Söhne schützen vor Prostatakrebs

Ein amerikanisch-israelisches Forscherteam analysierte die Daten der Jerusalem Perinatal Cohort, die alle (jüdischen) Bewohner West-Jerusalems der Jahrgänge 1964 bis 1976 umfasst. Gleichzeitig wurden Daten zu den Eltern gesammelt, deren Schicksal im Krebsregister des Landes recherchiert werden konnte.

Von den 38.934 Vätern sind bislang 712 an einem Prostatakarzinom erkrankt, was angesichts der Häufigkeit des Tumors kein ungewöhnlicher Befund ist. Überraschend ist jedoch, dass mit jedem gezeugten Mädchen das Prostatakrebs-Risiko beim Vater stieg. Väter mit einer Tochter und keinem Sohn hatten ein um 25% erhöhtes Prostatakrebs-Risiko gegenüber Vätern mit mindestens einem Sohn. Väter mit zwei Töchtern hatten ein um 41% erhöhtes Risiko, bei drei und mehr Töchtern stieg das Prostatakrebs-Risiko um bis zu 60%.

Eine mögliche Ursache für das Ausbleiben eines männlichen Nachkommens sind genetische Defekte auf dem Y-Chromosom, das nur an Söhne weitergegeben wird. Wenn etwas mit dem Y-Chromosom nicht stimmt, kann es keine männlichen Nachfahren geben. Oder sollte es doch eher Probleme mit dem X-Chromosom geben? Darauf deutet folgender Befund in der Gruppe jener Väter hin, die genau zwei Kinder hatten. Solche ohne Tochter erkrankten zu 11 Prozent häufiger als solche mit einem Sohn und einer Tochter. Wenn sie aber keinen Sohn hatten, erkrankten sie zu 47 Prozent häufiger als solche mit einem Sohn und einer Tochter.

Die Studienleiterin, Prof. Susan Harlap, neigt eher zu der Ansicht, dass das Y-Chromosom eine Rolle spielt, zumal dort einige Gene vermutet werden, die für den Aufbau und die Funktion der Prostata von Bedeutung sind.

Quelle: Susan Harlap et al.: Journal of the National Cancer Institute 2007 99(1):77-81

Stand: 01/07, BH