Bundesgesundheitsamt warnt vor Masern

Die Zunahme von Masernerkrankungen setzte im November 2006 ein und erreichte 2007 mit 1081 gemeldeten Fällen den höchsten Stand seit zehn Jahren. Wie Jean-Louis Zürcher vom Bundesamt für Gesundheit (BAG) mitteilte, ist auch heuer kein Ende der Masernepidemie absehbar.

Schweizweit wurden für das laufende Jahr bereits 358 Erkrankungen gemeldet. Alle Landesteile sind betroffen: Seit Anfang 2007 haben alle Kantone zumindest einen Masernfall gemeldet. Rund die Hälfte der Fälle, 164, traten im Kanton Basel-Landschaft auf. Basel-Stadt kommt auf 49 Fälle, gefolgt von Solothurn mit 35 Fällen, Aargau mit 21 Fällen, Glarus mit 20 Fällen und Graubünden mit 19 Meldungen. Der im letzten Jahr besonders betroffene Kanton Luzern weist neun Erkrankungen auf.

Das Eidgenössische Epidemiegesetz ermöglicht, dass nicht-geimpfte schulpflichtige Kinder, deren Geschwister an Masern erkrankt sind, vom Schulbesuch ausgeschlossen werden können, was in den vergangenen Wochen bereits mehrfach in Basel angeordnet wurde. Durch solche Massnahmen soll die Masernepidemie eingedämmt werden.

Die Gesundheitsbehörden bekräftigten angesichts der aktuellen Lage den Nutzen der freiwilligen Masernimpfung. Eine Erhöhung der Durchimpfungsrate soll angestrebt werden, bekräftigte auch die Aargauer Gesundheitsdirektion, nachdem eine Häufung der Masernfälle nördlich des Juras inklusive Fricktal beobachtet wurde. Kinder im Alter von zwölf Monaten können mit einer ersten Dosis und im Alter von 15 bis 24 Monaten mit einer zweiten Dosis geimpft werden. Die Masernimpfung wird auch Erwachsenen unter 40 Jahren empfohlen, die bisher nicht geimpft wurden oder die nicht nachweislich immun sind. Angesprochen sind hier vor allem das Medizinalpersonal, Frauen im gebärfähigen Alter und Personen, die beruflich mit Kindern zu tun haben.

Stand: 03/08, BH