Gemüsekonsum stagniert

Die Schweizerische Gesundheitsbefragung 2002, die jetzt veröffentlicht wurde, zeigt auffällige Essgewohnheiten auf: Beispielsweise essen 18 Prozent nicht täglich Gemüse oder Salat und 34 Prozent essen an fünf oder mehr Tagen mindestens einmal Fleisch oder Wurstwaren, 4 Prozent trinken weniger als einen Liter Flüssigkeit (alkoholfrei) pro Tag, 38 Prozent trinken nie Milch und 12 Prozent essen mehrmals wöchentlich in einem Schnellimbisslokal oder auf der Strasse. Ferner geben 31 Prozent der Bevölkerung an, auf nichts in ihrer Ernährung zu achten, 35 Prozent sind mit ihrem Körpergewicht unzufrieden und 37 Prozent sind leicht oder stark übergewichtig. Positiv zu bewerten ist, dass der Fischkonsum mehr zugenommen hat.

Der Gemüsekonsum stagniert weitgehend in der Gesamtbevölkerung, wobei Frauen mehr Gemüse essen als Männer. Gegliedert nach Sprachregionen weist die italienische Schweiz den grössten Anteil an Personen auf, die mindestens einmal täglich eine Portion Gemüse essen, seit 1992 kontinuierlich steigend. Ältere Menschen essen mehr Früchte als junge, Männer 20 Prozent weniger als Frauen.

Hier ist eine Trendumkehr deutlich erwünscht: Der tägliche Gemüsekonsum sollte zunehmen, die Rückläufigkeit des täglichen Früchtekonsums bei den Jüngeren sollte eingedämmt werden. Da ein höherer Konsum von Früchten und Gemüse sowohl zu einer fettarmen, kohlehydratreichen Ernährung beiträgt, als auch viele wertvolle Nähr- und Sekundärstoffe enthält, könnte mit einer Trendumkehr in allen Altersgruppen und speziell bei den jungen viel gewonnen werden.

Während fast die gesamte Bevölkerung täglich Milchprodukte konsumiert, ist beim Milchkonsum festzustellen, dass viele Altersgruppen auf die tägliche Milcheinnahme verzichten.

Grundsätzlich wird aufgezeigt, dass das Ernährungsbewusstsein deutlich abgenommen hat. Der markant tiefere Anteil ernährungsbewusster Männer als Frauen gewinnt vor dem Hintergrund einer deutlichen Zunahme von Übergewicht in der Gesamtbevölkerung zusätzlich an Bedeutung.

Quelle: StatSanté 2/05, Bundesamt für Statistik

Stand: 05/06, BH