Impfung gegen Gebärmutterhalskrebs empfohlen

Humane Papillomaviren (HPV) sind verantwortlich für das Auftreten von Feigwarzen (Condylome) im Genitalbereich und in der Bevölkerung stark verbreitet: 70 Prozent der sexuell aktiven Menschen tragen die Viren in sich. Eine gefährliche Zeitbombe, denn die Infektion mit bestimmten Virentypen führt bei einer von vier oder fünf Frauen zu Krebsvorstufen oder Krebs im Bereich des Gebärmutterhalses und der äusseren Geschlechtsorgane. Jährlich sterben in der Schweiz rund 100 Frauen an den Folgen von Gebärmutterhalskrebs. Krebsvorstufen, erkennbar an einem positiven Ergebnis beim Zervix-Abstrich (Pap-Untersuchung), betreffen vor allem junge Frauen im Alter von 25 bis 35 Jahren.

Nach einer Empfehlung der Eidgenössischen Impfkommission (EKIF) sollten Eltern ihre 11 bis 14 Jahre alten Töchter vor dem Beginn ihrer sexuellen Aktivität gegen die Krebs verursachenden Papilloma-Viren (HPV) impfen lassen. Die Impfung ist gerade bei jungen Mädchen hoch effektiv, wenn noch nie ein verdächtiger Krebsabstrich aufgetreten ist. Das heisst, wenn eine Ansteckung mit einem HPV Virus Typ 6,11,16 oder 18 bereits erfolgt ist, besteht eine Immunität und die Impfung zeigt keinen zusätzlichen Nutzen.

Die Impfung erfolgt in drei Dosen innerhalb von 6 Monaten. Die EKIF empfiehlt ebenfalls, dass Frauen im Alter von neu 20-26 Jahren, die noch nicht drei Impfdosen erhalten haben, diese nachzuholen. Die HPV-Impfstoffe können gleichzeitig mit dem Impststoff gegen Hepatitis B und jenem gegen Diphterie, Tetanus, Pertussis und Poliomyelitis (dTpa-IPV) verabreicht werden. Die HP-Impfstoffe können auch gleichzeitig mit der MMR-, Varizellen-, oder Menigikokken-C-Impfung verabreicht werden, falls dies zur Verringerung der Konsultationen notwendig ist. Die Impfung sei gut verträglich. Lokalreaktionen wie Rötungen an der Impfstelle seien zwar häufig, aber harmlos, schreibt die EKIF weiter. Das Risiko von schweren unerwünschten Nebenwirkungen sei äusserst gering. Die Schutzwirkung halte für mindestens fünf Jahre nach der Impfung an. Ebenso werde ein Immungedächtnis erzeugt, das durch eine neue Impfung aufgefrischt werden könne. Für Knaben ist die Wirksamkeit der Impfung noch nicht nachgewiesen.

Die Impfung aber wird neu von der Grundversicherung bezahlt. Die Kostenübernahme dauert bis 2012 und wird - wie die Basisimpfungen- ausserhalb der Franchise und im Rahmen der kantonalen Impfprogramme übernommen.

Stand: 03/11, BH