Kein Krebs durch Fencheltee

Fencheltee ist ein altbewährtes Hausmittel gegen Blähungen und Koliken und wird vor allem bei Säuglingen und Kleinkindern gern eingesetzt. Und das kann auch so bleiben: Offensichtlich ist am Verdacht, Fencheltee könne Krebs auslösen, nichts dran…

Das in Fenchelfrüchten enthaltene Estragol entfachte 2001 eine Debatte unter Fachleuten: Vorsorglich empfahl das deutsche Bundesamt für Verbraucherschutz (BVL) damals, den Konsum von Fencheltee einzuschränken. In Tierversuchen hatten sich Hinweise auf mögliche gentoxische und krebsauslösende Risiken ergeben; nach hohen Estragol-Dosen war bei Mäusen Leberkrebs aufgetreten.

Kritiker entgegneten schon damals, dass die in pflanzlichen Heilmitteln und Gewürzen enthaltenen Estragol-Konzentrationen geringer seien als die während der Tierversuche eingesetzten Dosierungen. Der Diplom-Biologe Felix Iten vom Institut für Naturheilkunde des Universitätsspitals Zürich hat dies nun in seiner in der Zeitschrift Internistische Praxis veröffentlichten Studie bestätigt. Problematisch sei zudem der direkte Vergleich zwischen Mensch und Nagetier. Denn letztere erhalten Estragol als Einzelsubstanz, während in Tees oder Gewürzen ein Vielstoffgemisch enthalten ist, was einer anderen Verstoffwechselung unterliegt. Fazit: Die Daten zum Krebsrisiko dürfen nicht so einfach auf den Menschen übertragen werden.

Inzwischen ist die Wirksamkeit des Fencheltees bei Verdauungsbeschwerden und Bauchkrämpfen, z.B. während der Menstruation, in klinischen Studien nachgewiesen.

Quelle: F. Iten und R. Saller: internist.prax 2007; 47, S.179-192.

Stand: 4/07, BH