Unverträgliche Blutgruppen sind teuer

Schwangere Frauen können zu einem Kostenbeitrag für ein Medikament zur Vermeidung der Folgen einer Blutgruppenunverträglichkeit verpflicht werden. Die häufigste Unverträglichkeit besteht im Rhesus-System, und zwar wenn die Mutter negativ und das ungeborene Kind positiv für den Rhesusfaktor ist. Laut dem Eidgenössischen Versicherungsgericht (EVG) gehört die fragliche, vorsorgliche Behandlung nicht zu den Leistungen bei Mutterschaft.

Eine werdende Mutter aus dem Kanton Jura war mit dem Präparat Rhophylac behandelt worden, das zur Vorbeugung bei einer möglichen Blutgruppen-Unverträglichkeit zwischen der Schwangeren und ihrem ungeborenen Kind dient. Die Krankenkasse verlangte von ihr die Übernahme der Kosten von 162 Franken im Rahmen ihrer jährlichen Franchise.

Zu Recht, wie nun in letzter Instanz das EVG entschieden hat. Es erinnert daran, dass die Krankenversicherer auf Leistungen bei Mutterschaft keine Kostenbeteiligung im Rahmen der Franchise oder des Selbstbehalts erheben dürfen. Leistungen bei Schwangerschaftskomplikationen würden jedoch nicht dazu gehören. Im konkreten Fall liege eine präventive therapeutische Massnahme vor. Diese Art der Behandlung sei keine der gesetzlich aufgezählten Leistungen bei Mutterschaft, womit die Kostenbeteiligung zulässig sei.

Quelle: Urteil K 101/06 vom 3. Novemver 2006; keine BGE-Publikation

Stand: 01/07, BH