2006 wieder weniger Abtreibungen

Die Schweizer Frauen haben im Jahr 2006 erneut weniger Schwangerschaftsabbrüche vornehmen lassen. Die Zahl ist im vergangenen Jahr leicht auf 10.500 gesunken, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag mitteilte. Das entspricht 143 Abbrüchen je 1000 Geburten. Die Rate der Abtreibungen je 1000 Frauen im Alter von 15 bis 44 Jahren ist von 7 auf 6,8 gesunken, was im europäischen Vergleich ohnehin eher niedrig ist.

Im Kantonsvergleich variiert die Zahl der Abbrüche zwischen 35 beziehungsweise 318 pro 1000 Geburten. Am tiefsten liegt die Abbruchrate mit 1,7 beziehungsweise 1,8 Abbrüchen pro 1000 Frauen im gebärfähigen Alter in den Kantonen Uri und Nidwalden. Im Kanton Genf liegt die Abbruchrate bei 16 und somit am höchsten. Kantone mit einem Universitätsspital und Grenzkantone verzeichnen laut BFS höhere Raten, vermutlich bedingt durch den Zustrom von Frauen aus anderen Kantonen und aus dem Ausland. 2006 liessen sich 7 % der Frauen ausserhalb ihres Wohnkantons behandeln; 4 % hatten ihren Wohnsitz im Ausland.

Im Vergleich zu den Nachbarländern ist die Abbruchrate der Schweiz tief. In Deutschland lag die Rate bei 7,2, in Belgien bei 7,9 (2003) und in England und Wales bei 17,0 (2005). Auch die Rate der Abbrüche bei Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren ist mit weniger als sechs Abbrüchen je 1000 Jugendlichen im europäischen Vergleich gering. Weniger als 1 % der Frauen, die einen Abbruch vornehmen liessen, waren unter 16 Jahren.

Laut BFS gewinnt die medikamentöse Methode gegenüber der chirurgischen an Bedeutung. Im vergangenen Jahr wurden 53 % der Abbrüche medikamentös vorgenommen. 2004 waren es noch 49 % gewesen. Der Anteil der Schwangerschaftsabbrüche innerhalb der ersten zwölf Schwangerschaftswochen ist gemäss BFS mit 96 % der Abbrüche stabil.

Die Meldepflicht für Schwangerschaftsabbrüche ist seit Inkrafttreten der Fristenregelung (Art. 119 StGB) im Oktober 2002 gesetzlich verankert. Vor Inkrafttreten des Gesetzes galten kantonal unterschiedliche Regelungen.

Quelle: Medienmitteilung des Bundesamt für Statistik  vom 5.11.2007

Stand: 11/07, BH