erkrankten, und 1350 nicht betroffenen Frauen zwischen 2005 und 2008.

Dabei stellten die Forscher fest, dass Nachtarbeit bei Frauen das Brustkrebsrisiko um 30 Prozent erhöht, wenn die Betroffenen länger als vier Jahre in ihrem Leben und in abwechselnden Tag- und Nachtschichten gearbeitet haben.

Ein sogar um 50 Prozent erhöhtes Risiko, an Brustkrebs zu erkranken, haben Frauen, die mit der Nachtarbeit vor ihrer ersten Schwangerschaft angefangen haben. Bei ihnen seien die Brustdrüsen noch nicht voll differenziert und dadurch anfälliger für Störungen, sagte Guénel, dessen Erkenntnisse im "International Journal of Cancer" veröffentlicht wurden.

Das Krebsforschungszentrum der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hatte Nachtarbeit bereits 2007 als "wahrscheinlich krebserregend" eingestuft, weil sie den natürlichen Tag-Nacht-Rhythmus durcheinanderbringt. Dadurch wird auch der Hormonkreislauf gestört. Für Brustkrebs ist Nachtarbeit nach Ansicht von Guénel ein ebenso grosser Risikofaktor wie eine Hormonbehandlung, eine späte erste Schwangerschaft oder eine genetische Vorbelastung.

Quelle: F. Menegaux et al.: Int J Cancer (2012) PMID 22689255

Stand: 6/12, BH