Trampolinspringen – nicht ungefährlich!

Seitdem Baumärkte und Discounter Trampoline vertreiben, häufen sich – vor allem in den Sommermonaten – die Spitalaufnahmen von verletzten Kindern. Die häufigsten Gründe sind dem Britischen Ärzteblatt zufolge die Benutzung durch mehrere Kinder, eine fehlende Aufsicht oder ein fehlendes Sicherheitsnetz.

Die Royal Society for the Prevention of Accidents schätzt, dass in Grossbritannien jährlich mehr als 10.000 Kinder auf Trampolinen verunglücken. Etwa drei Viertel aller Unfälle ereignen sich, wenn mehrere Kinder gleichzeitig auf dem Trampolin hüpfen. Schwere Verletzungen drohen, wenn Kinder dort mit Erwachsenen zusammenprallen. Die Kollision eines 20 kg schweren Kindes mit einem 80 kg schweren Erwachsenen entspricht einem Sturz aus 3,5 Metern Höhe, warnt Andrew Bogacz vom Ninewells Hospital in Dundee, der 50 Fälle ausgewertet hat, die in nur sechs Wochen in seiner Klinik behandelt wurden.

Eine norwegische Studie ergibt ähnliche Zahlen: Dort ereigneten sich etwa 77% der Verletzungen durch Sturz auf das Tuch oder die Begrenzungsstangen. 72% der Verletzungen passierten, wenn sich mehr als zwei Springer auf dem Trampolin befinden. 79% der Kinder erlitten Blessuren an den Armen und Beinen - von Dehnungs- und Bänderverletzungen bis zu. Knochenbrüchen. Aber auch Verletzungen im Halsbereich (8%) und Kopf sowie in seltenen Fällen an der Wirbelsäule traten auf. 13% der auf dem Trampolin verunglückten Kinder mussten im Krankenhaus behandelt werden.

Zur Sicherheit sollte beim Trampolinspringen deshalb immer eine erwachsene Aufsichtsperson dabei sein und ein gut sichtbares Netz rund um das Trampolin montiert werden. Für Kinder unter fünf oder sechs Jahren ist diese Aktivität noch nicht geeignet. Wenn Eltern ein Trampolin in ihrem Garten oder im Haus aufstellen, sollten sie auch darauf achten, dass sich im Umfeld des Trampolins nichts Scharfkantiges oder Hartes befindet – auch keine Bäume und Zäune. Mehrere Kinder gleichzeitig dürfen das Trampolin auf keinen Fall benutzen, da sonst die Gefahr besteht, dass eines der Kinder hinausgeschleudert wird. Ein harter Aufschlag am Randgestänge des Trampolins oder am Boden kann zu schweren Verletzungen führen. Im Haus sollte die Höhe der Decke ausreichend sein. Um nicht umzuknicken, ist es besser, ohne Schuhe zu hüpfen. Beobachten Eltern, dass ihr Kind beim Springen mit den Armen zu rudern beginnt, ist dies ein Zeichen dafür, dass es die Bewegungen nicht mehr kontrollieren kann. Dann sollten Eltern es auffordern, etwas behutsamer zu sein.

Quelle: http://www.bmj.com/cgi/doi/10.1136/bmj.b2197

Stand: 06/09, BH