Heiraten und Geburten im Trend

Das Jahr 2008 war vom Rückgang der Anzahl Scheidungen und vom Anstieg der Anzahl Eheschliessungen und Geburten geprägt. Die zusammengefasste Geburtenziffer lag bei 1,48 Kindern pro Frau. Gegenüber den anderen Ländern weist die Schweiz weiterhin einen geringen Anteil nicht ehelicher Geburten auf. Soweit die wichtigsten Ergebnisse der Statistik der natürlichen Bevölkerungsbewegung des Bundesamtes für Statistik (BFS) für das Jahr 2008.

Zunehmende Geburtenhäufigkeit bei den Schweizer Frauen

2008 wurden 76'700 Kinder geboren. Das sind 2,9 Prozent mehr als 2007 (+2200) und entspricht der höchsten Geburtenzahl seit 2001. Es zeichnen sich zwei unterschiedliche Entwicklungen ab. Einerseits bringen die Frauen unter 30 Jahren immer weniger Kinder zur Welt. Seit 2001 ist die Kinderzahl der Frauen dieser Alterskategorie um 5,4 Prozent zurückgegangen. Andererseits gebären die 35-jährigen oder älteren Frauen mehr Kinder. Bei diesen Frauen hat die Geburtenzahl seit 2001 um 37,5 Prozent zugenommen. Dieses veränderte Verhalten, d.h. später Kinder zu bekommen, bewirkt eine Erhöhung des Durchschnittsalters der Mütter bei Geburt von 30 im Jahr 2001 auf 31 Jahre im Jahr 2008.

Die durchschnittliche Anzahl Kinder pro Frau stieg ebenfalls von 1,46 im Jahr 2007 auf 1,48 im Jahr 2008 an. Seit 2001 (1,38 Kinder pro Frau) nimmt dieser Indikator jedes Jahr leicht zu. Damit werden die durchschnittlich 2,1 Kinder pro Frau, die für den Generationenerhalt notwendig wären, jedoch noch bei weitem nicht erreicht. Frauen ausländischer Nationalität bringen nach wie vor mehr Kinder zur Welt, doch ihre Geburtenziffer geht seit 2001 zurück (2001: 1,88 Kinder pro Frau; 2008: 1,85). Die durchschnittliche Anzahl Kinder der Schweizerinnen stieg 2008 hingegen auf 1,37 an (2007: 1,33 und 2001: 1,22).

Zunahme der nicht ehelichen Geburten und der Vaterschaftsanerkennungen

Der Anteil nicht ehelicher Geburten am Total der Lebendgeburten nimmt weiterhin zu (von 16,2% im Jahr 2007 auf 17,1% im Jahr 2008). Innerhalb von 10 Jahren fand praktisch eine Verdoppelung statt (1998: 8,8%). Im europäischen Vergleich (EU 2007: 33%) weist die Schweiz jedoch noch immer einen der niedrigsten Anteile nicht ehelicher Geburten auf.

Mit der Zunahme der nicht ehelichen Geburten ist gleichzeitig auch ein Anstieg der Anzahl Vaterschaftsanerkennungen zu beobachten. 2008 wurden 13'300 Anerkennungen registriert, während es im Vorjahr 12'300 waren. Das entspricht einer Zunahme von 8,2 Prozent (+1000 Anerkennungen). Mehr als die Hälfte der Anerkennungen (54,4%) erfolgten ausserdem vor der Geburt des Kindes.

Leichter Anstieg der Anzahl Eheschliessungen und ein äusserst beliebter 8.8.08

2008 haben 41'500 Paare geheiratet, während es im Vorjahr 40'300 waren (+3%). Zahlreiche Eheschliessungen fanden im August 2008 statt (6400, das sind 1600 mehr als im August 2007). Von diesen 6400 Paaren entschieden sich beinahe ein Drittel (1900) für das spezielle Datum des 8.8.08.

Von den 41'500 Eheschliessungen erfolgten deren 27'600 zwischen zwei ledigen Personen. Dies entspricht einer Zunahme gegenüber 2007 (26'600). Bei einem Drittel der Heiraten (33%) war mindestens eine der beiden Personen geschieden und in 10 Prozent der Fälle heirateten zwei geschiedene Personen erneut.

Weniger Scheidungen

2008 wurden 19'600 Scheidungen ausgesprochen. Dies entspricht gegenüber dem Vorjahr einer Abnahme um 300 Fälle oder um 1,4 Prozent. Sollten die zurzeit beobachteten Trends anhalten, dürfte schätzungsweise nahezu eine von zwei Ehen (48,4%) eines Tages durch Scheidung aufgelöst werden. Dieser Wert liegt unter jenem des Jahres 2007 (49,1%).

Die Anzahl Scheidungen ist für alle Scheidungsgründe rückläufig. Die Zahl der gemeinsam beantragten Scheidungen mit umfassender Einigung (-0,6%) ging ebenso zurück wie diejenige der Scheidungen auf gemeinsames Begehren mit Teileinigung (-3,0%) und der Scheidungen auf Klage (-4,6%). Die gemeinsam beantragten Scheidungen mit umfassender Einigung (87,2%) machten 2008 den grössten Teil der Scheidungen aus.

Quelle: Bundesamt für Statistik (BFS), Pressestelle

Stand: 7/09, BH