Röteln auf dem Vormarsch

Die Zahl der Rötelnfälle hat im vergangenen Jahr stark zugenommen. Die Röteln sind eine meist gutartige virale Infektion. Bei einer Ansteckung in der ersten Schwangerschaftshälfte kann der Virus für den Fötus jedoch verheerende Folgen haben. Je früher die Infektion erfolgt, desto grösser ist das Risiko eines Spontanaborts, einer Tot- oder Frühgeburt oder von Missbildungen.

Das Bundesamt für Gesundheit (BAG) will die Infektion deshalb besser überwachen und Erwachsene vermehrt impfen. Nach Einschätzung des BAG erkrankten im ersten Halbjahr 2006 in der Schweiz rund 400 Menschen an Röteln. Damit ist die Infektionskrankheit wieder auf dem Vormarsch, nachdem die Zahl der Fälle in den vorangegangenen Jahren sehr gering gewesen war, wie das BAG mitteilte. Zwei Rötelnfälle wurden bei schwangeren Frauen festgestellt. Eine Frau erlitt in Folge der Infektion eine Fehlgeburt.

Nach wie vor sei in der Schweiz das Risiko einer Rötelninfektion gering – aber keineswegs vernachlässigbar, wie das BAG weiter schreibt. Deshalb will es die Prävention bei den Frauen im gebärfähigen Alter ausbauen und die Überwachung verstärken. So sollen Frauen künftig vor der Schwangerschaft geimpft werden, wie die neue Strategie des BAG in Zusammenarbeit mit der Schweizerischen Gynäkologischen Gesellschaft "gynécologie suisse" vorsieht. Ab Januar nächsten Jahres ist zudem die Einführung einer Meldepflicht für bestätigte Rötelnfälle geplant.

Die Weltgesundheitsorganisation WHO und europäischen Staaten haben sich zum Ziel gesetzt, bis 2010 die Röteln in Europa auszurotten. Dazu müsste in der Schweiz jedoch eine Impfrate von 85 bis 87 Prozent erreicht werden. In den Jahren 1999 bis 2003 lag die Impfrate bei Kindern bei 81 Prozent. In der Schweiz wurde die Masern-, Mumps- und Rötelnimpfung (MMR) im Jahr 1985 eingeführt.

Stand: 03/07, BH