2. Mai 2006: Weltasthmatag

Mehr und mehr Menschen erkranken in Europa an Asthma. Kaum zu glauben, aber wahr: Jede Stunde stirbt in Westeuropa ein Mensch, der an Bronchialasthma leidet. Experten glauben, dass eine bessere Aufklärung und wirkungsvollere Therapien 90 Prozent dieser Todesfälle verhindern könnten.

Viele Asthmatiker gehen nämlich schlampig mit ihren Medikamenten um: Sie legen sie beiseite, sobald die Beschwerden nachlassen. Durchschnittlich nehmen Asthmatiker nur an drei von zehn Tagen alle ärztlich verordneten Medikamente in ausreichender Dosierung ein. Besonders wichtig ist die Einnahme der Medikamente für schwangere Asthmatikerinnen, die aber oft verunsichert sind, ob die verordneten Präparate dem ungeborenen Kind schaden können. Andererseits stossen Therapien an ihre Grenzen. Dafür liefert die Forschung neue Erkenntnisse zum Asthma und damit häufig auch Ansätze für künftige Behandlungen.

Denn die Krankheit belastet nicht nur die Menschen, sondern auch den Alltag. Neun von zehn Asthmatikern geben an, ihre Lebensqualität sei eingeschränkt. Jeder Zweite leidet tagsüber an Husten, Engegefühl in der Brust und Atembeschwerden. Jeder fünfte Asthmatiker ist sogar arbeitsunfähig.

Eine holländische Studie konnte aufzeigen, dass infolge früher Diagnosen und besseren Therapien die Häufigkeit der Symptome wie Atemnot, Keuchen und Husten bei Kindern seit 1989 um 20 Prozent und mehr gesenkt werden konnte. Dafür hat die Zahl der betroffenen Kinder seither um 50 Prozent zugenommen. In der Schweiz sind derzeit mehr als 100'000 Kinder und über 400'000 Erwachsene von Lungenasthma betroffen.

Stand: 05/06, BH